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Überfüllte Flüchtlingscamps - Griechenland fordert EU zur Aufnahme von Kindern auf

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Die Flüchtlingslager der griechischen Ägäis-Inseln: Für 6.300 Menschen waren sie mal geplant, nun leben dort mehr als 24.000. Griechenland fühlt sich von Brüssel allein gelassen.

Ein Junge steht vor einem Zelt in einem Flüchtlingscamp in Nordgriechenland
Aus dem Archiv: Ein Kind steht zwischen Zelten in einem Flüchtlingscamp in Nordgriechenland.
Quelle: ap

Griechenland hat die anderen EU-Staaten aufgerufen, zumindest minderjährige Migranten aus den Registrierlagern auf den Inseln der Ägäis aufzunehmen. Dort sind zurzeit mehr als 24.000 Menschen untergebracht. Rund 40 Prozent von ihnen sind laut UN-Organisationen und griechischen Behörden Minderjährige im Alter unter 17 Jahren. "Es kann nicht sein, dass ein Land sich weigert, 50 oder 100 Kinder aufzunehmen", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag im Staatsfernsehen (ERT).

Der konservative griechische Regierungschef forderte die EU auf, Maßnahmen gegen jene Staaten zu ergreifen, die sich weigern, Minderjährige aufzunehmen. "Einige Staaten wollen alle Vorteile der Bewegungsfreiheit im Schengen-Raum haben, sie weigern sich aber, die Lasten zu teilen", sagte Mitsotakis. Vor allem das Problem mit den Kindern liege ihm am Herzen.

Überfüllte Registrierlager

Von Samstagmorgen bis Sonntagmittag Ortszeit setzten nach Angaben der griechischen Küstenwache 332 Migranten zu den Inseln, Rhodos, Kalymnos, Samos, Farmakonisi und Lesbos und damit auch in die EU über. Die Registrierlager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind für 6.300 Menschen ausgelegt. Tatsächlich leben dort momentan aber mehr als 24.000 Menschen. Allein im August setzten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 8.103 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Ägäis-Inseln über. Zum Vergleich: Im August 2018 kamen knapp 3.200.

Mitsotakis wies außerdem die Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen. "Erdogan muss begreifen, er kann nicht der EU und Griechenland drohen, um mehr Gelder (für die Türkei) zu sichern", sagte Mitsotakis. Die EU habe bereits sechs Milliarden Euro an die Türkei wegen des Migrantenzustroms überwiesen.

Wenn Erdogan das Abkommen mit der EU neu aushandeln möchte, dann könne man darüber sprechen, sagte Mitsotakis. "Nicht aber mit Drohungen und mit einer Sprache, die nicht mit guter Nachbarschaft im Einklang steht."

Erdogan fordert mehr finanzielle Unterstützung

Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Türkei könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus Syrien nicht alleine schultern. Er appellierte an die EU, genügend finanzielle Unterstützung bereitzustellen. "Entweder Sie teilen diese Last oder wir müssen die Tore öffnen", sagte Erdogan.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt. Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7.000 Migranten über die Türkei griechische Inseln erreichten.

Bearbeitung der Anträge immer noch mühsam

Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auch heute nur mühsam voran. Die im Juli abgelöste linke Regierung in Athen unter Ex-Premier Alexis Tsipras hatte wiederholt erklärt, sie habe nicht genügend Sachbearbeiter, um Asylverfahren voranzubringen.

Die neue konservative griechische Regierung hat angekündigt, die Asylverfahren zu beschleunigen. Wer kein Asyl bekommt, soll sofort in die Türkei zurückgeschickt werden. Für die Bearbeitung der Asylanträge soll es mehr Personal geben. "Wir werden das Verfahren beschleunigen, ohne Menschenrechte zu verletzen", sagte Regierungschef Mistotakis.

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