Wer sind die Uiguren?

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Fragen und Antworten - Wer sind die Uiguren?

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Die "China Cables" haben die Verfolgung und Internierung von Uiguren enthüllt. Wer sind die Uiguren, wo leben sie und worin besteht ihr Konflikt mit der chinesischen Regierung?

Junge Männern der Volksgruppe der Uiguren an der Seidenstraße, China
Die Uiguren sind eine Minderheit in China.
Quelle: picture alliance/imageBROKER

Wer sind die Uiguren?

Die Uiguren sind nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit rund zehn Millionen Angehörigen die zweitgrößte muslimische Bevölkerungsgruppe in China. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt. Von den herrschenden Han-Chinesen fühlen sie sich wirtschaftlich, politisch und kulturell unterdrückt.

Wo leben die Uiguren?

Schätzungsweise zehn Millionen Uiguren leben im Norden Chinas, die meisten in der autonomen Region Xinjiang. Nach ihrer Machtübernahme 1949 hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan China einverleibt. Die Uiguren in der Region gelten als eine der Minderheiten in der chinesischen Bevölkerung.

Infokarte: Uigurengebiet in der Region Xinjiang in China
Die Uiguren leben hauptsächlich in der Region Xinjiang in China.
Quelle: ZDF

Was ist der Konflikt zwischen den Uiguren und der chinesischen Regierung?

Die Regierung in Peking wirft uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor. Das Vorgehen gegen die Volksgruppe hat sich unter Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping noch verschärft. So hat China in den vergangenen Jahren auch mithilfe modernster Technologie die Überwachung der Minderheit massiv ausgeweitet.

Was sind die "China Cables"?

Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ), ein globales Netzwerk aus Reportern und Medienanstalten, die gemeinsam an investigativen Projekten arbeiten, hat die "China Cables" ausgewertet und veröffentlicht. Es handelt sich um geheime Dokumente der Kommunistischen Partei Chinas. Zu den "China Cables" gehören eine Anleitung zum Betrieb von Lagern, vier Bekanntmachungen zu der Überwachungsdatenbank sowie das Urteil gegen einen Uiguren.

Was steht in den "China Cables"?

Die "China Cables" zeigen, dass die in Peking als "Weiterbildungseinrichtungen" bezeichneten Lager in Wirklichkeit streng bewachte Einrichtungen zur Umerziehung sind. Auch widerlegen sie wiederholte Aussagen der chinesischen Regierung, wonach der Aufenthalt darin freiwillig sei. Nach Schätzungen von Menschenrechtlern sind Hunderttausende bis eine Million Uiguren in solche Umerziehungslager gesteckt worden - in der Regel für mindestens ein Jahr, wie aus den geheimen Dokumenten hervorgeht.

China-Cables
Als "China Cables" wurden geheime Dokumente der Kommunistischen Partei von Journalisten veröffentlicht.
Quelle: ap

Die Unterlagen zeigen zudem, wie Uiguren gezielt überwacht werden und eine große Datenbank alle möglichen Informationen sammelt, um Verdächtige zu ermitteln. Im Ausland nutzt China seine Botschaften und Konsulate, um Uiguren zu bespitzeln. Wenn Verdächtige wieder nach China einreisten, würden sie interniert.

Wie reagierte die Bundesregierung?

Die Bundesregierung fordert von Peking Zugang internationaler Experten zu den umstrittenen Lagern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, dem Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen müsse ungehinderter Zugang zu den Einrichtungen gewährt werden. "Das sind Berichte, die uns in höchster Weise besorgen", sagte Seibert.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, Berlin befinde sich "seit geraumer Zeit" mit der chinesischen Regierung "zu dem Thema Uiguren immer wieder in sehr ernstem Gespräch". Dabei gehe es auch darum, dass die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung die Region besuchen könne. "Wir fordern die chinesische Regierung natürlich weiterhin dazu auf, die Menschenrechtssituation dort, die eklatant schlecht ist, zu verbessern", sagte die Ministeriumssprecherin.

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