Sie sind hier:

Syrische Rebellenhochburg - Feuerpause in Ost-Ghuta hat begonnen

Datum:

Fünf Stunden soll die Feuerpause in der umkämpften syrischen Region Ost-Ghuta andauern. Die Zeit wird genutzt, um Verletzten zu helfen und Zivilisten aus dem Gebiet zu bringen.

Im syrischen Ost-Ghuta sollen ab 8 Uhr für fünf Stunden die Waffen ruhen. In der Zeit soll ein Korridor geöffnet werden, durch den Zivilisten das Rebellengebiet verlassen können.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Morgen, in Ost-Ghuta sei weitgehend Ruhe eingekehrt. Die fünfstündige Feuerpause soll Hilfslieferungen für die Menschen in der belagerten Region ermöglichen. Außerdem sollen Korridore geöffnet werden, durch die Zivilisten das Gebiet verlassen können.

In Ost-Ghuta sind rund 400.000 Menschen fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Waffenruhe geht auf eine Anordnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurück, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärt hatte. Die "humanitäre Pause" soll auch in den nächsten Tagen zwischen 9 und 14 Uhr Ortszeit gelten. Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten von Machthaber Baschar al-Assad.

USA fordern Ende der syrischen Offensive

Nach den Worten von Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen die täglichen Waffenruhen helfen, "zivile Opfer in Ost-Ghuta zu vermeiden". Kranke und Verletzte sollten mit Bussen und Krankenwagen aus der Region gebracht werden. Die Bevölkerung solle mit Flugblättern und per SMS informiert werden.

Washington forderte Moskau auf, seinen Einfluss auf Syrien geltend zu machen und ein sofortiges Ende der syrischen Offensive auf Ost-Ghuta durchzusetzen. "Russland hat den Einfluss, diese Operationen zu beenden", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Die US-Regierung fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen und den "sofortigen Zugang für humanitäre Helfer, um die Verletzten zu behandeln und die so dringend benötigte Hilfe zu liefern".

UN: Fünf Stunden besser als nichts

Die Vereinten Nationen hatten die Ankündigungen Moskaus begrüßt. Fünf Stunden Feuerpause seien "besser als keine Stunde", sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Die UNO werde versuchen, Lieferwagen und Helfer in die Gegend zu schicken. Zugleich mahnte Dujarric aber die Umsetzung der UN-Resolution an. Auch die Bundesregierung hält die Maßnahmen für nicht ausreichend. Der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) habe am Montag bei einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "mit Nachdruck" für die Umsetzung der UN-Resolution geworben, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. "Eine fünfstündige Feuerpause kann nicht mehr als ein erster Schritt sein."

Kritiker bemängeln, dass die Feuerpause viel zu kurz sei. Darüber hinaus hätten viele Menschen Angst vor Übergriffen durch syrische Regierungstruppen, wenn sie die belagerte Stadt verlassen. In den vergangenen Tagen war die Forderung des UN-Sicherheitsrates nach einer 30 Tage langen Waffenruhe in Syrien wirkungslos geblieben. Ost-Ghuta hatte in den vergangenen neun Tagen die schlimmste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren erlebt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, mehr als 560 Zivilisten seien getötet worden.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.