Sie sind hier:

Großeinsatz in Ellwangen - Polizei fasst flüchtigen Togolesen

Datum:

Beim Großeinsatz in der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen hat die Polizei den nach der gewaltsam verhinderten Abschiebung gesuchten Togolesen gefasst. Der Mann sei in Gewahrsam.

Polizeieinsatz im Flüchtlingsheim - Polizisten in Schutzanzügen gehen am 3.5.2018 an Polizeiwagen vorbei
Großeinsatz beim Polizeieinsatz im Flüchtlingsheim von Ellwangen. Quelle: dpa

Die Polizei hat den gesuchten 23 Jahre alten Asylsuchenden aus Togo bei ihrer Großrazzia in der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen (Baden-Württemberg) gefunden und identifiziert. Er und andere 17 Bewohner, die nach Polizeiangaben in der Vergangenheit wiederholt als Unruhestifter aufgefallen waren, sollen in andere Landeserstaufnahmeeinrichtungen verlegt werden.

In der Nacht zum Montag hatten gut 150 Flüchtlinge in der Einrichtung im schwäbischen Ostalbkreis gewaltsam die Abschiebung des Mannes verhindert, dessen Asylantrag abgelehnt worden war. Die Beamten hatten den Mann bereits zum Streifenwagen gebracht, mussten den Einsatz aber nach Polizeiangaben wegen des "aggressiven und drohenden Verhaltens" Dutzender Bewohner des Flüchtlingsheims abbrechen und den Mann wieder freilassen.

Rückkehr mit Großaufgebot

Am Donnerstag rückte die Polizei dann in aller Frühe mit einem Großaufgebot von einigen hundert Beamten und der Unterstützung von Rettungskräften in Ellwangen an. Bei dem Einsatz wurden insgesamt 27 Personen in Gewahrsam genommen, wobei das laut Polizei nicht notwendigerweise bedeutet, dass diese Leute auch alle straffällig geworden seien. Zu Berichten, mehrere Personen seien verletzt worden und einige Flüchtlinge seien aus Fenstern gesprungen, machte die Polizei keine Angaben.

"Solche Maßnahmen zur Trennung von Unruhestiftern haben bereits in der Vergangenheit zum Erfolg der Befriedung in der Landeserstaufnahmeeinrichtung geführt", teilte die zuständige Polizei in Aalen mit. Der Togolese soll nach dem Dublin-Abkommen nach Italien zurückgeführt werden.

Mehrere Ermittlungsverfahren

Die Polizei hat ihren Großeinsatz in der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) in Ellwangen als notwendig bezeichnet. "Wir hatten in der LEA Hinweise auf Strukturen, die behördliche Maßnahmen unterbinden wollen", sagte Vizepräsident des Aalener Polizeipräsidiums, Bernhard Weber, auf einer Pressekonferenz in Ellwangen.

"Es hat die Gefahr eines rechtsfreien Raumes bestanden - das können und wollen wir nicht zulassen", begründete Weber das massive Aufgebot und das rigorose Vorgehen der Polizei. Ein Ziel des Einsatzes sei gewesen, diese Strukturen aufzubrechen. Gegen zahlreiche Verdächtige werde vorgegangen, etwa wegen Drogenbesitzes oder Widerstands gegen die Polizei. Waffen seien zwar gesucht, aber nicht gefunden worden.

Stichwort: Landeserstaufnahmeeinrichtung

Bundesinnenminister Horst Seehofer bezeichnete die Vorfälle von Ellwangen inwischen als "empörenden Sachverhalt" und als "Schlag ins Gesicht der rechtstreuen Bevölkerung". In einer solchen Weise dürfe "das Gastrecht nicht mit Füßen getreten werden", sagte der CSU-Chef in Berlin.

"Afrikaner sehen Polizei als Gegenspieler"

Die Polizei in Baden-Württemberg geht auch Hinweisen nach, wonach sich Asylsuchende in der Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen bei künftigen Polizeieinsätzen zusammenschließen und gegen Abschiebungen organisieren wollten. Dies sei bei der gescheiterten Abschiebung des Mannes aus dem Togo am Montag deutlich geworden. Die "Schwarzafrikaner sehen die Polizei als Gegenspieler", sagte Vizepräsident Weber.

Den vorübergehenden Rückzug der Polizei nach der gescheiterten Abschiebung am Montag hat der Einsatzleiter verteidigt. "Die Situation insgesamt war sehr angespannt, sehr aufgeheizt", erklärte Peter Hönle in Ellwangen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.