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Tote in Pariser Polizeipräsidium - Messerattacke doch Terror? Innenminister unter Druck

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War es eine Tat aus persönlichen Gründen - oder doch Terror? Nach der Messerattacke im Pariser Polizeipräsidium steht Frankreichs Innenminister unter Druck.

Christophe Castaner am 03.10.2019 in Paris
Oppositionspolitiker fordern eine Untersuchung, manche sogar seinen Rücktritt: Innenminister Christophe Castaner steht unter Druck.
Quelle: picture alliance / abaca

Nach der tödlichen Messerattacke in einem Pariser Polizeihauptquartier sucht die Polizei nach dem Motiv des mutmaßlichen Angreifers. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft hatten am Freitag die Ermittlungen übernommen. Diese Entscheidung sei auf Basis der bisherigen Erkenntnisse getroffen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Es werde sowohl wegen Mordes und versuchten Mordes als auch wegen Terror-Verdachts ermittelt. Der Fernsehsender BFMTV berichtete, dass die Nutzung des Mobiltelefons des Angreifers zu den Anti-Terror-Ermittlungen geführt hätten. Zunächst war ein polizeiinterner Konflikt als Motiv vermutet worden.

Ehefrau des Angreifers bleibt in Gewahrsam

Die Ehefrau des Mannes blieb am Samstag weiterhin in Gewahrsam. Die Frau war nach der Tat in der französischen Hauptstadt am Donnerstag festgenommen worden.

Der 45-Jährige Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen von Paris hatte am Donnerstag vier seiner Kollegen mit einem Messer getötet. Bei den Opfern handelt es sich um drei Männer und eine Frau. Der Angreifer wurde erschossen. Ersten Berichten zufolge war der Mann 2017 zum Islam konvertiert. BFMTV berichtete am Samstag in Berufung auf Ermittlerkreise, der Mann sei bereits früher konvertiert und habe sich positiv über den islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" geäußert. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür aber nicht.

Republikaner fordern Untersuchung

Unterdessen gerät Frankreichs Innenminister Christophe Castaner unter Druck. Oppositionspolitiker forderten die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Er verlange eine parlamentarische Untersuchung, schrieb der konservative Abgeordnete Éric Ciotti am Samstag auf Twitter. Er warf dem französischen Innenminister Christophe Castaner vor, nicht die Wahrheit über eine bekannte mögliche Radikalisierung des mutmaßlichen Angreifers gesagt zu haben.

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Der Chef der Republikaner in der Nationalversammlung, Christian Jacob, werde am Dienstag eine entsprechende Forderung einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Weitere konservative Abgeordnete forderten den Rücktritt von Castaner. Ihrer Ansicht nach hatte der Innenminister Informationen über den mutmaßlichen Täter zurückgehalten als er nach der Tat am Donnerstag erklärte, der Mann sei zuvor nicht negativ aufgefallen. Beweise legten die Oppositionspolitiker dafür zunächst nicht vor.

"Attacke zu heiklem Zeitpunkt"

Auch viele Polizisten sehen Castaner kritisch. "Die Messerattacke kam zu einem heiklen Zeitpunkt", sagt ZDF-Frankreich-Korrespondent Thomas Walde. Die Beamten seien wegen der Gelbwesten-Proteste überlastet, vergangene Woche demonstrierten 27.000 in einem "Marsch der Wut" für bessere Arbeitsbedingungen. Die Lage sei "politisch sensibel", erklärt Walde. In der Frage, ob es sich um Terror handele oder nicht, solle man daher "in Ruhe die Ermittlungsergebnisse abwarten".

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