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Geringere Biersteuer für mehr Pubs

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Forderung vor britischer Wahl - Geringere Biersteuer für mehr Pubs

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Pubs sind in Großbritannien eines der Wahrzeichen und auch bei Touristen beliebt. Doch es gibt immer weniger Lokale. Der Branchenverband will gegensteuern.

Ein Pubbesucher trinkt in London ein Pint Bier. Archivvbild
Ein Pubbesucher trinkt in London ein Pint Bier. Archivvbild
Quelle: Andy Rain/EPA/dpa

Im Kampf gegen das Pubsterben im Vereinigten Königreich fordert die britische Getränke- und Gaststättenbranche eine niedrigere Biersteuer. "Eine geringe Steuersenkung würde die Bierpreise bezahlbar halten und Investitionen in die Branche ankurbeln", betont die British Beer & Pub Association (BBPA) in ihrem Forderungskatalog zur Parlamentswahl am 12. Dezember.

70 Prozent der verkauften Getränke in Pubs sind Biere. Mit 35 Cent pro 0,33-Liter-Flasche ist die Steuer die dritthöchste in der EU. "Sie ist elf Mal höher als beispielsweise in Deutschland", so der Verband. "EU-weit zahlen wir 40 Prozent der Biersteuer, aber trinken nur 12 Prozent des Biers." Eine Petition sei bereits von etwa 220.000 Menschen unterzeichnet worden.

BBPA: "Unerlässlich für die Wirtschaft, Kultur und Lebensart"

"Pubs und Bierbrauen sind nicht nur unerlässlich für die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs, sondern auch für unsere Kultur und unsere Lebensart", sagte BBPA-Chefin Emma McClarkin. "Die künftige Regierung muss das anerkennen und ein Umfeld schaffen, in dem sich die Branche entwickeln kann." Dazu zähle auch, die Abgabenlast für die Pubs abzubauen.

Im Vereinigten Königreich ist die Zahl der auch bei Touristen beliebten Pubs in den vergangenen 20 Jahren von rund 60.000 auf etwas mehr als 48.000 gesunken. Die BBPA macht dafür vor allem die hohen Steuern verantwortlich, aber auch veränderte Trink- und Freizeitgewohnheiten sowie das seit 2007 geltende Rauchverbot.

Kritiker: Bereits jetzt hoher Alkoholkonsum

Kritiker weisen indes darauf hin, dass im Vereinigten Königreich jeder Einwohner ab 15 Jahre bereits jetzt 9,7 Liter reinen Alkohol pro Jahr konsumiere - das entspricht etwa 108 Flaschen Wein. Das sei ein Liter mehr als der Durchschnitt der 36 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In Deutschland wurde ein noch höherer Wert von 10,9 Litern reinem Alkohol gemessen.

Der BBPA war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auf seiner Internetseite verweist der Verband darauf, dass er sich an Kampagnen für verantwortungsvolles Trinken beteiligt.

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