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Studie zu Temperatur und Leistung - Frauen lieben es warm, Männer kühl

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Im Büro steigen die Temperaturen - für Frauen ist das einer Studie zufolge kein Problem. Männer hingegen kommen besser mit kühlen Büros klar, wenn es um ihre Produktivität geht.

Archiv: Eine junge Frau sitzt am 17.02.2017 in einem Büro in Hamburg an einem Computer
Frauen im Büro: Einige mögen es gerne wärmer als ihre männlichen Kollegen. Archivbild
Quelle: dpa

Sie dreht noch die Heizung auf, wenn er schon längst im T-Shirt dasitzt: Im Alltag ist zu beobachten, dass Männer und Frauen Temperaturen manchmal ganz unterschiedlich empfinden. Forscher aus Berlin und den USA haben nun Hinweise darauf gefunden, dass die Raumtemperatur mehr als ein Wohlfühlfaktor zu sein scheint. Kühle oder stark klimatisierte Büros könnten der aktuellen Studie zufolge sogar nachteilig für die Leistung der Mitarbeiterinnen sein.

Empfehlung zur Temperatur-Anhebung

Ein kontrolliertes Experiment mit mehr als 500 Studentinnen und Studenten ergab demnach, dass Frauen bei Mathe- und Sprachaufgaben bei warmen Raumtemperaturen am besten abschnitten. Männer hingegen erbrachten ihre Top-Leistungen in kühleren Räumen - die Effekte waren aber weniger ausgeprägt. Deshalb sollten Bürotemperaturen den Forschern zufolge deutlich höher eingestellt werden als bisher, so das Fazit der Studie im Fachmagazin "Plos One".

Die Teilnehmer des Experiments in Berlin sollten unter Zeitdruck Aufgaben in Kopfrechnen, Wortbildung und Logik lösen, der Anreiz war Geld. In unterschiedlichen Durchläufen variierten die Forscher die Temperatur im Raum zwischen 16 und 32,5 Grad. Die Studenten wurden den jeweiligen Bedingungen zufällig zugewiesen.

Während Frauen bei mehr als 30 Grad am besten abschnitten, lieferten die Männer ihre Top-Leistungen im niedrigen Temperaturbereich um 20 Grad, wie Agne Kajackaite, Wirtschaftswissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) auf Anfrage erklärte. Bei Frauen habe sich etwa bei Mathe-Aufgaben mit jedem Grad Celsius mehr die Leistung um 1,76 Prozent verbessert - bei Männern nahm sie mit jedem Grad um rund 0,6 Prozent ab.

Längere Experimente für weitere Aussagen nötig

Es gehe nicht um Temperaturextreme - bibbern oder vor Hitze kochen -, erklärte Mitautor Tom Chang von der University of Southern California (USC). Selbst in einem relativ normalen Temperaturbereich von 15 bis 24 Grad Celsius seien bedeutende Leistungsunterschiede erkennbar.

Eine ideale Raumtemperatur für Großraumbüros ist in der Studie nicht genannt. Wissenschaftlerin Kajackaite gab auf Anfrage zu bedenken, dass die Tests nur eine Stunde dauerten, zur Beantwortung der Frage also mehr Forschung mit länger dauernden Experimenten nötig wäre.

Die Steigerung bei den Frauen scheint den Autoren zufolge darauf zurückzugehen, dass sie bei zunehmender Wärme mehr Antworten abgaben - sich also möglicherweise mehr anstrengten, wie aus einer USC-Mitteilung zur Studie hervorgeht. Männer hingegen schafften mit zunehmender Wärme weniger Fragen.

Keinen Einfluss auf logisches Denken

Nur bei den Logikaufgaben war laut der Studie kein Einfluss der Temperatur auf das Abschneiden der Geschlechter erkennbar. Dies könne man sich bisher nicht genau erklären, so Kajackaite. Möglicherweise sei das logische Denken eine stabilere Eigenschaft und damit weniger von den Rahmenbedingungen zu beeinflussen.

Statistik-Experte Walter Krämer von der TU Dortmund, der selbst nicht an der Studie beteiligt war, nimmt die Erkenntnisse seiner Wissenschaftskollegen ernst, obwohl er ein kleines Aber sieht: Auf Anfrage erklärte er, die Zahl der Experimente in der Studie hätte größer sein können, reiche aber aus, um den Zufall als Ursache auszuschließen.

Übrigens Die Temperatur in Räumen, in denen vor allem leichte Arbeit im Sitzen verrichtet wird, soll laut Regeln der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bei mindestens 20 und maximal 26 Grad liegen.

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