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Sturm "Herwart" - Havarierter Frachter: Sorge ums Wattenmeer

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Der vor Langeoog havarierte Frachter hält Bergungsteams und Umweltschützer in Atem. Noch konnte er nicht freigeschleppt werden. Der Bahnverkehr indes rollt nach dem Sturm wieder.

Das Sturmtief „Herwart“ hat erhebliche Schäden angerichtet.

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Die Bergung des vor Langeoog gestrandeten Frachters "Glory Amsterdam" zieht sich hin. Sturm "Herwart" hatte den Schüttgutfrachter auf eine Sandbank getrieben. Schlepper sollten das 225 Meter lange Schiff ursprünglich am Montagabend bei Hochwasser befreien. Doch das Havariekommando musste seine Pläne ändern, weil die Wassertiefe nicht ausreichte. "Der Einsatz von großen Schleppern ist derzeit nicht möglich. Die Wassertiefe um den Havaristen ist zu gering", hieß es in einer Mitteilung des Bergungsteams. Die Experten suchten fieberhaft nach einer Alternative. Noch ist unklar, wann das Freischleppen starten kann.

Umweltschützer besorgt

Die Umweltorganisation WWF äußerte sich besorgt. In den Treibstofftanks des unter panamaischer Flagge fahrenden Schiffs befinden sich gut 1.800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel. Das Schweröl sei "ein erhebliches Risiko für den Nationalpark Wattenmeer, in dem der Unglücksfrachter liegt", warnte WWF-Experte Hans-Ulrich Rösner. Die deutschen Kutter- und Küstenfischer befürchten, dass austretendes Öl die Fanggebiete über Monate verschmutzen könnte. Ein Flugzeug kontrolliert in regelmäßigen Abständen, ob aus dem Schiff Schadstoffe austreten. "Bisher konnten keine festgestellt werden", so die Experten.

Der Frachter war am Sonntag während des Sturms "Herwart" stundenlang mit zwei ausgebrachten Ankern manövrierunfähig im Meer getrieben. Schlepper versuchten vergeblich, die "Glory Amsterdam" von der Sandbank vor Langeoog fernzuhalten. Doch die Schleppleine riss bei bis zu sieben Meter hohen Wellen immer wieder. Das Schiff lief schließlich auf Grund. Erste Versuche, den Frachter wieder ins Fahrwasser zu schleppen, waren wegen des widrigen Wetters fehlgeschlagen. Alle 22 Menschen an Bord des Havaristen sind den Angaben zufolge unverletzt. Das Havariekommando schickte ein Team an Bord, das die Besatzung wegen Seekrankheit behandelt.

Vor allem in Nord- und Ostdeutschland richtet Sturmtief "Herwart" erhebliche Schäden an.

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Bahn kommt wieder in Gang

Der Bahnverkehr rollt nach dem Herbststurm derweil auf den meisten Strecken wieder - obgleich noch mit Verspätungen. Als letzte Hauptstrecke gab die Bahn die Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder frei. Dort war ein Baum in eine Oberleitung gestürzt. Die Reparatur dauerte länger als erwartet. Im Regionalverkehr im Osten und Norden waren am Montag noch einige Abschnitte gesperrt, in Schleswig-Holstein etwa zwischen Itzehoe und Elmshorn. Nur eingleisig befahrbar blieben vorerst die Strecken von Berlin nach Stralsund und nach Rostock. Auf der Route zwischen Hannover und Berlin fuhren wieder Züge, ebenso auf den Trassen Hannover-Magdeburg, zwischen Berlin und Dresden, sowie Münster und Norddeich. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Nach einem Bootsunglück in Mecklenburg-Vorpommern mit bisher zwei Toten wird einer der Gekenterten weiter vermisst. Die Urlauber waren trotz Sturmwarnung mit einem kleinen Motorboot auf den aufgewühlten Peenestrom hinausgefahren und gekentert. Am Wochenende war auch ein Camper an der Nordsee im Sturm ertrunken. Ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland wurde in Prangendorf in Mecklenburg-Vorpommern tot unter einem umgestürzten Hochsitz aufgefunden. Der Sturm könnte den Hochsitz umgerissen haben. Damit wäre der Jäger in Deutschland das vierte Todesopfer des Herbststurms.

Experten schätzen, dass "Herwart" die Versicherer in Deutschland rund 250 Millionen Euro kosten könnte. Das ergibt sich aus einer Modellrechnung der Kölner Beratungsgesellschaft MSK, die Kosten von Stürmen in Deutschland beziffert. Zusammen mit Sturmtief "Paul" vom Juni liege die Schadenbelastung der Versicherungswirtschaft in diesem Jahr "schon bei über einer Milliarde Euro", sagte MSK-Aktuar Onnen Siems. "Und die Wintersturmsaison hat gerade erst begonnen."

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