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Filmfestspiele Venedig - Märchenhaft: Goldener Löwe für "The Shape of Water"

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Mit "Pans Labyrinth" sorgte Guillermo del Toro vor gut zehn Jahren weltweit für Aufsehen. Für sein Fantasy-Märchen "The Shape of Water" gewinnt er nun den Goldenen Löwen in Venedig - als erster mexikanischer Filmemacher. Auch seine deutschen Kollegen gingen nicht leer aus.

Der 52 Jahre alte del Toro galt mit seinem bildgewaltigen Film, einer US-Produktion, als einer der großen Favoriten im diesjährigen Wettbewerb. In "The Shape of Water" erzählt er die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einer Putzfrau (Sally Hawkins) und einem im Wasser lebenden Fabelwesen (Doug Jones), das von einigen Menschen als Monster angesehen wird. Schon mit früheren Filmen wie "Pans Labyrinth" war der Mexikaner für die Erschaffung einer ganz eigenen Filmwelt gefeiert worden.

"Wenn du dir selbst treu bleibst und das machst, woran du glaubst - bei mir sind das Monster - dann läuft es gut", sagte del Toro mit Tränen in den Augen. Er sei zwar schon 52 Jahre alt und habe bereits zehn Filme gedreht: "Aber egal, wie alt du bist, du musst alles riskieren."

Jury-Preis für deutsche Koproduktion

Auch der israelische Regisseur Samuel Maoz wählte eine ungewöhnliche Bildsprache: In der deutschen Koproduktion "Foxtrot" erzählt er über mehrere Ebenen und in teilweise skurrilen Sequenzen vom Tod eines jungen Soldaten. Die Jury zeichnete ihn dafür mit dem zweitwichtigsten Preis des Festivals aus: dem Großen Preis der Jury.

Enttäuschend lief es dagegen für den Chinesen Ai Weiwei. Der in Berlin lebende Künstler war mit einer Dokumentation über die vielen verschiedenen Flüchtlingsströme unserer Zeit ins Löwen-Rennen gegangen. Sein Beitrag "Human Flow", ebenfalls eine deutsche Koproduktion, ging am Ende aber leer aus.

Politik und persönliche Krisen im Fokus

Überhaupt hatten sich viele Beiträge des insgesamt starken Wettbewerbs mit politischen Themen und persönlichen Krisen auseinandergesetzt. "The Insult" etwa zeigt, wie ein kleiner Konflikt zwischen einem Palästinenser und einem Libanesen so eskaliert, dass es in Beirut fast zu bürgerkriegsähnlichen Szenen kommt. Einer der beiden Hauptdarsteller, Kamel El Basha, wurde als bester Schauspieler geehrt.

Der Ire Martin McDonagh gewann die Trophäe für das beste Drehbuch. Er erzählt in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" - bei dem er auch Regie führte - vom verzweifelten Kampf einer Mutter um Gerechtigkeit und spricht dabei auch Aspekte wie Polizeiwillkür und Rassismus an.

Doppelt ausgezeichnet: Xavier Legrand

Auch Charlotte Rampling durchlitt in "Hannah" ein tragisches Schicksal: Als Hannahs Mann verhaftet wird, wird sie von ihrer Umwelt zunehmend isoliert. Die 71 Jahre alte Britin spielte diese Rolle in dem Drama des italienischen Regisseurs Andrea Pallaoro mit solch einer Intensität und so nuanciert, dass sie am Samstag schließlich die Auszeichnung als beste Schauspielerin entgegennehmen konnte. Die Jury war von ihrer Leistung sogar so angetan, dass sie Rampling bei der Preisverleihung mit Standing Ovations ehrte.

Gleich zwei Auszeichnungen gingen an den Franzosen Xavier Legrand. Der junge Regisseur wurde für sein bedrückendes Scheidungsdrama "Jusqu'à la garde" mit dem Silbernen Löwen als Preis für die beste Regie geehrt. Zuvor hatte er bereits den Luigi-De-Laurentiis-Preis für einen Debütfilm bekommen.

Spezialpreis für Aborigines-Drama

Der Ire Martin McDonagh gewann die Trophäe für das beste Drehbuch - bei der Tragikomödie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" hatte er auch Regie geführt. Der Spezialpreis der Jury wurde an "Sweet Country" des Australiers Warwick Thornton vergeben, der von Gewalt weißer Siedler an Aborigines erzählt.

Der junge US-Amerikaner Charlie Plummer wurde mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller geehrt. Der 18-Jährige spielt in dem Drama "Lean on Pete" des Briten Andrew Haigh einen verzweifelten Heranwachsenden.

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