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Abschluss der CES - Das "Internet der Dinge" ist nicht zu stoppen

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Nach vier Tagen Technikmesse CES in Las Vegas ist klar: "The Next Big Thing", also der ganz große neue Wurf, war diesmal nicht dabei. Dafür viele große Trends.

technikmesse ces
Nach vier Tagen endet in Las Vegas die weltweit größte Fachmesse für Elektronik und Computeranwendungen, CES. Quelle: dpa

Der erste Videorecorder, die erste CD, das erste kommerzielle Videospiel: Seit 50 Jahren ist die US-Unterhaltungselektronikmesse "Consumers Electronic Show" für wegweisende Produktpremieren gut. Andererseits gibt es eine Unzahl Geräte und Ideen, die sang- und klanglos im Nirvana verschwanden - spricht heute noch jemand von Betamax, Apples Spielekonsole "Pippin" oder HD-DVD?

Aber wie schnitt die diesjährige Messe in Sachen zukunftsweisender Technik ab? Um das zu beurteilen, muss man erstmal die PR-Stunts aus der Rechnung nehmen. Denn unter den 4.000 ausstellenden Firmen finden sich jede Menge Start-ups, die vom 9. bis 12. Januar in Las Vegas um das Interesse von Medien, Kunden und Investoren buhlten. Und die sind bereit, für ein wenig Publicity durch jeden brennenden Reifen der Sinnfälligkeit zu hüpfen. Eine sprachgesteuerte Toilette ("Alexa, jetzt spülen"), aufrollbare Fernseher oder ein atmendes Kissen (damit man sich nicht so allein fühlt) sind auf den ersten Blick lustig, aber ob wir alle in Zukunft Unterwäsche tragen werden, die Handystrahlung abschirmt, sei dahingestellt.

Hintergrund

Zieht man die Gadgets und PR-Nebelkerzen ab, gab es auf der CES 2018 vier große Trends.

Trend 1: Spracherkennung beflügelt das Internet der Dinge

Der Siegeszug der Sprachassistenten hält auch dieses Jahr an. Amazon hat mit "Alexa" offensichtlich einen Nerv bei den Herstellern getroffen; Google holt mit seinem "Assistant" kräftig auf. Ob Mikrowelle, Backofen oder Waschmaschine, kaum ein neues "Internet of Things"-Produkt, das nicht per Sprachbefehl bedient werden kann. Dabei wird es immer wichtiger, wie gut die Spracherkennung den Menschen versteht (häufig ist hier noch "Luft nach oben").

Wird das wichtig?

Ja. Allerdings müssen klare Regeln her, damit nicht jeder Konzern seine Nutzer abhören kann.

Trend 2: Selbstfahrende Autos gewinnen an Fahrt

Die CES ist für Autohersteller zum Fixpunkt geworden - hier präsentieren sie digitale Zukunftskonzepte, die für Automessen zu abgedreht erscheinen. Spannend sind neben selbstfahrende Pkw auch Konzepte für autonome Kleinbusse. CES-Besucher konnten sich dieses Jahr von Local Motors 3D-gedrucktem Bus "Olli" und Toyotas "E-Palette" über die Messe schippern lassen.

Wird das wichtig?

Ja, aber neu ist der Trend nicht: Schon 2016 fuhren die ersten Elektroauto fahrerlos über die CES. Doch autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und mobile Fahrdienste gelten als Schlüsseltechnogien für die Zukunft der Automobilindustrie.

Trend 3: 8K kommt, ist aber noch teuer

Neue Generation von Fernsehern auf der CES
Neue Generation von Fernsehern auf der CES Quelle: dpa

So mancher TV-Besitzer liebäugelt mit einem 4K-Fernseher, doch die Hersteller setzten bereits auf 8K-Technologie. Das imposanteste Modell stellte Samsung vor. Der "The Wall" getaufte Fernseher kommt auf eine Bilddiagonale von 146 Zoll (3,70 Meter) und bietet eine eine Auflösung von 7.680 mal 4.320 Bildpunkten. Wer in 8K investiert, sollte sich aber im Klaren sein, dass außer einer Handvoll Filme und der Olympia-Übertragung 2020 noch kein 8K-Programm in Sicht ist.

Viel Neues tat sich auf der CES bei 4K-Fernsehern: HDR (High Dynamic Range) bringt einen größeren Kontrastumfang und mehr Farbe auf den Schirm. Außerdem unterstützen immer mehr Geräte den Qualitätsstandard UHD Premium.

Wird das wichtig?

Bis 8K in deutschen Wohnzimmer steht, werden gut und gerne fünf Jahre vergehen. Gut aber zu sehen, dass das Qualitätsniveau bei 4K-Fernsehern steigt und die Preise sinken.

Trend 4: Augmented Reality und Virtual Reality

Während man in Virtual Reality nur per VR-Brille eintauchen kann, bringt Augmented Reality digitale Elemente in die reale Welt. Auf der CES gab es unzählige Anwendungen und Produkte, die auf eine der beiden Technologien setzten. Der Motorradhelm Fenix AR von Skully zeigt nicht nur das Navi, sondern spielt per Sprachbefehl auch Musik ab. Gleichzeitig kommen neue, bessere VR-Brillen wie die HTC Vive Pro auf den Markt - die klemmt nicht mehr per Kabel am PC.

Wird das wichtig?

Noch sind beide Technologien nicht so recht angekommen - langfristig aber werden sich beide in ihrer Nische durchsetzen.

Fazit: Viel Schnickschnack, aber auch viel Weiterentwicklung

"The Next Big Thing", also den ganz großen neuen Wurf, konnte man auf der CES 2018 nicht entdecken. Allerdings dürfte 2018 als ein CES-Jahrgang in Erinnerung bleiben, in dem sich das Internet der Dinge und Sprachsteuerung auf breiter Front durchsetzte. Außerdem war VR und AR so stark vertreten wie noch nie.

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