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Erkaufte Plätze an Elite-Unis - "Desperate Housewives"-Star Felicity Huffman verurteilt

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Mit geschönten Testergebnissen verschafften reiche US-Eltern wie die Schauspielerin Felicity Huffman ihren Kindern einen Studienplatz an Elite-Universitäten. Nun fiel das Urteil.

Schauspielerin Felicity Huffman. Archivbild
14 Tage Haft, ein Jahr auf Bewährung, eine Geldstrafe von 30.000 US-Dollar und 250 Sozialstunden für Schauspielerin Felicity Huffman. Archivbild
Quelle: Steven Senne/AP/dpa

14 Tage Haft, ein Jahr auf Bewährung, eine Geldstrafe von 30.000 US-Dollar und 250 Sozialstunden. So lautet das Urteil gegen "Desperate Housewives"-Star Felicity Huffman. Richterin Indira Talwani sprach bei der Urteilsverkündung davon, dass Huffman genau wusste, was sie tat und es keine impulsive Handlung gewesen sei. Um die Ergebnisse des Hochschulzulassungstests SAT (Scholastic Assessment Test) ihrer Tochter aufzupolieren und ihr somit eine größere Chance auf eine Zulassung an einer renommierten Universität zu ermöglichen, zahlte die Schauspielerin dem College-Berater William Singer 15.000 US-Dollar. Das Urteil könnte als Zeichen für alle zukünftigen Fälle dieser Art verstanden werden.

Bei der Verkündung wurde Huffman von ihrem Ehemann, Schauspieler William H. Macy, sowie von Freunden und Familie unterstützt. Vor der Verurteilung erhielt sie außerdem Rückendeckung von der Schauspielkollegin und langjährigen Freundin Eva Longoria und Serien-Produzent Marc Cherry, die in einem Brief an das Gericht die Hilfsbereitschaft und das Engagement Huffmans herausstellten. Vergebens. Trotz Unterstützung kommt die Schauspielerin nicht um eine Gefängnisstrafe herum.

Dreiseitiger Brief an Gericht

Auch Huffman selbst schrieb einen dreiseitigen Brief an das Gericht, in dem sie verdeutlicht, dass sie sich für ihre Rolle im Betrugsskandal zutiefst schäme. Aufgrund der Lernschwäche ihrer Tochter wollte sie ihr eine faire Chance auf einen Platz an einer Universität verschaffen. Mit ihrem Handeln habe Huffman jedoch das Gegenteil erreicht. Sie sehe ein, dass sie dadurch "die Studentengemeinschaft betrogen und ihre Tochter hintergangen habe". Die Schauspielerin zeigt Reue und bekannte sich bereits im Mai in allen Anklagepunkten für schuldig.

Für Huffmans Tochter, Sofia Grace, kam die Verhaftung ihrer Mutter unerwartet. Sie soll von dem Täuschungsversuch nichts gewusst haben. Hinzu kommt, dass sie unabhängig von ihrem gefälschten SAT-Ergebnis eine Einladung zur Aufnahmeprüfung an ihrer favorisierten Universität erhielt. Diese zog die Institution jedoch nach Bekanntwerden der Verhaftung zurück. Ihr Vater berichtet, dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter seither stark gelitten habe. Sofia Grace selbst soll gesagt haben, es falle ihr schwer nachzuvollziehen, weshalb ihre Mutter nicht auf ihr Talent vertraut habe.

Der Preis für Bildung in den USA

Das Studium an einer amerikanischen Elite-Universität hat einen hohen Stellenwert und ist mit viel Prestige verbunden. Um dort angenommen zu werden, fallen neben Talent noch weitere Faktoren ins Gewicht. Einerseits spielt Geld eine große Rolle. Die Kosten für ein Studium an nicht elitären Universitäten liegen bereits bei etwa 30.000 US-Dollar pro Jahr und sind somit im Vergleich zu anderen Ländern immens hoch.

Zudem ist es üblich, dass wohlhabende Familien den Universitäten eine großzügige Spende zukommen lassen – was allerdings noch keinen Studienplatz garantiert. Denn neben der finanziellen Seite zählen auch außerschulische Aktivitäten und hervorragende Noten zu den ausschlaggebenden Kriterien für eine Zulassung. Aufgrund des dadurch entstehenden Drucks, der hierbei auch auf den Eltern lastet, wollte die Schauspielerin nachhelfen und entschied sich dazu, das Schmiergeld zu zahlen.

Weitere Angeklagte im Prozess

Im Zuge der Ermittlungen wurde gegen 51 Personen Anklage erhoben. Neben den angeklagten Eltern wurden auch Prüfungsbeaufsichtigte und Sporttrainer mitunter aus Yale, Stanford und der University of Southern California (USC) angeklagt, die den Betrug erst ermöglichten. 15 Eltern, darunter auch Huffman, bekannten sich bereits schuldig. Ihnen droht nun ebenso wie Huffman eine Haft- und Geldstrafe.

Andere Angeklagte sehen sich jedoch keiner Schuld bewusst. Im Zuge des Skandals wurden neben Huffman auch "Full House"-Schauspielerin Lori Loughlin zusammen mit ihrem Mann, dem Modedesigner Mossimo Giannulli, angeklagt. 500.000 US-Dollar sollen sie gezahlt haben, um ihren beiden Töchtern einen Platz an der USC zu erkaufen. Anders als Huffman plädieren Loughlin und Giannulli jedoch auf nicht schuldig. Da sie einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ausschlugen, drohen ihnen im Falle einer Verurteilung 40 Jahre Gefängnis. Nach dem heutigen Urteil ist die Richtung der Richter jedoch eindeutig: Die für schuldig befundenen Angeklagten werden zur Rechenschaft gezogen. Dabei schützt auch ein prominenter Name nicht vor einer Haftstrafe.

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