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Finanzstabilitätsbericht vorgestellt - Risiken im Finanzsystem gestiegen

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In ihrem Finanzstabilitätsbericht spricht die Bundesbank von zunehmenden Risiken. Neben dem Problem von Niedrigzinsen erwähnen die Aufseher zum ersten Mal auch Klimarisiken.

Banken in Frankfurt am 02.11.2018
Immer mehr Risiken: Die Bundesbank sieht die Stabilität des Finanzsystems zunehmend bedroht.
Quelle: dpa

Es ist eine Premiere: Der Klimawandel hat erstmals auch Eingang in den Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank gehalten. Dabei ist der Befund einigermaßen ernüchternd. Denn nach Ansicht der Bankenaufseher in Frankfurt haben die meisten Institute die Risiken des Klimawandels bislang nicht - oder nur unzureichend - in die Kalkulation ihrer Risiken berücksichtigt. "Aktuell plant nur ein geringer Anteil der Institute, ihr Risikomanagement um Klimarisiken zu erweitern. Hier besteht Nachholbedarf", sagte Joachim Wuermeling, Bundesbank-Vorstand für Bankenaufsicht.

Unerwarteter Konjunktureinbruch als Risiko

Grundsätzlich ergeben sich durch den Klimawandel zwei Arten von Risiken für das Banken- und Finanzsystem: Zum einen die Risiken, die sich durch den tatsächlichen Klimawandel ergeben. Wenn beispielsweise extreme Wetterlagen sich auf bestimmte Wirtschaftsbereiche auswirken. Zum anderen aber auch die Risiken, die sich ergeben, wenn Staaten und Wirtschaft zunehmend den CO2-Ausstoßes begrenzen müssen. Denn dadurch werden beispielsweise fossile Energieträger an Bedeutung verlieren, stattdessen werden zukunftsfähige Technologien und regenerative Energien auf den Markt kommen. Diese Verschiebung wiederum kann bestehende Kredite und Investitionen gefährden.

Auch insgesamt stellt die Bundesbank in ihrem Bericht zunehmende Risiken für die Stabilität des Finanzsystems fest. Seit dem letzten Bericht vor einem Jahr nämlich hat sich die wirtschaftliche Lage weiter eingetrübt. "Ein unerwarteter Konjunktureinbruch und abrupt steigende Risikoprämien könnten das deutsche Finanzsystem erheblich treffen", sagte die Vizepräsidentin der Bundesbank, Claudia Buch.

Niedrigzinsen als Risiko im Fokus

Durch den seit rund einem Jahrzehnt dauernden Aufschwung hat sich die Kreditwürdigkeit der Unternehmen im Schnitt insgesamt zwar verbessert. Dadurch neigen Banken aber dazu, Kredite leichtfertiger zu vergeben - auch an Unternehmen mit schlechterer Bonität. "Wertberichtigungen und Kreditausfälle könnten daher bei einem unerwarteten Konjunktureinbruch schneller und stärker steigen als bei einer gleichmäßigen Verteilung der Kreditrisiken", stellt die Bundesbank fest. Diese Risiken seien langsam gestiegen und trügen zur Verwundbarkeit des Finanzsystems bei.

Ein anderes Risiko sehen Bundesbank wie auch die Europäische Zentralbank in den anhaltenden Niedrigzinsen. Das erscheint paradox. Denn es ist ja gerade die EZB, die für die Niedrig- und teilweise auch Negativzinsen verantwortlich ist. Der Widerspruch aber lässt sich auflösen: Gesamtwirtschaftlich halten die Notenbanken die Niedrigzinsen für notwendig. Sie nehmen andererseits nun aber verstärkt deren mögliche schädliche Nebenwirkungen in den Fokus.

Das Problem von Blasen an den Märkten

Denn durch Null- und Negativzinsen funktioniert ein klassisches Geschäftsmodell von Banken nicht mehr: Sich Geld billig zu leihen und in Form von höher verzinsten Krediten wieder zu verleihen. Das schmälert die Gewinnaussichten der Banken und kann auf längere auf lange Sicht auch zur Destabilisierung des Banken- und Finanzsystems beitragen.

Das Problem möglicher Blasen schließlich sehen die Finanzaufseher der Bundesbank ebenfalls als ein Risiko. Durch die günstige Finanzierung im Nullzinsumfeld nämlich, aber auch den Mangel an lukrativen Anlagealternativen, steigen in bestimmten Bereichen der Finanzmärkte die Preise. "Die Marktteilnehmer erwarten im Moment, dass die Zinsen lange niedrig bleiben", stellt Claudia Buch fest. "Das stützt natürlich die vergleichsweise hohen Bewertungen an den Aktienmärkten, Anleihemärkten und bei den Immobilien".

Wie es sich mit den Risiken im Finanzsystem im Vergleich zu 2007 verhält, also kurz vor Ausbruch der letzten großen Finanzkrise, hat die Bundesbank in ihrem Bericht nicht erhoben. Durch die inzwischen strengere Regulierung seien die Risiken aber wohl geringer, heißt es bei der Bundesbank.

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