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Auszeichnung für Ican - Nobelpreis "super Signal" gegen Atomwaffen

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Eine Kampagne gegen Atomwaffen erhält den Friedensnobelpreis. Aber was kann die Auszeichnung ändern? Der ehemalige UN-Waffeninspekteur Jan van Aken hält die Entscheidung im ZDF heute journal für "ein super Signal", um abzurüsten. Doch die Atommächte reagieren anders. 

Linken-Politiker Jan van Aken warnt, dass die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes so hoch ist wie seit 30 Jahren nicht mehr. Deswegen sei die Verleihung des Friedensnobelpreis an Ican ein wichtiges und super Signal.

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Der Friedensnobelpreis für die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) trage zur Ächtung der Waffen bei, sagte van Aken (Linke) im ZDF heute journal. Das sei ein wichtiges Signal, wenn man bedenke, dass die Gefahr eines Atomwaffen-Einsatzes momentan real sei - und eine Bombe ausreiche, um etwa in Südkoreas Hauptstadt Seoul Millionen Leben zu beenden. Zwar würden die neun Staaten, die heute über Atomwaffen verfügten, lange brauchen, bis sie ihre Arsenale vernichtet hätten. Doch der Friedensnobelpreis sei auch wichtig, um andere Staaten vom Bau einer Atombombe abzuhalten.

"Bahnbrechende Bemühungen"

Eine Hoffnung, die das norwegische Nobelkomitee teilt. "Wir leben in einer Welt, in der das Risiko, dass Atomwaffen zum Einsatz kommen, größer ist als lange Zeit", sagte die Chefin des Komitees, Berit Reiss-Andersen. "Wir senden Botschaften an alle Staaten, vor allem die mit Atomwaffen." Sie seien aufgefordert, ihre Verpflichtungen zum Verzicht auf diese Waffen einzuhalten.

Ican erhält die weltweit wichtigste politische Auszeichnung unter anderem für ihre "bahnbrechenden Bemühungen um ein vertragliches Verbot solcher Waffen". Die Organisation hat maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der im Juli unterzeichnet wurde und von 122 Staaten unterstützt wird, aber bisher erst von weniger als 50 Staaten ratifiziert wurde. Indirekt setzt die Verleihung auch die Bundesregierung unter Druck, die den UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen im Juli nicht unterzeichnet hatte.

USA lehnen Verbot weiterhin ab

Die US-Regierung erneuerte ihre Ablehnung des Verbots. Der von Ican mit initiierte Vertrag zum Verbot von Atomwaffen "wird die Welt nicht friedlicher machen", erklärte eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums am Freitag. Er werde "nicht zur Vernichtung einer einzigen Waffe beitragen und nicht die Sicherheit eines Staates verstärken".

Auch Russland reagierte zurückhaltend auf den Friedensnobelpreis. Moskau respektiere die Entscheidung, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin habe mehrfach betont, wie wichtig ein atomares Gleichgewicht für die internationale Sicherheit sei.

Der frühere sowjetische Staatschef und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow begrüßte die Auszeichnung der Kampagne dagegen. "Das Nobelkomitee hat eine sehr richtige Entscheidung getroffen", sagte der 86-Jährige. "Eine Welt ohne Atomwaffen - ein anderes Ziel kann es nicht geben!" Ein Nuklearkrieg sei unzulässig, "darin kann es keinen Gewinner geben", sagte Gorbatschow, der den Nobelpreis 1990 für seinen Einsatz zur Beendigung des Kalten Krieges erhielt.

Der Direktor des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri, Dan Smith, bezeichnete die Nobelpreis-Entscheidung als höchst angemessen. Das Thema sei in den vergangenen Jahren aus dem Blick geraten und werde nun wieder wichtiger, sagte er. "Zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg gibt es eine reale Gefahr eines atomaren Konflikts."

SPD-Chef Martin Schulz lobte die Jury-Entscheidung als "kraftvolles Signal zur richtigen Zeit". "Wir brauchen keine neue Aufrüstungsspirale in der Welt, sondern eine Renaissance von vertragsgestützter Abrüstung und Rüstungskontrolle weltweit", forderte er. Deutschland und Europa müssten dabei vorangehen.

Die Jury wählte den Friedensnobelpreisträger aus 215 nominierten Personen und 103 Organisationen aus. Öffentlich gemacht wird die Liste erst in 50 Jahren. Bekannt ist, dass auch Papst Franziskus, die syrischen Weißhelme und die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas sowie Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin darauf standen.

Vergabe in Oslo

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 940.000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis wird als einzige der renommierten Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Norwegens Hauptstadt Oslo vergeben. Hier wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, auch verliehen.

Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück. Hier hatte der Dynamit-Erfinder festgelegt, dass derjenige geehrt werden solle, der "am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat. Diese Kriterien erfülle Ican, erklärte die Nobel-Jury. "Es ist die feste Überzeugung des norwegischen Nobel-Komitees, dass Ican im vergangenen Jahr, mehr als irgendjemand sonst, den Bemühungen für eine Welt ohne Atomwaffen eine neue Richtung und neue Kraft gegeben hat."

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