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Konflikt in Straße von Hormus - Iran: Festgesetzter Tanker wieder auf See

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Vor mehr als zwei Monaten hatten iranische Revolutionsgarden die "Stena Impero" festgesetzt. Jetzt konnte der britische Tanker wieder in See stechen.

Öltanker "Stena Impero" (Archivbild vom 22.08.2019)
Wieder frei: Öltanker "Stena Impero"
Quelle: Reuters

Der Iran hat den festgehaltenen britischen Tanker "Stena Impero" wieder freigegeben. Das Schiff habe nach Ende juristischer Untersuchungen den Hafen Bandar Abbas und die iranischen Gewässer verlassen, teilten die Marine- und Hafenbehörden mit. Der Webseite MarineTraffic zufolge bestätigen das Satellitendaten. "Wir prüfen, zu welchem Hafen wir fahren werden", erklärte Reedereichef Erik Hånell im schwedischen Fernsehsender SVT. "Wir haben eine Reihe von Alternativen in den Vereinigten Arabischen Emiraten."

Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff am 19. Juli  in der Straße von Hormus gestoppt - durch die Meerenge wird ein großer Teil der weltweiten Ölförderung verschifft. Der Vorwurf: Es seien Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet worden.

Handel im Sog des Atomstreits

Der Persische Golf. Archivbild
Die Straße von Hormus im Persischen Golf: Nadelöhr für die Schifffahrt
Quelle: The Visible Earth/NASA/dpa

Die britische Regierung vermutete hinter der Festsetzung jedoch eine Vergeltungsmaßnahme: Anfang Juli war im britischen Gibraltar ein Supertanker mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt worden. Die Ware soll für Syrien bestimmt gewesen sein. Den Behörden zufolge verstieß die Lieferung gegen EU-Sanktionen gegen das Kriegsland Syrien. Teheran sprach von "Piraterie" und drohte mit Konsequenzen. Mitte August wurde die "Adrian Darya-1" schließlich wieder freigegeben. Mutmaßungen, es habe sich um ein Tauschgeschäft gehandelt, um die "Stena Impero" freizubekommen, wies London vehement zurück.

Die Handelsschifffahrt war in den Sog des Konflikts zwischen den USA und dem Iran geraten. Die Spannungen in der Golf-Region hatten sich in den vergangenen Monaten immens verschärft. Es kam zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern und Drohnen. Hinter den Spannungen steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Der Iran weist das zurück.

Massive Sanktionen

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seitdem setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres Abkommen zu erzwingen. Der Iran widersteht dem Druck bisher.

Die "Stena Impero" fährt unter britischer Flagge und gehört dem in Schweden ansässigen Unternehmen Stena Bulk. 16 Besatzungsmitglieder sollen zuletzt an Bord gewesen sein.

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