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Fraport winkt mit hoher Dividende

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Viele Interessenkonflikte - Fraport winkt mit hoher Dividende

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Der Frankfurter Flughafenkonzern hat seine Geschäftslage 2018 deutlich verbessert. Nicht alle sind damit jedoch zufriedenzustellen.

Genau genommen hat das heutige Unternehmen kaum noch etwas mit dem nationalen, einst gar vollständig staatlichen Betreiber des Frankfurter Flughafens zu tun. "International tätig" wäre da fast noch untertrieben. Die einst behäbige Verwaltungsgesellschaft steigert ihre Gewinne und Umsätze regelmäßig, so auch 2018. Obwohl das ein herausforderndes Jahr gewesen sei, so Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte.

Alles hängt mit allem zusammen

Der heimische Blick richtet sich da auf Streiks, Flugchaos in den Ferien und einige kriselnde Airlines. Denn ob Fraport am Heimatflughafen gut dastehen kann, hängt von zahlreichen äußeren Umständen ab. Da muss der Betreiber fremde Einflussnahme möglichst gering halten und zahlreiche Interessen bedienen, wovon die Passagiere nur eine Gruppe sind.

Fraport verdient am Fluggeschäft, aber auch an der Einkaufsmeile in den Flughäfen, wo ein beträchtlicher Teil des Umsatzes anfällt. Wobei verärgerte Passagiere wiederum nicht gerade dazu tendieren, bei Gucci oder Nike, Wolford oder beim Rolex-Händler ihren Frust in bare und kaum bezahlbare Münze umzuleiten. So hängt alles mit allem zusammen und das auf vier Kontinenten.

Expansion auf vier Kontinenten

Wer die Flughäfen auf Kreta kennen-, wenn auch sicher nicht lieben gelernt hat, dürfte sich über das Engagement von Fraport bei 14 griechischen Regionalflughäfen freuen. Dieses Geschäft war nach langwierigen Verhandlungen in der Zeit der Griechenlandkrise zustande gekommen. An drei der Flughäfen sind die Modernisierungen bereits fertiggestellt. Fraport baut in Brasilien und werkelt in Peru, um nur die wichtigsten Großprojekte zu nennen. Dafür hat man 2018 schon 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, auch dieses Jahr kommen 2.300 dazu - es könnte in der Kantine so eng werden wie am Flugsteig.

Damit sich der Zorn sowohl der Reisenden als auch der wichtigen Fluggesellschaften, allen voran der Lufthansa, in Grenzen hält, gibt es ab Juli in Frankfurt weitere Abfertigungsspuren, aber dauerhaftere Lösungen sind erst ab 2021 in Sicht. Das Passagieraufkommen wächst und wächst - und das ist Fluch und Segen zugleich. Bei der Hauptversammlung der Aktionäre heute in Frankfurt verschaffen sich durchaus auch Anwohner und Lärmgestresste Gehör, draußen wie drinnen. Was für Konzernchef Schulte eine geradezu unverzichtbare Erweiterung ist - das im Bau befindliche Terminal 3 -, schafft in der Region weithin Unmut.

Interessenkonflikte lassen sich nicht lösen

Der Konflikt zwischen Fluglärmgeplagten und Ausbaugegnern einerseits und den Interessen des Unternehmens, der rund 70 Millionen Passagiere im Jahr und des Wirtschaftsstandorts andererseits wird sich nie grundlegend auflösen lassen. Allein die Planung der Start- und Landerouten gleicht dem Entwirren zahlreicher Knoten. Die Hoffnung ruht auf zunehmend leiseren Triebwerken, wobei die Flugdichte den Vorteil gleich wieder kassieren könnte.

Der Flughafen ist also im Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet wichtigster Arbeitgeber weit und breit - gleichzeitig inmitten einer der dichtest besiedelten Regionen des Landes. Wer Aktionär ist, erhält immerhin eine um ein Drittel höhere Dividende von zwei Euro je Papier. Die Großzügigkeit des Unternehmens könnte für die privaten Anteilseigner ein verlässliches Einkommen bedeuten. Denn Fraport gehört zum größten Teil dem Staat, dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt, die schon auf eine gute Dividende achten werden.

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