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Wahlanalyse - SPD bei Bremer Bürgerschaftswahl ohne Strahlkraft

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Nach 73 Jahren SPD gewinnt die CDU die Bremen-Wahl. Wen die Bremer aber im Rathaus sehen wollen, wo Gewinne und Verluste besonders hoch ausfallen - alles in unserer Analyse.

Stimmabgabe in Bremer Wahllokal
Stimmabgabe in Bremer Wahllokal
Quelle: dpa

Hinweis: Es handelt sich um eine Analyse, die auf einer telefonischen Vorwahl-Befragung der Forschungsgruppe Wahlen basiert.

Wen wünschen die Bremer sich als Bürgermeister?

Der SPD fehlte diesmal ein Zugpferd. Mit Carsten Sieling (SPD) konnte ein vergleichsweise unauffälliger Bürgermeister kaum Strahlkraft entwickeln und sich keinen Amtsbonus erarbeiten. So sprechen sich bei der Frage nach dem gewünschten Bürgermeister zwar mehr Befragte für Sieling (46 Prozent) als für Carsten Meyer-Heder von der CDU (34 Prozent) aus, (sieben Prozent keinen von beiden und 13 Prozent kenne nicht/weiß nicht). Sein Vorgänger Jens Böhrnsen (SPD) kam vor vier Jahren jedoch auf 65 Prozent gegenüber 18 Prozent für Elisabeth Motschmann (CDU).

Carsten Sieling (SPD) wird auf der +5/-5-Skala mit 1,1 viel schwächer beurteilt als damals sein Amtsvorgänger Böhrnsen (2,1). Umgekehrt schneidet Carsten Meyer-Heder (CDU) mit 0,8 wesentlich besser ab als die damalige CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann (minus 0,3). Im Kandidatenvergleich wird Sieling zwar mehr zugetraut (mehr Sachverstand, sympathischer, glaubwürdiger, eher bürgernah), doch viele sehen keinen Unterschied zwischen dem amtierenden SPD-Bürgermeister und dem Quereinsteiger von der CDU.

"Wen hätten Sie lieber als Regierungschef?"

Wer soll die neue Regierung führen?

Trotz der überall erkennbaren Schwäche der SPD wünscht sich eine Mehrheit (53 Prozent) einen SPD-geführten Senat, 37 Prozent sprechen sich für einen CDU-geführten aus. In der Detailbetrachtung findet allerdings keines der denkbaren Koalitionsmodelle bei der Mehrheit der Wähler eine Unterstützung.

Wie wird der Senat bewertet?

Abgesehen vom politischen Spitzenpersonal verliert die Bremer SPD mit 0,7 (2015: 1,6) auf der +5/-5-Skala stark an Parteiansehen, die Grünen (0,8; 2015: 0,5) werden genau wie die CDU (0,5; 2015: 0,0) etwas besser beurteilt als vor vier Jahren. Die rot-grüne Senatsarbeit insgesamt wird nur leicht positiv bewertet (0,2), im Detail sowohl die SPD als auch die die Grünen mit 0,3. Die CDU in der Opposition kommt ebenfalls auf 0,3.

"Bewertung der Regierung aus SPD und Grünen"

Wem schreiben die Bremer Lösungskompetenzen zu?

Auch bei den zentralen Themen hat die SPD erheblich an Kompetenzzuschreibung eingebüßt. Beim wichtigsten Thema in Bremen, "Bildung und Schule", wird der CDU (28 Prozent) mehr zugetraut als SPD (18 Prozent), Grünen (14 Prozent) und Linke (elf Prozent). Beim zweitwichtigsten Thema "Verkehr" liegen Grüne (27 Prozent) und CDU (25 Prozent) praktisch gleichauf, auf die SPD entfallen nur 15 Prozent. Beim drittwichtigsten Thema "Wohnungsmarkt" macht die SPD (28 Prozent) nach Ansicht der Bremer die beste Politik vor CDU (18 Prozent) und Linke (15 Prozent).

"Welche Partei löst die Probleme am besten?"

Wo fallen die Gewinne und Verluste besonders hoch aus?

Die SPD verliert bei Wählern jeden Alters stark, bei den ab 60-Jährigen kommt sie auf ihr relativ bestes Ergebnis innerhalb der Altersgruppen (33 Prozent). Die CDU ist in allen Altersgruppen fast gleichauf oder stärker als die SPD. Bei den 45- bis 59-Jährigen (plus neun) sowie den Wählern ab 60 Jahren (plus sieben) legt sie sichtbar zu, bei den unter 30-Jährigen hingegen verliert die Union (minus drei). Die Grünen punkten vor allem bei unter 45-Jährigen, wo sie stärkste Partei werden.

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