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Geplantes Bioethik-Gesetz - Protest gegen künstliche Befruchtung für alle

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Künstliche Befruchtung ist bisher in Frankreich nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Nun gab es Proteste in Paris, damit das auch so bleibt.

Tausende demonstrieren in Paris gegen ein Gesetz, das künstliche Befruchtung auch für Lesben und alleinstehende Frauen vorsieht.
Tausende demonstrieren in Paris gegen ein Gesetz, das künstliche Befruchtung auch für Lesben und alleinstehende Frauen vorsieht.
Quelle: ap

Zehntausende Demonstranten haben in Paris gegen einen Gesetzentwurf über die Zulassung einer künstlichen Befruchtung für Lesben und alleinstehende Frauen protestiert. "Wo ist mein Vater?", stand auf einigen Schildern, die von den Aktivisten am Sonntag gezeigt wurden. Auf anderen Schildern stand "Freiheit, Gleichheit, Vaterschaft".

Zu der Demonstration hatte ein Bündnis aus rund 20 Verbände aufgerufen, die eigens zwei TGV-Züge und mehr als hundert Busse gechartert hatten, um Teilnehmer aus der Provinz in die Hauptstadt zu bringen. Unter den Demonstranten waren Katholiken und rechte Aktivisten.

Die Behörden rechneten mit etwa 10.000 bis 20.000 Teilnehmern, deutlich weniger als bei den Großdemonstrationen gegen die Einführung der Homo-Ehe vor sieben Jahren, als Hunderttausende auf die Straße gingen. Innenminister Christophe Castaner hatte die Teilnehmerzahl in einer Schätzung dagegen auf bis zu 200.000 beziffert. Die Pariser Zeitung "Le Monde" spricht am Abend von mehr als 74.500 Demonstranten.

Die Polizei bewachte mehrere Straßen, um Spannungen mit Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transsexuellenaktivisten zu vermeiden. Diese hielten eine Gegendemonstration ab. Beide Demonstrationen waren friedlich.

Neuregelung ist Kernbestandteil eines Bioethik-Gesetzes

Der Gesetzentwurf würde lesbischen Paaren und alleinstehenden Frauen Zugang zu künstlicher Befruchtung geben. Marschteilnehmer argumentierten, der Entwurf nehme Kindern ihr Recht auf einen Vater.

Befürworter des Gesetzentwurfs argumentieren, Frauen sollten das Recht bekommen, Kinder zu bekommen, unabhängig von ihrem Beziehungsstatus oder ihrer sexuellen Orientierung. Die Gegner des Entwurfs hielten an einem überholten patriarchalischen System fest.

Jüngsten Umfragen zufolge befürworten 68 Prozent der Franzosen die Zulassung von künstlicher Befruchtung für Alleinstehende, 65 Prozent wollen lesbischen Frauen eine künstliche Befruchtung ermöglichen.

Kosten soll französisches Gesundheitssystem übernehmen

Die Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist dafür, künstliche Befruchtung nicht mehr nur auf unfruchtbare, verheiratete heterosexuelle Paare zu beschränken. Das französische Gesundheitssystem würde gemäß dem Gesetzentwurf die Kosten für die Prozedere für alle Frauen unter 43 Jahren übernehmen.

Kinder, die mit Spermaspende gezeugt wurden, dürften mit 18 Jahren erfahren, wer der Spender ist. Bislang ist die Anonymität von Spendern streng geschützt. Leihmutterschaften sind in Frankreich verboten. Mehrere andere Länder bieten bereits Unterstützung beim Kinderkriegen für Lesben und alleinstehende Frauen an.

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