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Nach Dieselskandal - Piëch will bei VW aussteigen

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Ferdinand Piëch galt lange als mächtigster Mann bei Volkswagen. Dann unterlag er im Machtkampf gegen Martin Winterkorn und fiel kürzlich im Streit um Anschuldigungen im Dieselskandal auf. Jetzt plant der ehemalige Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzende den Verkauf seiner milliardenschweren VW-Anteile.

Nach überstandener Dieselkrise will VW bis 2025 Marktführer in der Elektromobilität werden. Damit soll die renditeschwache Hauptmarke VW gestärkt werden. Insgesamt jedoch machte der Konzern im vergangenen Betriebsjahr einen satten Gewinn.

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Es ist das Ende einer Ära: Der ehemalige VW-Firmenpatriarch Ferdinand Piëch will beim VW-Großaktionär Porsche aussteigen. Der 79-Jährige verhandelt mit den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch über den Verkauf seiner Anteile an der Porsche SE, wie die Holding in Stuttgart mitteilte. "Ob es zu den vorgenannten Veränderungen der Aktionärsstruktur der Porsche Automobil Holding SE kommt, ist aktuell nicht abzusehen." Piëch besitzt über Stiftungen 14,7 Prozent der Stammaktien der Porsche SE, diese Holding wiederum hält gut 52 Prozent an Volkswagen.

Familien haben Vorkaufsrecht

Dem "Spiegel" zufolge, der zuvor über Piëchs Verkaufspläne berichtete, ist der Anteil des Patriarchen gut eine Milliarde Euro wert. Die Familien haben ein Vorkaufsrecht. Sie hätten großes Interesse an der Übernahme, weil sie verhindern wollten, dass ein familienfremder Investor einsteige, berichtete der Spiegel. Die Porsche SE gilt als das eigentliche Machtzentrum, weil dort die milliardenschwere VW-Beteiligung liegt. Im zwölfköpfigen Aufsichtsrat sitzen alle wichtigen Familienvertreter, an der Spitze Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëchs Cousin.

Piëch, der am 17. April 80 Jahre alt wird, ist Miteigentümer von Porsche und damit auch Großaktionär von VW. Er war bis April 2015 langjähriger VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn von fast allen Ämtern zurück und blieb am Ende lediglich Aufsichtsrat bei der Porsche SE.

Streit im Dieselskandal

Zuletzt hatten bei der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals angebliche Anschuldigungen Piëchs für Aufsehen gesorgt. Demnach soll der frühere VW-Aufsichtsratschef Mitgliedern des Aufsichtsrats-Präsidiums wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Betriebsratschef Bernd Osterloh und auch seinem Cousin Wolfgang Porsche vorgeworfen haben, früher als bisher bekannt über einen Verdacht von Abgas-Manipulationen in den USA Bescheid gewusst zu haben.

Diese hatten das scharf zurückgewiesen. Wolfgang Porsche sagte zuletzt in Genf, er selbst werde in dieser Sache nichts unternehmen, Familie könne man sich nicht aussuchen.


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