Sie sind hier:

Diabetes und Fettleibigkeit - Foodwatch nimmt Coca-Cola in die Pflicht

Datum:

Coca-Cola trägt "Mitverantwortung" für Diabetes und Fettleibigkeit – so das vernichtende Urteil der Verbraucherschützer von Foodwatch. Eine Zuckersteuer für Limonaden soll her.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Coca-Cola für seine Limonaden-Vermarktung kritisiert. Der Konzern trage eine Mitverantwortung für die Zunahme von Krankheiten wie Diabetes.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Coca-Cola für die Vermarktung zuckerhaltiger Getränke heftig kritisiert. Der Weltmarktführer bei Limonaden trage auch in Deutschland eine "entscheidende Mitverantwortung" für die Zunahme von Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes, erklärte Foodwatch am Mittwoch. Der Verein forderte die Bundesregierung auf, eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke einzuführen. Eine solche Abgabe gilt von Freitag an in Großbritannien.

Krankmacher mit positivem Image

Der US-Konzern wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Übergewicht ist ein komplexes Phänomen. Einfache Antworten sind verlockend, aber sie lösen das Problem nicht", sagte Patrick Kammerer, Mitglied der Geschäftsleitung von Coca-Cola Deutschland. "Man kann Übergewicht nicht wegbesteuern." Man dürfe sich nicht nur auf ein Lebensmittel und einen Inhaltsstoff konzentrieren.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) nannte die Forderung nach einer Zuckersteuer zwar verlockend, allerdings würde damit das Problem der Fehlernährung nicht gelöst. Stattdessen sprach sie sich für eine verstärkte Aufklärung durch "Ernährungsbildung", eine Strategie zur Verringerung von Zucker, Salz und Fetten sowie eine Kennzeichnung von Lebensmitteln aus. Wichtig sei, "dass wir ausgewogen und gesund leben können", so die CDU-Politikerin.

Foodwatch beleuchtet in einem 100-seitigen Bericht das Geschäft von Coca-Cola. Der Getränkeproduzent verstehe es "wie kaum ein anderer Konzern, ein positives Image zu kreieren, auch und gerade bei jungen Menschen", sagte der Autor des Reports, Oliver Huizinga, in Berlin. Dabei seien die Zuckergetränke von Coca-Cola "flüssige Krankmacher". Fußballstars im Fernsehen und populäre Videodarsteller im Internet-Kanal Youtube sprächen besonders Kinder und Jugendliche an.

Vorwurf der Lobbyarbeit

Coca-Cola entgegnete, man investiere überproportional viel in die Werbung für Getränke ohne oder mit weniger Zucker. Man werbe zudem nicht in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter zwölf Jahren richten. Diese Selbstverpflichtung werde regelmäßig von unabhängigen Dritten überprüft.

Nach Angaben von Foodwatch zeigen 80 Prozent der unabhängig finanzierten Studien einen Zusammenhang von Übergewicht und dem Konsum von Zuckergetränken. Zuckergetränke lieferten nur "leere Kalorien" ohne wichtige Nährstoffe und ohne eine entsprechende Sättigung zu verursachen, was zu einer überhöhten Kalorienaufnahme führt.

Dagegen kämen 80 Prozent der von der Lebensmittelindustrie bezahlten Untersuchungen zu gegenteiligen Ergebnissen. Coca-Cola versuche zudem, durch Lobbyarbeit Werbeverbote und Sondersteuern zu torpedieren.

Konzern verweist auf zuckerfreie Varianten

Coca-Cola-Manager Kammerer wies darauf hin, dass der Konzern den Zuckergehalt bereits reduziere - in Europa werde er bis 2020 durchschnittlich um 10 Prozent verringert. "Für jedes klassische Erfrischungsgetränk bieten wir schon seit Jahren mindestens eine Variante ganz ohne Zucker an", ergänzte er. Ziel sei es, "dass wir bis 2025 die Hälfte unseres Absatzes mit Getränken ganz ohne Zucker oder mit weniger Zucker erzielen".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.