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Nach Weidel-Abgang in ZDF-Talksendung - "Wer austeilt, muss auch einstecken können"

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Vorzeitiger Abgang: Nach einem Disput mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hatte AfD-Co-Spitzenkandidatin Alice Weidel eine ZDF-Talkrunde verlassen. "Wer austeilt, muss auch einstecken können", sagte Chefredakteur Peter Frey dazu. Kritik Weidels an der Moderation wies er zurück.

AfD-Spitzenkandidatin Weidel hat die ZDF-Sendung "Wie geht's, Deutschland?" vorzeitig verlassen. Nach der Aufforderung des CSU-Generalsekretärs Scheuer, sich von "Rechtsradikalen" wie Björn Höcke abzugrenzen, verließ sie das Studio.

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"Wer austeilt, muss auch einstecken können. Das gehört zur Diskussionskultur in Talksendungen", sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey. "Eine Livesendung zu verlassen, bringt zwar Aufmerksamkeit, verhindert aber eine politische Auseinandersetzung in der Sache."

Das war geschehen: Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hatte die ZDF-Wahlsendung "Wie geht's, Deutschland" nach einem Disput mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer vorzeitig verlassen. Scheuer hatte von ihr gefordert, sie solle sich von ihrem Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland sowie dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsaußen Björn Höcke distanzieren. Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagte Scheuer. "Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler." Weidel verließ daraufhin ihr Pult ohne weitere Erklärung. Auf die Frage von Moderatorin Marietta Slomka, ob sie jetzt gehe, nickte Weidel.

"Fair moderiert"

Weidel selbst warf Slomka später via Twitter vor, die Moderatorin habe sich mit der Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. ZDF-Chefredakeur Frey wies das "mit Nachdruck" zurück. Slomka habe die Runde mit sieben Politikern und sechs Bürgern "fair und gelassen" moderiert. "Ich hoffe, dass bei künftigen Wahlformaten nicht Inszenierungen, sondern der politische Streit im Mittelpunkt steht", so Frey.

Gäste der Sendung waren neben Weidel und Scheuer Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), die Linken-Bundesvorsitzende Katja Kipping, Jürgen Trittin von den Grünen und Katja Suding für die FDP.

Umstrittener Rechtsaußen

Der Thüringer AfD-Landeschef Höcke ist auch in der eigenen Partei umstritten. Er hatte erklärt, die Deutschen seien die einzigen in der Welt, die sich "ein Denkmal der Schande in das Herz ihrer Hauptstadt gepflanzt" hätten und damit bundesweit Empörung ausgelöst. Unter anderem forderte der frühere Geschichtslehrer eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur. Höcke selbst fühlte sich missinterpretiert.

Während Weidel im AfD-Bundesvorstand zu den Unterstützern eines Parteiausschlusses von Höcke zählt, stellt sich Gauland, der zusammen mit Weidel das AfD-Spitzenduo zur Bundestagswahl am 24. September bildet, gegen einen Ausschluss.

Gauland wiederum steht in der Kritik wegen seiner Äußerungen über die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz. Der AfD-Politiker hatte im August auf einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt: "Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."

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