Sie sind hier:

Streik der Flugbegleiter - Lufthansa und Ufo offen für Schlichtung

Datum:

Der erste Streiktag zeigt Wirkung: Lufthansa und die Ufo wollen sich am Wochenende zu vertraulichen Gesprächen zusammensetzen.

Die Lufthansa hatte wegen des Streiks der Flugbegleiter rund 1300 Flüge abgesagt. 180.000 Passagiere sind davon betroffen. Nun geht Vorstandschef Carsten Spohr auf die Gewerkschaft UFO zu und will den Tarifstreit am Wochenende mit einer Schlichtung lösen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Der zweitägige Streik der Lufthansa-Flugbegleiter mit mehr als 1.000 Flugstreichungen bringt Bewegung in den verhärteten Konflikt des Unternehmens mit der Gewerkschaft UFO. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte sich am Donnerstag zu einer tags zuvor von UFO angeregten Schlichtung bereit.

Er deutete zudem an, dass die Lufthansa das rechtliche Vorgehen gegen die Tariffähigkeit der Gewerkschaft aufgeben könnte. "Wir sind zuversichtlich, auf dem Weg zu einer Schlichtung auch einen Weg zu finden, die bestehenden rechtlichen Fragen zu überwinden", sagte Spohr. Wie unterdessen der anhaltende Rückgang des Betriebsgewinns im dritten Quartal zeigte, käme für die von hartem Preiskampf in Europa geplagte Airline ein langer, teurer Streik zur Unzeit.

UFO zu Gesprächen bereit

Lufthansa und Ufo wollen nun in vertraulichen Gesprächen über das Wochenende ausloten, ob sie Tarifverhandlungen beginnen oder einen Schlichter anrufen. UFO äußerte sich skeptisch. "Wir werden diesen Versuch machen. Wir wissen noch nicht, ob er erfolgreich ist", sagte Sprecher Nicoley Baublies am Münchener Flughafen.

Dem Vernehmen nach soll die Schlichtungsanbahnung am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wenn wir schlichten, muss das ganze juristischen Halt haben."

Streik geht Freitag weiter

Lufthansa hatte seit Monaten dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Ufo-Sprecher Baublies nannte das Manöver eine "Kehrtwende". Man hoffe auf eine Annäherung. "Wenn's nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt", fügte der frühere Ufo-Vorsitzende hinzu.

Zunächst soll der am Donnerstag begonnene Streik aber auch den gesamten Freitag fortgesetzt werden, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies bei einer Streikversammlung in München. Man werde aber von einer Ausweitung auch auf andere Flugbetriebe des Konzerns absehen.

Flugbegleiter streiken seit Mitternacht

Seit Mitternacht streiken die Flugbegleiter bei der Lufthansa - der Ausstand soll 48 Stunden dauern. Die Lage an den großen Airports blieb aber ruhig, weil viele Passagiere frühzeitig umgebucht oder den Zug genommen haben, wie die Airline und mehrere Flughäfen berichteten.

Am Donnerstag fielen am größten deutschen Airport in Frankfurt etwa 400 und in München rund 250 Flüge aus, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Airline strich am Donnerstag und Freitag insgesamt 1.300 von insgesamt rund 2.200 Flügen der Haupt-Fluglinie Lufthansa.

Leere Lufthansa-Schalter

An den Drehkreuzen München blieben dadurch viele Maschinen am Boden. An den Lufthansa-Schaltern herrschte meist gähnende Leere mit Ausnahme der Umsteiger, die beispielsweise in Frankfurt auf einen Weiterflug hofften. Auch nach Streikende erwartet die Lufthansa für Samstag zunächst noch einige Ausfälle, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Der Airline zufolge sind rund 180.000 Passagiere vom Streik betroffen. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten.

Was die Gewerkschaft Ufo fordert

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den Streik ab.

1.300 Flüge fallen aus - Seit Mitternacht streiken die Flugbegleiter

Nach vier Jahren Ruhe streiken seit Mitternacht wieder die Flugbegleiter bei Lufthansa. 1.300 Flüge sind für heute und morgen bereits abgesagt - es könnten weitere dazukommen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.