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Forderungen vor Bundestagswahl - Brummende Wirtschaft hat lange Wunschliste

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Der Wirtschaft geht es gut in Deutschland: Der Export boomt, der Arbeitsmarkt ist robust, vielerorts gibt es fast Vollbeschäftigung. So spielen Wirtschaftsthemen in diesem Wahlkampf keine Hauptrolle. Dabei hat die Wirtschaft klare Erwartungen an die Politik nach der Wahl.

In wenigen Tagen steht die Bundestagswahl an. Die Erwartungen sind groß, auch die der Wirtschaft. So fordert der Bund der deutschen Industrie: Die Politik müsse mehr wagen. Dabei geht es um Themen wie Steuern, Energie und Digitalisierung.

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Dirk Martins Firma wächst. 20 offene Stellen hat das Software-Unternehmen "PMCS.helpLine" aus dem hessischen Bad Camberg zurzeit. Der Fachkräftemangel sei ein Problem, berichtet der Geschäftsführer und Unternehmensgründer. Auch deshalb fordert Martin von der Politik, mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun: "Wir würden gerne mehr Leute einstellen, die heute Teilzeit arbeiten müssen. Da wäre es wichtig, mehr Ganztagsbetreuung für Kitas sowie für die Schule zu bekommen. Das würde uns helfen", sagt der Vorsitzende der hessischen Familienunternehmer.

Mehr öffentliche Investitionen

Die Unternehmen verlangen von der Politik nach der Wahl mehr öffentliche Investitionen: in Kitas, Infrastruktur und die Digitalisierung. Denn die gute Wirtschaftslage sei kein "Freifahrtschein zum Ausruhen", meinen Unternehmensvertreter. "Der Staat hat viel Geld. Er muss es dafür einsetzen, dass der Wirtschaftsstandort stark und erfolgreich bleibt.

Das heißt: Steuern runter. Mehr Straßen. Mehr Brücken. Mehr Schienenwege und ein Ende für die Verteuerung von Strom zu Lasten der deutschen Industrie", betont Clemens Christmann von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

Baustelle Energiewende

Drängendes Problem für die verarbeitende Industrie: die hohen Strompreise. Sie hätten sich mittlerweile zu einem echten Standortnachteil entwickelt. "EEG-Umlage, Netzentgelte, Stromsteuer und weitere Umlagen machen inzwischen für die Industrieunternehmen rund 80 Prozent der Stromkosten aus. Sie sind inzwischen vier Mal so hoch wie der eigentliche Strompreis", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

So fordern Industrie und Handel eine Entlastung bei der Ökostrom-Umlage durch den Staat. Es gehe um Belastungen von rund 35 Milliarden Euro in diesem Jahr. So fordert der DIHK Teile der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren.

Baustelle Digitalisierung

"Wir wollen nicht im Technikmuseum enden mit Deutschland", sagte kürzlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz möchte die Zuständigkeit für die Digitalisierung im Bundeskanzleramt bündeln. Dass die Digitalisierung massive Relevanz hat - darin sind sich alle Parteien einig.

Auch für Dirk Martin ist die Digitalisierung eine Kernaufgabe der Politik nach der Wahl. "In einigen Gegenden Hessens sind die Internetverbindungen noch immer so schlecht, dass man sich in der Zeit, in der sich eine Internetseite aufbaut, noch in Ruhe einen Kaffee kochen kann", meint er. Deshalb fordert der Unternehmer vor allem mehr Investitionen in den Breitbandanschluss und einen eigenen Minister für Digitalisierung.

Weniger Steuern und mehr Investitionen - das wünscht sich die Wirtschaft. Auch wenn beides für die Politik schwer zu erfüllen sein wird.

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