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Weitermachen: Eine Nürnberger Fridays-Bilanz

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Junge Klimaaktivisten - Weitermachen: Eine Nürnberger Fridays-Bilanz

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Seit einem Jahr demonstrieren junge Menschen für mehr Klimaschutz. Wie fällt die Bilanz aus? heute.de hat stellvertretend bei der Fridays-for-Future-Gruppe in Nürnberg nachgefragt.

Jacke mit Aufschrift "Fridays for Future"
Vor Ort einiges angestoßen, insgesamt aber hat sich politisch "nicht wirklich viel getan" - Nürnberger Fridays-Aktivisten ziehen Bilanz
Quelle: dpa

Welches Fazit zieht die Nürnberger Fridays-for-Future-Gruppe?

Die Klima-Aktivisten der Fridays-for-Future-Gruppe Nürnberg sind zufrieden mit dem Verlauf des Jahres 2019. Stolz sind die Aktivisten auf das bundesweite Forderungspapier vom April, das sich an die politischen Entscheidungsträger Deutschlands richtet. Auf lokaler Ebene war aus Sicht der Gruppe insbesondere ein Bürgerantrag erfolgreich, mit dem sämtliche Umwelt- und Klimabewegungen gemeinsam die Ausrufung des Klimanotstandes in Nürnberg gefordert hatten. Der Stadtrat verpflichtete sich zu stärkeren Klima-Anstrengungen und legte eine Grundsatzerklärung vor für einen Klimafahrplan. "Dadurch haben wir gesehen, dass wir mit unseren Protesten konkret etwas erreichen können", sagt Fabian Schreiner von der Nürnberger Fridays-for-Future-Gruppe.

Weiteres Highlight: Seit Juli 2019 gibt es in Nürnberg die Filmreihe #FilmsforFuture: In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Kino zeigt die Fridays-for-Future-Ortsgruppe Dokumentarfilme zur Klimapolitik. Im Anschluss wird mit Regisseuren und Aktivisten diskutiert.

Und wie steht es mit dem Zuspruch für die Klimabewegung?

"Der Elan ist nach wie vor ungebrochen und die Motivation sehr groß", meint Schreiner. "Die euphorische Anfangsstimmung ist zwar inzwischen etwas verflogen. Das ist aber auch kein Wunder, schließlich gibt es uns jetzt bereits ein Jahr." Die Nürnberger Gruppe kann sich dennoch nicht über mangelnden Zulauf beklagen. "Bei den großen globalen Aktionstagen wächst die Zahl derer, die teilnehmen sogar kontinuierlich an", so Schreiner.

Es kann keiner bestreiten, dass es gut für unser Land ist, wenn junge Menschen wieder politisch aktiv sind.
Fabian Schreiner, Fridays for Future Nürnberg

Für ihn ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Protestkultur in Deutschland lebt. "Es kann keiner bestreiten, dass es gut für unser Land ist, wenn junge Menschen wieder politisch aktiv sind, sich in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und ihre Stimme erheben."

Wie erklärt sich Fridays-for-Future den Zuspruch?

Für Fabian Schreiner ist einer der wichtigsten Motivationsgründe einer, der zugleich wütend macht: "Es ist kein Wunder, dass der Ansporn nach wie vor ungebrochen ist, für unsere Ziele auf die Straße zu gehen. Denn noch hat sich leider politisch nicht wirklich viel getan."

Beinahe schon ironisch ist aus Sicht der Nürnberger Klima-Aktivisten, dass die Bundesregierung am 20. September, dem Tag des dritten globalen Klimastreiks, ihr Klimapaket veröffentlicht hat. Die Gruppe hält es für absolut unzureichend. "Im Zweifel gehen noch immer Konzerninteressen vor - mit zum Teil absurden Argumenten."

Wie soll es 2020 weitergehen, vor Ort und bundesweit?

Die Nürnberger Ortsgruppe will noch im Januar eigene lokalpolitische Forderungen veröffentlichen. Im März ist Kommunalwahl in Bayern. "Wir werden darin für einen kostengünstigeren öffentlichen Personennahverkehr und einen Ausbau des Radwegenetzes plädieren", so Schreiner.

Auch einen Ausbaustopp des Frankenschnellweges fordern sie - ein Projekt, das für besseren Verkehrsfluss in und um Nürnberg sorgen soll. Schreiner: "Mehr Straßen sind nicht gleichbedeutend mit weniger Verkehr. Es werden dadurch eher noch mehr Autos werden, die das Problem weiter verschärfen." Auch diskutieren will die Gruppe, dass sich trotz der freitäglichen Streiks "faktisch nichts geändert hat". Dennoch: Gestreikt werden soll auch an allen Freitagen des Jahres 2020.

Die beiden Jugendlichen Kira Geadah von #FridayForFuture und "Plant for the Planet"-Gründer Felix Finkbeiner sind aktiv in der Umweltbewegung, warum sie sich so engagieren, erklären sie im Video:

Kira Geadah von #FridayForFuture und "Plant for the Planet"-Gründer Felix Finkbeiner

Beitragslänge:
5 min
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