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25 Jahre Anschlag von Mölln - Die Täter kamen im Schutz der Nacht

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Zwei Rechtsextremisten zünden zwei Häuser an, drei Menschen sterben: Der Brandanschlag von Mölln vor 25 Jahren löst weltweit Erschütterung aus.

In der Nacht auf den 23. November 1992 gab es einen Brandanschlag auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln. Das Verbrechen mit rechtsextremem Hintergrund erregte damals bundesweites Aufsehen.

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Die Täter kamen im Schutz der Dunkelheit - und ließen ihren überraschten Opfern keine Chance. Heute vor 25 Jahren warfen zwei Rechtsextremisten in der schleswig-holsteinischen Provinzstadt Mölln nachts Brandsätze auf zwei Häuser, die von türkischen Familien bewohnt waren. Drei Menschen starben, darunter zwei junge Mädchen. Es war ein weiterer Höhepunkt in einer Welle rassistischer Gewaltakte nach der deutschen Einheit, nicht lange nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen.

Gedenkfeier in Mölln

Nur wenige Monate später starben im nordrhein-westfälischen Solingen fünf türkische Menschen bei einem von Rechtsextremen verübten Attentat. Die Welt blickte geschockt auf Deutschland. In Mölln werden heute Hinterbliebene, Politiker und Kirchenvertreter zum Gedenken zusammenkommen. Darunter sind die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), und der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin.

Zu den Angehörigen gehört nach Angaben der Stadt auch Ibrahim Arslan, der damals Großmutter, Schwester und Cousine verlor und bis heute leidenschaftlich gegen Rassismus und für Opferbelange eintritt. Noch heute gibt es das Gebäude in der Möllner Mühlenstraße, in der kleinen Stadt unweit von Lübeck heißt es schlicht "das Brandhaus". Der niedrige mehrstöckige Altbau in der Altstadt wurde nach den Ereignissen wieder aufgebaut, er trägt jetzt den Namen von Bahide Arslan.

Aus Abscheu Verpflichtung erwachsen

Die Großmutter von Ibrahim starb damals im Alter von 51 Jahren, ebenso wie seine zehnjährige Schwester Yeliz und seine 14 Jahre alte Cousine Ayse Yilmaz. Eine Gedenktafel und eine Kunstinstallation an der Fassade erinnern heute an die Geschehnisse, am Abend wird dort ein Kranz niedergelegt.

Damals schockierten die Bilder der qualmenden Ruine das ganze Land. Für Möllns Bürger sind sie auch ein Vierteljahrhundert später noch präsent. Es seien Ereignisse, die "das Leben unserer Stadt damals grundlegend erschütterten", heißt es im Grußwort der Stadt zum Jahrestag. Aus "dem Entsetzen und der Abscheu" sei die Verpflichtung erwachsen, der Opfer zu gedenken und auf die Gefahren des Rechtsextremismus hinzuweisen, betonen Möllns Bürgermeister Jan Wiegels und Bürgervorsteherin Lieselotte Nagel darin. Die zahlreichen Übergriffe der jüngsten Zeit und ein angesichts von Flüchtlingsbewegungen erstarkender Nationalismus zeigten, dass dieses Problem weiter "nichts an Aktualität verloren hat".

Gezielte Attacke mit Molotow-Cocktails

Die Täter wurden einige Tage nach dem Anschlag festgenommen, die Bundesanwaltschaft übernahm den Fall. Die zur Tatzeit 25- und 19-jährigen Neonazis aus Mölln und dem nahegelegenen Gudow wurden wegen Mordes und Mordversuchs zu Lebenslänglich und zehn Jahren Jugendhaft verurteilt. In jener Nacht fuhren sie mit einem Auto umher und warfen gezielt Molotowcocktails in von Ausländern bewohnte Häuser. Der Ältere bekannte sich per Telefon mit "Heil Hitler"-Rufen bei der Polizei zu den Taten.

Damals stürzten das Attentat von Mölln und die vorangegangenen Ausschreitungen eines rechten Mobs in Rostock das Land in eine tiefe Verunsicherung. Die Ereignisse, die von einer Debatte über den Zuzug von Asylbewerbern überschattet wurde, ließen viele Ausländer in der Bundesrepublik in großer Angst leben. Ähnlich wie heute nach der Aufdeckung der Mordserie des NSU-Trios gerieten Politik und die Sicherheitsbehörden massiv in die Kritik. Viele Deutschen waren fassungslos, vielerorts wurden Demonstrationen und Lichterketten zum Symbol des Widerstands gegen Rassismus. Auch im Ausland waren kurz nach der Einheit die Sorgen groß, dass das größere und mächtigere Deutschland die Gespenster seiner düsteren NS-Vergangenheit nicht los wird.

Täter haben Strafen verbüßt

25 Jahre nach dem fatalen Brandnacht haben die Täter von Mölln ihre Strafe inzwischen verbüßt. Ibrahim Arslan und die anderen Überlebenden aber lassen die damaligen Erlebnisse nicht los. "Es ist für einen Überlebenden so, als wenn der Tag wieder jeden Tag neu geschieht", sagte der heute 32-Jährige kürzlich dem Sender Deutschlandfunk Kultur. "Und weil wir nicht wollen, dass das noch mal passiert, sind wir jedes Jahr in Mölln."

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben: "[Der Brandanschlag von Mölln] war der erste ausländerfeindliche Anschlag in Deutschland, bei dem Menschen starben." Das ist falsch. Bereits in den 70er und 80er Jahren gab es eine ganze Reihe rassistisch motivierter Anschläge, bei denen Menschen ums Leben kamen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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