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Ende der ISS-Mission - Was Alexander Gerst im All gemacht hat

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Zwischen dem Stopfen mysteriöser Löcher und Weltraum-PR: Auch nach knapp 200 Tagen im All ist die Arbeit auf der ISS für Astro-Alex nicht zur Routine geworden.

Alexander Gerst auf der ISS. Archivbild
Alexander Gerst auf der ISS. Archivbild
Quelle: ESA/NASA/Alexander Gerst/dpa

Rückkehr zum Heimatplaneten  

Am Ende wird es für Alexander Gerst nochmal ungemütlich. Hinter ihm liegen zahlreiche spannende Experimente, lange Arbeitstage und einzigartige Augenblicke mit ungezählten Sonnenaufgängen über Erde. Nach der Abkopplung von der Internationalen Raumstation ISS rast er nun in der Enge der russischen Sojus-Kapsel ungebremst auf die Erde zu. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre erzeugt die Luftreibung Temperaturen von 2.500 Grad Celsius. Seinen letzten Rückflug von der Mission 2014 beschrieb Gerst so: "Ich kann kaum atmen, weil meine Zunge so stark an den Gaumen gedrückt wird."

Die Sojus-Kapsel hatte im Rahmen der Ablösung des deutschen Kommandanten für Schlagzeilen gesorgt: Nachdem die Astronauten, die ihn auf der ISS ablösen sollten, einen Fehlstart mit der Rakete hatten und daraufhin in einer Rettungskapsel notlandeten, mussten Gerst und seine Mit-Rückkehrer aus den USA länger auf ihre Ablösung warten als geplant.

Nicht alles lief rund  

Der Fehlstart der Sojus-Kapsel war dabei nur eine von mehreren Pannen und ungewöhnlichen Vorfällen während der Amtszeit des Kommandanten Gerst. Probleme mit Solar-Panels und der Stromversorgung, missglückte Experimente oder technische Probleme bei "Icarus", einem internationalen Forschungsprojekt zur Tierbeobachtung aus dem Weltraum, warfen die Pläne von Alexander Gerst und seinen Kollegen immer wieder um.  "Wenn eine Panne passiert, muss man Kompromisse machen", sagt Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Auch der Assistenzroboter "Cimon" enttäuschte die Ingenieure - angekündigt als das erste Experiment mit Künstlicher Intelligenz auf der ISS, verlor der Roboter immer wieder den Kontakt zu den Satelliten und damit zur Erde. Zwei Stunden testete Alexander Gerst "Cimon" - dann verschwand der Assistenz-Roboter erstmal wieder in seiner Kiste.  

Ein mysteriöses Loch

Der wohl merkwürdigste Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 1. September. Während die Besatzung der ISS schläft, registriert die Bodenstation einen leichten Druckabfall. Am nächsten Tag macht sich das Team auf die Suche nach dem Leck. Die Astronauten werden in der Sojus-Kapsel fündig: Unter einer Verkleidung befindet sich eine Art Bohrloch. Bis heute ist die Ursache für das Loch in der Sojus-Kapsel nicht geklärt. Wahrscheinlich war das Loch bereits vor dem Start am Boden entstanden, wurde zugeklebt und ist unter den veränderten Druck- und Temperaturverhältnissen im Weltraum wieder aufgegangen.

Experimente - sieben Stunden täglich

Materialforschung aus dem Weltraum für die Erde - in einem Schmelzofen in der Schwerelosigkeit haben Alexander Gerst und sein Team auf der ISS Legierungen erforscht, die zum Beispiel für leichtere Flugzeugteile zum Einsatz kommen könnten. Wie ergiebig diese wissenschaftlichen Ergebnisse tatsächlich für praktische Anwendungen auf der Erde sein werden, ist umstritten. Den Erkenntnisgewinn aus den zahllosen Untersuchungen zu quantifizieren, ist schwierig.

Die meisten Experimente drehen sich ohnehin um die Astronauten selbst. Wie der Mensch auf die körperlichen und psychischen Belastungen durch die soziale Isolation, die ungünstigen Schlafbedingungen und das hohe Arbeitspensum reagiert, ist Gegenstand verschiedenster Untersuchungen und Datenerhebungen. Während in 24 Stunden 16 Mal die Sonne auf und wieder untergeht, nehmen sich die Astronauten Blut ab, untersuchen Speichelproben, fertigen EKGs an und absolvieren psychologische Tests.

Die Messergebnisse sollen dabei helfen, den Menschen besser auf längere Aufenthalte im Weltall vorzubereiten - NASA und ESA planen bemannte Missionen zu Mars und Mond. Was das für die Astronauten bedeuten würde, haben Alexander Gerst und seine Kollegen unter Laborbedingungen ausführlich getestet. Und auch wie die Versorgung von Astronauten sichergestellt werden könnte: Schnell wachsende Mikroalgen könnten bei diese künftigen Langzeitmissionen frische Luft und Nahrung liefern. 

Auch das gehört dazu: Öffentlichkeitsarbeit

Mit rund 28.000 Stundenkilometern rast das fliegende Labor in etwa 90 Minuten einmal um den Erdball. Raumfahrer schwärmen vom Blick aus rund 400 Kilometern Höhe auf unseren Planeten. Nachts funkeln Megastädte, tags glitzern Ozeane. Alexander Gerst nimmt seine Rolle als Botschafter vom Rande des Weltalls ernst.

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Dazu gehören seine Fotos von Waldbränden, gerodeten Flächen und mahnende Worte an die Weltgemeinschaft anlässlich des Weltklimagipfels in Kattowitz. Öffentlichkeitsarbeit ist mittlerweile ein wichtiger Teil der Astronauten-Arbeit, die Raumfahrt hat mit Alexander Gerst einen sympathischen und populären Fürsprecher und das liegt auch an seiner Nahbarkeit - egal ob es eine Live-Schalte zum Kraftwerk-Konzert in Stuttgart ist oder zu Schülerinnen und Schülern nach Braunschweig: Alexander Gerst ist für fast jeden Spaß zu haben.

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