Sie sind hier:

Verdampfer im Trend - Wie gefährlich sind E-Zigaretten?

Datum:

Eine rauchen? Nein, dampfen. Immer mehr Raucher steigen um auf E-Zigaretten. Wie schädlich die Verdampfer sind, ist noch unklar: Fragen und Antworten zur Situation hierzulande.

Ein Mann raucht eine E-Zigarette.
Ein Mann raucht eine E-Zigarette.
Quelle: Robert F. Bukaty/AP/dpa

In den USA leiden immer mehr Raucher von E-Zigaretten an einer mysteriösen Lungenkrankheit. Inzwischen sind mehr als 530 Fälle bekannt, sechs Todesfälle wurden gemeldet. Die Betroffenen in den USA rauchten in den meisten Fällen THC oder THC zusammen mit Nikotin. Auch wenn das Phänomen bislang hierzulande nicht auftritt, lohnt ein Blick auf die Situation in Deutschland. Antworten auf einige grundsätzliche Fragen:

Wie funktionieren E-Zigaretten?

Eine E-Zigarette und sogenannte Liquids.
Eine E-Zigarette und sogenannte Liquids.
Quelle: Sven Hoppe/dpa

Bei einer E-Zigarette wird eine aromatisierte Flüssigkeit, die auch Liquid genannt wird - erhitzt. Der Nutzer inhaliert das sogenannte Aerosol, das aus winzigen Partikeln besteht. Gängige E-Zigaretten arbeiten mit einem akkubetriebenen Verdampfer. Dessen Design unterscheidet sich je nach Hersteller. Das Liquid wird ebenfalls auf verschiedene Weise zugeführt: Manche Modelle haben etwa aufsteckbare Behälter, andere funktionieren mit nachfüllbaren Tanks.

Woraus bestehen die Liquids?

Die meisten in Deutschland konsumierten Liquids enthalten Nikotin und fallen unter die Tabakerzeugnisverordnung. Danach müssen alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils auf der Packung aufgelistet werden. Die Haupt-Bestandteile der nikotinhaltigen Liquids sind: das wasserbindende Propylenglykol und/oder der Zucker-Alkohol Glyzerin sowie Aromen und eben Nikotin. In Deutschland dürfen nicht mehr als 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter Liquid enthalten sein. Und der Nachfüllbehälter für das Liquid darf ein Volumen von höchstens zehn Millilitern haben.

Übrigens: Nikotinfreie Liquids fallen nicht unter die tabakrechtlichen Vorschriften. Sie dürfen aber - wie nikotinhaltige - nicht an Minderjährige verkauft werden, so das Jugendschutzgesetz.

Wie gesundheitsschädlich sind E-Zigaretten?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schreibt in einem Faktenblatt Ende 2018: "Im Vergleich zu Tabakzigaretten sind E-Zigaretten zwar sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich, dennoch sind sie keine harmlosen Life-Style-Produkte."

Wegen der unbekannten langfristigen Auswirkungen sollten Nichtraucher E-Zigaretten nicht verwenden, wie das DKFZ schreibt.

Welche Inhaltsstoffe sind in Deutschland verboten?

Die Tabakzeugnisverordnung listet eine Reihe von verbotenen Stoffen auf - etwa solche mit aufputschender Wirkung wie Koffein oder Taurin. Unter den verbotenen pflanzlichen Stoffen sind beispielsweise Bittermandelöl und Extrakte der Poleyminze zu finden. Das ätherische Öl dieser Minz-Art besteht zu einem hohen Anteil aus dem Stoff Pulegon.

Diesen möglicherweise krebserregenden Geschmacksstoff haben Forscher in E-Zigaretten in den USA "in besorgniserregend hoher Konzentration" entdeckt. Als Geschmackszusatzstoff in Lebensmitteln habe die zuständige US-Behörde Pulegon bereits im vergangenen Jahr verboten, für E-Zigaretten und Kautabak sei die Chemikalie jedoch in den USA nicht reguliert, schreiben die Forscher.

Wo werden die Liquids hergestellt?

Rund die Hälfte der in Deutschland erhältlichen Liquids werde auch in Deutschland produziert, so der Verband des E-Zigarettenhandels. Von den restlichen 50 Prozent stamme ein großer Teil aus europäischen Ländern - und aus den USA.

"Die amerikanischen Firmen sind recht aktiv hier in Europa, um ihre Produkte zu vermarkten", sagt der Vorsitzende des Verbands, Michal Dobrajc. Alle angebotenen Produkte müssten jedoch den hier geltenden Vorschriften entsprechen.

Was sind die Unterschiede zu den USA?

E-Zigaretten sind in den USA deutlich weniger beschränkt als in Deutschland. Einige Bereiche sind kaum reguliert, andere wiederum von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Zum einen gibt es keine einheitliche Obergrenze beim Nikotingehalt. In den USA kann man Produkte mit doppelt bis dreimal so viel Nikotin wie in Deutschland kaufen. Das macht einen großen Unterschied bezogen auf die Wirkung und das Potenzial, abhängig zu werden. Außerdem ist in den USA kein bundesweites Mindestalter festgelegt. Dort können in manchen Bundesstaaten auch Jugendliche E-Zigaretten kaufen.

In den US-Bundesstaaten, in denen Cannabis freigegeben ist, dürfen THC-haltige Liquids vertrieben werden. THC steht für Tetrahydrocannabinol. Das ist die psychoaktive Substanz, der die berauschende Wirkung von Cannabis hauptsächlich zugeschrieben wird. In Deutschland sind THC-haltige Liquids verboten, da THC unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Inwieweit trotz des Verbotes solche Liquids in Verkehr gebracht werden, ist nicht klar. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilte auf Anfrage mit, ihm lägen keine Informationen darüber vor.

Welche Kontrollen gibt es für die Liquids in Deutschland?

Die Kontrollen finden auf verschiedenen Ebenen statt: Bevor ein Liquid verkauft werden darf, muss es angemeldet werden. Der Anbieter übermittelt dafür der EU mindestens sechs Monate vor Verkaufsstart verschiedene Informationen, darunter die Rezeptur des neuen Liquids und die Ergebnisse eines Emissionstests. Allerdings: Es werde nicht jede Mitteilung, sondern stichprobenartig kontrolliert, erklärt das BVL. Die Kontrolle der E-Zigaretten-Händler ist Sache der Ordnungsämter.

Wie gefährlich sind E-Zigaretten? Damit hat sich auch das funk-Format Jäger & Sammler auseinandergesetzt:

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.