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Nach Strache-Rücktritt - Norbert Hofer zum neuen FPÖ-Chef gewählt

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Zwei Wochen vor der Nationalratswahl in Österreich hat die rechte FPÖ Norbert Hofer zum neuen Parteichef gewählt. Der Strache-Nachfolger gibt sich kämpferisch.

Norbert Hofer spricht auf dem Bundesparteitag der FPÖ in Graz
Norbert Hofer erzielt auf dem Parteitag 98,25 Prozent der Stimmen.
Quelle: dpa

Zwei Wochen vor der Nationalratswahl in Österreich hat die FPÖ auf ihrem Parteitag in Graz Norbert Hofer zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 48-Jährige erhielt 98,25 Prozent der Stimmen. In seiner Rede machte Hofer deutlich, dass er die Partei zur stärksten Kraft in Österreich machen wolle. "Ich trete nicht als Bundesparteiobmann für eine Partei an, die sich auf Dauer mit dem zweiten oder dritten Platz zufriedengibt", sagte Hofer.

Der ehemalige Verkehrsminister übernimmt die Partei damit nun auch offiziell von seinem Vorgänger Heinz-Christian Strache. Dieser war am 18. Mai nach der Veröffentlichung des "Ibiza-Videos" als Vizekanzler und auch als Parteichef zurückgetreten.

Wolf im Schafspelz?

Hofer gilt als das freundliche Gesicht der Partei und stellte damit in den vergangenen Jahren einen Gegenpol zu Akteuren wie Strache oder Ex-Innenminister Herbert Kickl dar.

Beobachter der österreichischen Politik bezweifeln aber, dass die FPÖ mit ihm an der Spitze eine grundsätzlich gemäßigtere Haltung annehmen wird - vor allem für den Fall, dass die FPÖ nach der Wahl in die Opposition gehen sollte. "Dann wird Hofer vermutlich auch wieder schärfere Töne anschlagen", sagt etwa Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle.

Wie geschlossen steht FPÖ hinter Hofer?

Die Wahl des neuen FPÖ-Vorsitzenden ist nötig, weil Strache nach der Veröffentlichung des "Ibiza-Videos" als Parteichef und Vizekanzler zurückgetreten war. Das im Sommer 2017 heimlich aufgenommene Video zeigt ein Gespräch von Strache mit einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte. Strache stellte der Frau dabei wirtschaftliche Vorteile im Gegenzug für Spenden an die FPÖ in Aussicht. Nach Straches Rücktritt brach die gesamte ÖVP-FPÖ-Koalition zusammen. Am 29. September finden in der Alpenrepublik Neuwahlen statt.

Strache hatte die FPÖ gut 14 Jahre lang angeführt. Als er die Partei 2005 übernahm, lag sie bei wenigen Prozent Zustimmung. Inzwischen haben die Rechtspopulisten viele Stammwähler und erreichten bei bundesweiten Wahlen seit 2008 nie weniger als 17 Prozent.

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