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Syrien-Konflikt - Feuerpause in Ost-Ghuta mehrfach gebrochen

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Trotz einer fünfstündigen Feuerpause hat es im syrischen Ost-Ghuta wieder Angriffe gegeben. Die UN und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigten dies.

Trotz UN-Resolution und einer von Russland angeordneten, mehrstündigen Waffenruhe wurde in Ost-Ghuta nahe Damaskus weiter gekämpft. So können noch immer keine Hilfskonvois das belagerte Gebiet erreichen. Nach wie vor sind 400.000 Zivilisten …

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Die von Russland ausgerufene Feuerpause für die syrische Rebellenenklave Ost-Ghuta ist gleich nach ihrem Beginn gebrochen worden. Die Regierungstruppen griffen die Region bei Damaskus mit Artillerie und Flugzeugen an, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Staatsmedien berichteten von Angriffen der Rebellen. Die UNO bestätigte, dass die Gefechte trotz der Feuerpause weitergingen.

Seit Beginn der Feuerpause um 9 Uhr (Ortszeit) seien sechs Artilleriegeschosse abgefeuert, zwei Fassbomben abgeworfen und ein Luftangriff geflogen worden, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort bezieht. Dabei sei mindestens ein Zivilist getötet worden. Für Medien sind die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation kaum zu überprüfen.

Humanitärer Korridor unter Beschuss

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete ihrerseits, die Rebellen hätten einen neu eingerichteten "humanitären Korridor" bei Al-Rafidain beschossen, um Zivilisten an der Flucht zu hindern. Russland hatte am Montag eine fünfstündige Feuerpause sowie die Schaffung "humanitärer Korridore" für Ost-Ghuta verkündet, um den dort eingeschlossenen Zivilisten die Flucht zu ermöglichen.

Die "humanitäre Pause" soll demnach täglich von 9 bis 14 Uhr (Ortszeit) gelten. Über die Korridore sollen die rund 400.000 Einwohner die seit Jahren belagerte Enklave verlassen können. Die Regierungstruppen bombardieren die Region mit Unterstützung Russlands seit Wochen; allein vergangene Woche wurden dabei laut der Beobachtungsstelle mehr als 550 Zivilisten getötet.

UN bestätigen Verletzung der Feuerpause

Ein UN-Sprecher bestätigte die Verletzung der Feuerpause. "Die Kämpfe gehen heute morgen weiter. Dies ist, was unsere Berichte aus Ost-Ghuta besagen", sagte der Sprecher des UN-Büros für humanitäre Hilfe, Jens Laerke, in Genf. Gespräche über Hilfslieferungen für die eingeschlossenen Zivilisten oder die Bergung von Verletzten seien verfrüht.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte lediglich eine tägliche "humanitäre Pause" für Ost-Ghuta verkündet, obwohl Russland am Samstag im UN-Sicherheitsrat einer landesweiten 30-tägigen Waffenruhe zugestimmt hatte. Die entsprechende UN-Resolution war nach langen Verhandlungen gebilligt worden, doch entscheidende Fragen wie der genaue Beginn der Feuerpause blieben unklar.

In Syrien kämpfen das Assad-Regime, Rebellen und Terrormilizen um die Macht. Neben Russland stehen iranische und andere Milizen auf der Seite Assads. Ferner geht die Türkei gegen kurdische Verbände in Afrin vor, die wiederum von den USA unterstützt werden. Seit 2011 wurden Hunderttausende Menschen getötet, Millionen Syrer sind auf der Flucht.

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