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Pläne am Frankfurter Flughafen - Mit dem Flugtaxi von A nach B

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Mit dem Flieger ist man rasend schnell weit weg - dank Staus kann die Fahrt zum Airport aber lang werden. Flugtaxis sollen das ändern. In Frankfurt könnten sie schon bald abheben.

Archiv: Illustration Flugtaxis am Frankfurter Flughafen
Flugtaxis könnten am Frankfurter Flughafen schon in naher Zukunft abheben. (Illustration)
Quelle: andreas meinhardt/fraport/dpa

Der Flughafenbetreiber Fraport will mit dem Bruchsaler Unternehmen Volocopter überdimensional große Drohnen, sogenannte Flugtaxis, in den alltäglichen Betrieb des größten deutschen Flughafens integrieren. Erste Tests bestand ein unbemanntes Lufttaxi bereits in Dubai und am Frankfurter Flughafen, wo es sich selbständig zwischen den Hochhäusern und auf dem Gelände von Terminal 3 bewegte. In Zukunft sollen die Fluggeräte zwei Personen mit Gepäck durch die Luft transportieren können. Nun soll das Projekt in Frankfurt realisiert werden.

Flugtaxis schon 2025?

Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr zu entlasten und "für die Passagiere eine echte Alternative zu bieten", erklärt die Fraport-Unternehmenssprecherin Angelika Heinbuch. Dadurch können Reisende die überfüllten Straßen der Innenstädte umgehen und sind nicht mehr auf die Pünktlichkeit des ICE-Verkehrs angewiesen.

Einer Studie der Beratungsgesellschaft Horvarth zufolge sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Umsetzung vielversprechend. "Schon 2025 werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren", sagte Studienleiter Daniel Guffarth der dpa. Der Transport soll ohne Pilot verlaufen. Allerdings steht die Entwicklung am Anfang und müsste in den Folgejahren noch geprüft werden.

Demnach wird zunächst die Verbindung der Ziele geklärt: Momentan peilen Volocopter und Fraport eine Punkt-zu-Punkt-Zielverbindung an, "ehe sich dann aus mehreren Landestellen ein Netzwerk entwickelt", erklärt Volocopter-Sprecherin Helena Treeck.

Vor allem Frage der Haftung muss geklärt werden

Bis sich aber so ein Netzwerk etabliert hat, wird noch viel Zeit vergehen: Fraport rechnet mit einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren, ehe die Flugtaxis in den alltäglichen Betrieb aufgenommen werden. Vorerst gilt es abzuwägen, wie das Flugtaxi in die bereits bestehenden Infrastrukturen passt.

Außerdem müssen noch die EU-Kommission, die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), das Bundesamt für Luftfahrt und die jeweilige Landesbehörde bestimmte Regeln festlegen und insbesondere die Frage der Haftung klären. Laut Treeck wird aber die größte Herausforderung in der Akzeptanz der Menschen liegen: zum einen derjenigen, die im Flugtaxi sitzen, und zum anderen der Bewohner, die das Fluggerät über ihren Köpfen haben. "Deshalb wollen wir extrem stabil, leise und emissionsfrei sein, denn das Leben in der Stadt ist stressig genug", ergänzt die Volocopter-Sprecherin.

Konkurrenz schläft nicht

Die Bruchsaler Firma, an der Daimler beteiligt ist, ist aber nicht der einzige Flugtaxi-Entwickler. Bereits zu Beginn des Jahres gelang es dem US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing, einen erfolgreichen Flug mit zwei Passagieren in Virgina durchzuführen. Mit Airbus und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ruht auch der Wettbewerb in Europa nicht. Die SBB haben schon einen Vertrag mit dem deutschen Fluggerätehersteller Lillium unterzeichnet.

Allerdings sind die Fluggeräte von Lillium nicht für den Innenstadtverkehr geeignet, da sie für Langstrecken konzipiert und für die Städte zu laut sind. Volocopter-Sprecherin Treeck sieht diese Kooperation aber nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung: "Es wird aller Voraussicht nach darauf hinauslaufen, dass die Passagiere mit den Maschinen von Lillium in die Stadt gebracht werden und dann in ein Flugtaxi von Volocopter umsteigen." Das soll dann wie bei MyTaxi und dem Fahrdienst-Vermittler Uber per App abgewickelt werden. Bis dahin gibt es aber noch eine Menge zu tun.

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