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Flüchtlinge in Mexiko - Unicef sorgt sich um Kinder in Tijuana

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Unicef ist zutiefst besorgt über die Sicherheit von mehr als 1.000 Migrantenkindern in Mexiko an der Südgrenze der USA.

Tausende Menschen aus Südamerika hoffen an der geschlossenen Grenze zwischen Mexiko und den USA auf ein besseres Leben. Besonders Kinder leiden unter der ungewissen Situation.

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"Diese Kinder haben nur begrenzten Zugang zu Nahrung, Bildung, psychosozialer Unterstützung und Gesundheitsversorgung", heißt es in einer Erklärung von Unicef. Zusätzlich seien sie von Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel in den überfüllten Lagern an der Grenze bedroht. Diese Gefahren lauerten, nachdem sie bereits vor Gewalt, Erpressung und Armut aus ihren Heimatländern im nördlichen Mittelamerika geflohen seien. "Ein Kind ist in erster Linie ein Kind, unabhängig von seinem Migrationsstatus", so das Hilfswerk.

Unicef fordert Asylverfahren für Kinder

Unicef fordert alle Regierungen auf, sicherzustellen, dass entwurzelte Kinder rechtzeitig Zugang zu Asylverfahren haben, unabhängig davon, wie sie in das Land einreisen. Als Alternative zur Einwanderungshaft empfiehlt das Hilfswerk die Unterbringung von Familien in lokalen Gemeinden. Haft und Familientrennung seien tief traumatische Erfahrungen, die ernste Langzeitfolgen verursachen könnten.

Grenzregion zu USA: Tijuana - Mexiko - Los Angeles - USA
Grenzregion zu USA: Tijuana - Mexiko - Los Angeles - USA
Quelle: ZDF

Das Essen ist knapp, sanitäre Anlagen gibt es zu wenige und es bleibt nur das Warten: Nach rund zwei Wochen in einer Notunterkunft an der US-Grenze haben Dutzende Migranten aus Mittelamerika aufgegeben und freiwillig die Rückreise aus Mexiko in ihre Heimatländer angetreten. Eine Gruppe von 105 Menschen sei in einem Flugzeug der Bundespolizei ausgeflogen worden, teilte die mexikanische Migrationsbehörde auf Twitter mit. In welche Länder die Migranten gebracht wurden, erklärte die Behörde nicht.

Monatelange Wartezeit

Der Großteil der Menschen, die sich in einer sogenannten Migranten-Karawane derzeit in der Grenzstadt Tijuana befinden, stammt aus Honduras. Doch andere wollen nicht aufgeben. "Zurückkehren, ich kehre nicht zurück", sagte Karla Lorena Sierra. "Ich werde Asyl beantragen, ich ordne gerade meine Papiere dafür", so die Honduranerin. Viele der Rückkehrer hätten keine Familienmitglieder in den USA gehabt, die sie bei dem Antrag unterstützen könnten, erklärt die Frau, die mit ihrem Ehemann und drei Kindern in der Migranten-Herberge in der Sportanlage "Benito Juárez" wohnt. Eine Migrantin, die nur Najil genannt werden möchte, sagte, die Lage in Tijuana sei schwierig. "Es ist ein bisschen kompliziert, weil so einige Leute warten", erklärt die Frau aus Honduras. Auch sie hofft auf Asyl in den Vereinigten Staaten.

Die Migranten haben die US-Grenzbehörden gebeten, mehr Asylanträge pro Tag anzunehmen und zu bearbeiten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) werden täglich zwischen 30 und 70 Anträge bearbeitet. Rund 2.000 Anträge seien noch ausstehend, so AI. Die Wartezeit für die Menschen kann sich auf Monate ausdehnen.

28 Toiletten für 6.000 Menschen - Hungerstreik geplant

Derweil verschlechtern sich die Zustände in "Benito Juárez". Dort sind nach aktuellen Zahlen derzeit mehr als 6.000 Menschen untergebracht. Sie schlafen im Freien. Die Menschen teilen sich 28 Toiletten, auch Waschmöglichkeiten sind nicht ausreichend vorhanden. Zudem erreichen jeden Tag weitere Migranten Tijuana. Die Menschen fliehen vor der Gewalt und Armut in Mittelamerika. Yanira, die aus El Salvador kommt und nur ihren Vornamen nennen möchte, erklärt, die Situation in der Unterkunft sei schwierig - aber sie wolle warten, um Asyl in den USA beantragen zu können. Sie habe bereits eine Nummer, um ihren Antrag zu einem unbestimmten Zeitpunkt abgeben zu können. "Auch wenn es uns schlecht geht", sagt die Frau, "wir müssen warten."

Einige der Migranten aus Honduras in der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana planen offenbar einen Hungerstreik, um politisches Asyl in den USA zu erzwingen. Wie die Zeitung "Frontera" berichtet, will ein Teil von ihnen in den nächsten Tagen darüber entscheiden. Neben den mehr als 6.000 Migranten im Übergangslager Benito Juarez in Tijuana befinden sich weitere 2.000 Flüchtlinge in Mexicali. Die humanitären Zustände werden als katastrophal beschrieben. Für heute sind Regenfälle angesagt, denen die Migranten auf dem offenen Sportplatz weitgehend schutzlos ausgeliefert sind.

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