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Nach tödlichem Unglück - Flugschreiber der Eurofighter gefunden

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Die Kollision zweier Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte löst heftige Debatten aus. Offen ist die Frage: Was war die Ursache? Nun wurden die Flugschreiber gefunden.

 Soldaten in der Nähe der Absturzstelle in Nossentin
Soldaten in der Nähe der Absturzstelle in Nossentin
Quelle: dpa

Die Bundeswehr will auch nach der Kollision zweier Eurofighter-Kampfjets nicht auf Luftkampfübungen über besiedelten Gebieten in Deutschland verzichten. Solche Flüge seien für die Einsatzbereitschaft der Besatzungen nötig, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz. "Den Flugbetrieb, um wirklich auch einsatzbereit zu sein, verlagern wir zum großen Anteil mittlerweile in den Simulator und auch ins Ausland", sagte der Generalleutnant.

Verbot der Tiefflüge in Ferienregion gefordert

Der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), sprach sich für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlauberregionen aus. "Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden", sagte Möller. Auch Landespolitiker von Linken und Grünen forderten ein Verbot oder zumindest eine kritische Prüfung der Tiefflüge.

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Die beiden Flugdatenschreiber der Eurofighter wurden inzwischen geborgen. Hunderte Bundeswehrsoldaten durchkämmten am Dienstag die Region um die Absturzstellen in Mecklenburg-Vorpommern auf der Suche nach weiteren Wrackteilen. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Nossentiner Hütte hatte in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens ein etwa halbes Meter langes Bauteil auf einem Sportplatz gefunden.

Überlebender Pilot nur leicht verletzt

Die beiden Maschinen waren am Montag in der Region Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bei einer Luftkampfübung kollidiert. Beiden Piloten gelang es noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Einer wurde von Rettungsmannschaften lebend aus einem Baum geborgen. Der zweite Pilot wurde später tot gefunden. Der überlebende Pilot stand am Dienstag kurz vor seiner Entlassung aus einem Rostocker Krankenhaus. Er gilt als erfahrener Fluglehrer mit mehr als 3.700 Flugstunden Erfahrung.

"Ich habe ihn gestern im Krankenhaus aufgesucht. Er hat lediglich ein paar Kratzer, und er wird auch heute aus dem Krankenhaus entlassen", sagte Inspekteur Gerhartz. Der Getötete, ein 27-jähriger ausgebildeter Kampfpilot, habe rund 400 Stunden Flugerfahrung gehabt, twitterte die Luftwaffe. Die beiden abgestürzten Jets gehörten zum Luftwaffengeschwader 73, das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der Eurofighter-Piloten. In dieser Woche starten von dort voraussichtlich keine Jets mehr, wie ein Sprecher sagte. Da die Unglücksursache noch unklar sei, werde der Flugbetrieb ausgesetzt.

Ministerium: Flugzeuge in gutem Zustand

Auch die Crews müssten den Vorfall erst verarbeiten. Solche Kampfjets starten normalerweise aus Laage etwa 20 Mal pro Tag. Das Gebiet, in dem sie fliegen, könne dabei jeden Tag wechseln, da es von der Deutschen Flugsicherung zugewiesen werde, hieß es. Manchmal werde wie am Montag über der Seenplatte geflogen, manchmal auch über Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Brandenburg.

Der CDU-Politiker Henning Otte verteidigte solche Übungen. "Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Deutschlandfunk. Er äußerte Unverständnis über die Forderung der Linken im Schweriner Landtag, die Luftkampfübungen zu beenden. Auch der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hält die Debatte für Unsinn: "Für die Besatzungen das Gefährlichste wäre es, nicht zu üben", sagte Bartels dem Berliner "Tagesspiegel". Das Problem sei, von dem Unglück ganz unabhängig, dass es viel zu wenig Flugstunden gebe - "über alle Flugzeuggattungen hinweg". Die Piloten müssten üben, üben, üben.

Das Verteidigungsministerium wies Spekulationen zurück, die Flugzeuge seien in keinem guten Zustand. So sei die Einsatzfähigkeit der Eurofighter heute deutlich gestiegen und liege nun bei 60 Prozent, sagte ein Sprecher. Wenn die Quote der einsatzbereiten Jets weiter Richtung 70 Prozent steige, sei Deutschland unter den besten Ländern.

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