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Lebensmittelwarnungen - Foodwatch: Rückrufe oft zu spät

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Warnungen vor möglicherweise gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln erreichen die Menschen in Deutschland oftmals zu spät oder gar nicht - sagt die Organisation Foodwatch. Außerdem würden dabei die gesundheitlichen Risiken von Produkten "immer wieder verharmlost".

Die Verbraucherschutzorganisation „foodwatch“ kritisiert das ganze System der Lebensmittelwarnungen als mangelhaft. Jüngstes Beispiel ist der Fipronil-Skandal, der sich jetzt sogar ausweiten könnte.

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Foodwatch kritisiert in seinem jüngsten Bericht "Um Rückruf wird gebeten" auch das 2011 von Bund und Ländern als zentrales Informationsangebot gestartete Portal lebensmittelwarnung.de. Das Portal sei "gescheitert". Oftmals würden Rückrufaktionen "unnötig spät" eingestellt, kritisierte Foodwatch. Erst jüngst beim Fipronil-Skandal um belastete Eier habe es eine mangelnde Informationspraxis der Behörden gegeben.

Mehr Rückrufe als früher

Belastete Lebensmittel werden nach Einschätzung der Organisation Foodwatch oft zu spät oder gar nicht zurückgerufen. Zudem würden dabei die gesundheitlichen Risiken von Produkten, die Bakterien oder Fremdkörper enthalten, "immer wieder verharmlost", erklärte die Verbraucherorganisation.

Zwar riefen Hersteller heutzutage "viel häufiger ihre Produkte zurück" als noch vor einigen Jahren, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Dennoch könnten Verbraucher "nicht sicher sein, dass im Fall der Fälle wirklich ein Rückruf gestartet wird und vor allem, dass sie davon auch erfahren". Supermärkte müssten daher "an zentraler Stelle über alle Rückrufaktionen aus ihrem Sortiment informieren".

Wie Foodwatch herausstellte, wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 500 Mal Lebensmittel zurückgerufen, im Schnitt also mindestens zwei wöchentlich. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gingen die meisten Fälle (38 Prozent) auf mikrobiologische Verunreinigungen zurück, etwa eine Belastung durch Salmonellen oder Listerien. In 27 Prozent der Fälle waren Fremdkörper wie Glasstücke oder Plastikteile in den Produkten der Grund für den Rückruf.

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