Sie sind hier:

Probleme mit Flüchtlingsabkommen - "Türkei hat ein eigenes Flüchtlingsproblem"

Datum:

Beim Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei gibt es Probleme. "Die Türkei steht unter Druck", so ZDF-Korrespondent Brase, "und gibt diesen an die Europäer weiter".

Die Türkei hatte der EU im Flüchtlingsdeal von 2016 im Gegenzug für finanzielle Hilfe zugesagt, alle abgelehnten syrischen Flüchtlinge aus Griechenland zurückzunehmen - die Zahl der Überfahrten sank zunächst. Wie ist die Lage heute?

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Täglich setzen Hunderte Migranten von der Türkei aus auf die griechischen Inseln über. Die Lager dort aber sind bereits überfüllt. Eigentlich sollte das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei solche Probleme verhindern. Doch mehrere Faktoren sorgen dafür, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit drohte, das Abkommen aufzukündigen, die Grenzen zu öffnen.

ZDF-Korrespondent Jörg Brase vermutet, dass Erdogan eher gerne nachverhandeln würde statt das Abkommen wirklich zu beenden. Schließlich profitiere die Türkei ja auch finanziell. Sechs Milliarden Euro will die EU zahlen. "Ankara kritisiert, dass das Geld bislang nicht vollständig überwiesen wurde."

Stimmung in der Türkei hat sich gewandelt

Auf die griechischen Inseln waren in den vergangenen Wochen immer mehr Migranten aus der Türkei übergesetzt. Erdogan hatte am Samstag erneut damit gedroht, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Ankara könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus dem Land nicht allein schultern, sagte er. Es gebe "eine neue Migrationsbedrohung" aus der letzten syrischen Rebellenhochburg Idlib entlang der türkischen Grenze.

Auf den griechischen Inseln sind die Flüchtlingslager überfüllt, zuletzt kamen wieder mehr Migranten an. Die neue griechische Regierung will die Asylverfahren verkürzen, sieht aber vor allem die Türkei in der Pflicht, das Abkommen mit der EU zu …

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die innenpolitische Stimmung in der Türkei habe sich in den vergangenen Monaten drastisch gewandelt, berichtet Brase. "Eine Mehrheit sieht in den Syrern im Land eine Bedrohung." Es habe erste Angriffe auf syrische Geschäfte gegeben, so Brase. "Die Türkei hat mittlerweile eine eigene Flüchtlingskrise. Sie steht unter großem Druck und den gibt sie nun auch an die Europäer weiter."

Merkel spricht mit Erdogan über Steuerung der Migration

Die Migration war auch ein Thema bei einem Telefonat zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem türkischen Präsidenten am Mittwoch. Wie ein Sprecher der Bundesregierung mitteilte, tauschten sich die beiden über internationale Themen aus, unter anderem in Hinblick auf die Lage in Syrien. Der Bundesregierung zufolge sprachen Merkel und Erdogan auch über die "Migrationslage in der Ägäis und über die Zusammenarbeit bei der Migrationssteuerung im Rahmen des EU-Türkei-Abkommens". Das Kommunikationsamt des türkischen Präsidenten teilte mit, dass neben den Entwicklungen in Libyen und Syrien auch Migration ein Thema des Gesprächs war.

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht neben Milliardenhilfen unter anderem vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die EU wollte im Gegenzug für jeden abgeschobenen Syrer einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen. Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.