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Frankfurt profitiert am meisten vom Brexit

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Neue Bank-Standorte - Frankfurt profitiert am meisten vom Brexit

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Frankfurt ist der Brexit-Gewinner: 31 Banken, die der geplante britische EU-Ausstieg betrifft, haben die Stadt als EU-Standort gewählt. Doch es entstehen weniger Jobs als erwartet.

Skyline in Frankfurt am 14.04.2019
Bis Ende August haben 31 Banken, die vom Brexit betroffen sind, Frankfurt als ihren EU-Standort auserkoren.
Quelle: picture alliance / Bernd Kammerer

Der angestrebte britische EU-Austritt zwingt Banken am Finanzplatz London, sich zumindest teilweise umzuorientieren. Sobald Großbritannien aus der Europäischen Union ausgeschieden ist, dürfen Institute nicht mehr wie bisher von London aus Finanzgeschäfte in der EU betreiben. Für Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgeschäft benötigen die Institute rechtlich selbstständige Einheiten in einem EU-Staat.

Nach einer Studie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) haben sich die meisten für Frankfurt entschieden. Mittlerweile hätten 31 ausländische Banken aus 14 verschiedenen Ländern Frankfurt als Brexit-Standort auserkoren, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Mit großem Abstand hinter Frankfurt folgen Paris (elf), Dublin (neun), Luxemburg (acht) sowie Amsterdam (fünf).

Neue Stellen durch Brexit, Jobabbau bei deutschen Banken

Allerdings entstehen weniger Arbeitsplätze in Frankfurt als einst erwartet. Die Helaba-Volkswirte rechnen bis Ende 2021 mit etwa 3.500 Stellen, die durch den Brexit am Main geschaffen werden. Ein Teil dieser Personalaufstockung habe wegen des ursprünglichen Brexit-Termins im Frühjahr 2019 schon stattgefunden. Die neuen Jobs seien in erster Linie dem Stellenaufbau von Londoner Auslandsbanken in Frankfurt zu verdanken. Dagegen würden weniger Beschäftigte deutscher Banken an den Main zurückkommen als noch vor einem Jahr geschätzt.

Damit dürfte der Zenit der Bankbeschäftigung in Frankfurt erreicht sein.
Landesbank Hessen-Thüringen

Nicht zuletzt streicht die Deutsche Bank, die in London einen großen Standort unterhält, weltweit 18.000 Stellen. Auch die Commerzbank und die Helaba selbst stehen vor einem Jobabbau. Trotz der Brexit-Banker dürfte daher die Zahl der Bankbeschäftigten in Frankfurt der Studie zufolge bis Ende 2021 nur um insgesamt etwa ein Prozent gegenüber dem Stand Ende 2018 beziehungsweise um rund 600 auf 64.500 Banker zulegen. "Damit dürfte der Zenit der Bankbeschäftigung in Frankfurt erreicht sein", erklärte die Landesbank.

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