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Neuer Mobilfunkstandard - Die 5G-Auktion: Fragen und Antworten

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5G gilt als die Zukunft der Mobilfunkbranche. Heute werden die Lizenzen für das deutsche Netz versteigert. Fragen und Antworten rund um die Auktion.

Was soll 5G können?

5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration. Für die Übertragung von Daten bietet es eine Höchgeschwindigkeit von zehn Gigabit pro Sekunde - hundertmal schneller als der aktuelle LTE-Standard. Außerdem verspricht das 5G-Netz eine kürzere Laufzeit der Daten, nahezu in Echtzeit. Außerdem können im 5G-Netz viel mehr Geräte gleichzeitig genutzt werden.

Vor allem für die deutsche Industrie ist 5G wichtig und der Schlüssel zu vielen Entwicklungen - etwa für autonomes Fahren, Präzisions-Roboter oder die Telemedizin. Für Privatkunden spielt 5G eine geringere Rolle. Die meisten mobilen Anwendungen funktionieren auch gut im derzeit schnellsten kommerziell angewandten Standard, 4G oder LTE. Das LTE-Netz in Deutschland ist allerdings lückenhaft. 5G soll vor allem dann helfen, wenn viele Menschen zusammenkommen und gleichzeitig im Internet surfen. Smartphone-Hersteller haben bereits Geräte angekündigt, die den 5G-Standard unterstützen. Wann diese auf den Markt kommen, ist noch offen.

Welche Frequenzen werden versteigert?

Heute werden 41 Frequenzblöcke angeboten, die in vergleichsweise hohen Bereichen liegen, also solche bis 2 Gigahertz, 3,6 und 3,7 Gigahertz. Diese Frequenzen haben keine großen Reichweiten. Mit ihnen können circa fünf Kilometer überbrückt werden, wenn kein Hindernis wie ein Baum oder ein Haus im Weg steht.

Wie läuft die Auktion ab?

Die Versteigerung läuft ab zehn Uhr in Mainz, dem Technikstandort der Bundesnetzagentur. Die Vertreter der beteiligten Telekommunikations-Unternehmen sitzen in abgeschirmten Räumen im Dienstgebäude der Agentur. In ein gesichertes Netzwerk, ohne Verbindung zum Internet, geben sie dann ihre Gebote ab. Dafür haben sie eine Stunde Zeit. Währenddessen dürfen die Vertreter nur über eine gesicherte Leitung mit ihren Konzernzentralen Kontakt aufnehmen. Für alle Anbieter sollen die gleichen Chancen gelten, um Lizenzen zu ersteigern. Nach Ablauf der Stunde veröffentlicht die Bundesnetzagentur, wer der höchste Bieter für die jeweiligen Frequenzblöcke war. Dann geht es in die nächste Runde, diese startet spätestens um 17:30 Uhr. Die Bundesnetzagentur will die Ergebnisse der Auktion zeitnah online veröffentlichen.

Wer bietet mit?

Bei der Auktion werden die großen Telekommunikations-Unternehmen in Deutschland mitbieten. Das sind die Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2). Daneben wird auch Drillisch, ein Tochterunternehmen von United Internet (1&1) bei der Auktion dabei sein.

Wie viel kostet eine Lizenz?

Das Mindestgebot für eine Lizenz liegt zwischen 1,7 und fünf Millionen Euro. Jeder Bieter kann so viele Frequenzblöcke ersteigern, wie er möchte. Es wird erwartet, dass bei der Versteigerung ein Erlös von drei bis fünf Milliarden Euro zusammenkommt. Mit diesem Geld soll ein Investitionsfonds eingerichtet werden, der für den Ausbau der digitalen Infrastruktur gedacht ist. So will es der Koalitionsvertrag von SPD und Union.

Was wird von den Anbietern erwartet?

Bereits im Vorfeld der Versteigerung gab es juristischen Streit darüber, zu welchen Bedingungen die Bieter Frequenzen besitzen können. Die Telekom, Telefónica und Vodafone hatten gegen die Bundesnetzagentur geklagt. Die Agentur hatte Versorgungsauflagen an den Kauf der Lizenzen geknüpft, die den Telekommunikations-Unternehmen zu streng waren. Zu diesen Auflagen gehört unter anderem, dass die Käufer bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer schnellen Datenverbindung versorgen müssen. Dieselbe Auflage gilt für wichtige Bundesstraßen, wichtige Schienenwege und alle Autobahnen. Außerdem sind die Frequenzinhaber dazu verpflichtet, mit anderen Wettbewerbern, die das Mobilfunknetz gegen Entgelt mitnutzen wollen, über eine Kooperation zu verhandeln. Das Kölner Verwaltungsgericht wies den Eilantrag der Netzanbieter in der vergangenen Woche ab.

Welche Probleme gibt es mit Huawei?

Der chinesische Telefonanbieter Huawei spielt für den praktischen Ausbau des Funknetzes eine wichtige Rolle. Huawei ist ein möglicher Lieferant für Bauteile. Allerdings wird das Unternehmen von den USA und anderen Ländern kritisiert, weil es angeblich den chinesischen Behörden zu nahe stehe. Deswegen gibt es Sicherheitsbedenken. Die USA haben bereits angedroht, die Zusammenarbeit mit deutschen Geheimdiensten einzuschränken, sollte Huawei am Aufbau des neuen 5G-Netzes beteiligt werden. Die Bundesnetzagentur plant nun, in einem Sicherheitskatalog Bedingungen für die Lieferanten der Bauteile festzulegen. Diese sollen "vertrauenswürdig" sein und die "nationalen Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz" ohne Zweifel einhalten müssen. Sollte Huawei völlig vom Aufbau des Netzes ausgeschlossen werden, müssen die Telekommunikations-Unternehmen sich vielleicht auf höhere Kosten einstellen. Die Technik der Chinesen gilt als billiger. Vodafone, die Telekom und Telefónica haben in ihren Netzen bereits chinesische Technik verbaut.

Wie geht es nach der Versteigerung weiter?

Die Versteigerung aller Lizenzen kann sich über Tage oder vielleicht sogar Wochen hinziehen. Danach wird 5G das LTE-Netz nicht ablösen, weil dieses Netz die Grundlage für 5G bildet. Die Mobilfunkanbieter werden das LTE-Netz auch weiterhin noch massiv ausbauen. 5G wird es in Zukunft wahrscheinlich auch nicht flächendeckend geben, wegen der kurzen Reichweiten der Frequenzen, die heute versteigert werden.

Schadet 5G der Gesundheit?

Ein weiteres Thema ist die Funkstrahlung, die durch das 5G-Netz entsteht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND geht davon aus, dass "5G zu einer massiven Zunahme von Zwangsexposition durch Funkstrahlung" führen wird. Das Bundesamt für Strahlenschutz fordert einen "umsichtigen Ausbau". Die Möglichkeit, dass durch Mobilfunkstrahlung ein erhöhtes Krebsrisiko besteht, kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Bisher ist aber noch kein eindeutiger Zusammenhang bewiesen worden. Schwierigkeiten könnten Menschen bekommen, die "Mikrowellensyndrom" haben, also empfindlich auf Strahlung reagieren und von ihr Migräne, Schmerzzustände und Depressionen bekommen. Das betrifft circa sechs bis acht Prozent der Bevölkerung. Einige Ärzte hatten im Oktober 2018 Verkehrsminister Andreas Scheuer in einem offenen Brief vor den Gefahren für diese elektrosensiblen Menschen gewarnt.

Von 1G zu 5G

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