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75 Jahre Attentat auf Hitler - Merkel ehrt Widerstandskämpfer als Vorbilder

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Bei der Gedenkfeier in Berlin ehrt Kanzlerin Merkel die NS-Widerstandskämpfer - nicht nur die um Graf Stauffenberg. AKK hat ihren ersten großen Auftritt als Verteidigunsministerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die Widerstandskämpfer aus der Zeit des Nationalsozialismus als Vorbilder für alle Menschen heute. "Setzen auch wir uns ein für Menschlichkeit, Recht und Demokratie und zeigen wir Zivilcourage, wenn wir Zeugen von Rassismus oder Antisemitismus werden", sagte sie bei der Feierstunde der Bundesregierung und der Stiftung 20. Juli im Bendlerblock in Berlin. Der Festakt fand auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums in Berlin mit vielen Ehrengästen statt.

Gedenken mit bleibenden Verpflichtungen verbunden

Nach ihrer Rede legte die Kanzlerin einen Kranz nieder an der Stelle, an der Claus Schenk von Stauffenberg und andere Hitler-Attentäter in der Nacht zum 21. Juli 1944 erschossen wurden. Sie hatten vergeblich versucht, Adolf Hitler durch eine Bombe zu töten und das nationalsozialistische Terrorregime dadurch zu beenden.

Das Gedenken an die Männer und Frauen des 20. Juli und an alle anderen Widerstandskämpfer sei mit bleibenden Verpflichtungen verbunden, betonte die Kanzlerin. Unter anderem nannte sie als Verpflichtungen, dass Juden in Deutschland sorgenfrei Kippa tragen können, dass jeder seine Meinung sagen kann und dass die Erinnerung an die Zeit des Nazi-Regimes und an den Widerstand dagegen wachgehalten wird.

Ehrung aller, die sich der unmenschlichen Diktatur widersetzten

"Sie übernahmen Verantwortung, als andere wegsahen, sie stellten sich einem unmenschlichen System entgegen."
Kanzlerin Angela Merkel über Widerstandskämpfer zur Zeit des Nationalsozialismus

Merkel würdigte die Männer und Frauen des Widerstands, die "Menschlichkeit über ihr eigenes Menschenleben" gestellt hätten: "Sie übernahmen Verantwortung, als andere wegsahen, sie stellten sich einem unmenschlichen System entgegen."

Am 20. Juli wolle sie das Andenken aller Menschen ehren, die sich dieser unmenschlichen Diktatur widersetzt hatten, ergänzte die Kanzlerin. Dabei nannte sie etwa den Kreisauer Kreis, die Weiße Rose und die Rote Kapelle sowie den Widerstand von Christen, Juden, Sinti und Roma, aber auch viele mutige und heute oft vergessene Einzelpersonen, die etwa Juden versteckt oder Bedrängten auf andere Art geholfen hatten: "Alle einte ihr Gewissen und sie waren sich gewiss, ein Nichthandeln nicht rechtfertigen zu können."

Kramp-Karrenbauers erster Auftritt als neue Verteidigungsministerin

75. Jahrestag  Aattentat auf Hitler - Kramp-Karrenbauer und Merkel
Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) und Kanzlerin Angela Merkel
Quelle: dpa
Ihr Dienst verlangt Respekt! Ihr Dienst verlangt Wertschätzung! Ihr Dienst verlangt Unterstützung, und zwar von mir zuallererst.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin

Vor der Gedenkstunden legten außerdem neue Bundeswehrsoldaten ihre Gelöbnis ab und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte ihren ersten großen Auftritt als Bundesverteidigungsministerin. In ihrer Ansprache sicherte sie den Soldaten vollen Einsatz für deren Belange zu. "Mit Ihrem heutigen Gelöbnis stärken Sie die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie." Dank dafür alleine reiche nicht, sagte Kramp-Karrenbauer. "Ihr Dienst verlangt Respekt! Ihr Dienst verlangt Wertschätzung! Ihr Dienst verlangt Unterstützung, und zwar von mir zuallererst."

Sie wisse, Deutschland könne sich auf die Soldaten verlassen. "Und ich sage Ihnen: Sie können sich auf mich verlassen!" In ihrer Rede machte die neue Oberbefehlshaberin gleichzeitig deutlich, worauf sie in der Truppe Wert legt: "Der soldatische Dienst erfordert Gehorsam. Aber keinen blinden und erst recht keinen Kadavergehorsam."

Gegen Hetz, Hass und Ausgrenzung

In dem Zusammenhang erinnerte sie an die Offiziere um Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Diese seien Vorbilder. "Sie begehrten auf gegen Unrecht, Diktatur, Barbarei, Menschenverachtung (und) sahen ihre soldatische Pflicht darin, das Recht über den unrechtmäßigen Befehl zu stellen." Dieser Anspruch präge das Selbstverständnis der Bundeswehr bis heute.

Sowohl Merkel als auch Kramp-Karrenbauer riefen die Soldaten auf, sich gegen Hetze, Hass, Ausgrenzung und Spaltung zu stellen. "Als Staatsbürger sind wir alle gefordert, die Stirn zu bieten und die Werte unseres Grundgesetzes im täglichen Miteinander mit Leben zu erfüllen. Und als Staatsbürger in Uniform machen Sie mit Ihrem heutigen Gelöbnis deutlich, dass sie sich in besonderer Weise in den Dienst dieses Auftrags stellen", sagte die Verteidigungsministerin.

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