Sie sind hier:

Fridays for Future am Flughafen - Demonstration gegen das Fliegen

Datum:

Flugscham ist derzeit in aller Munde. Gut so, finden Aktivisten von Fridays for Future. Nun demonstrieren sie erstmals an einem Flughafen für den Klimaschutz - in Stuttgart.

Fridays for Future - Klimaprotest am Stuttgarter Flughafen
Fridays for Future - Aktivisten demonstrieren am Stuttgarter Flughafen.
Quelle: dpa

Freitagmittag, Flughafen Stuttgart, Terminal 1: Es herrscht Hochbetrieb. Tausende Reisende starten in die baden-württembergischen Sommerferien, sie laufen durch die Halle, warten an Schaltern, geben Gepäck auf. Plötzlich beginnt der Lärm. Sprechchöre schallen von oben herunter in die riesige Halle." 30 Euro, Stuttgart-Berlin - wo bleibt die Steuer auf Kerosin!", rufen die Klimaaktivisten. Sie schreien, pfeifen, trommeln, klatschen. Die Fluggäste blicken nach oben, manche interessiert, andere verwirrt.

Erstmalig Proteste an einem Flughafen

Mehrere Hundert Klimaaktivisten demonstrieren am Freitag am Stuttgarter Flughafen gegen das Fliegen. Bei der Protestveranstaltung am letzten Schultag vor den Sommerferien in Baden-Württemberg handelt es sich nach Angaben der Veranstalter um die erste Demonstration von Fridays for Future an einem deutschen Flughafen überhaupt. Laut Veranstalter beteiligen sich rund 350 Personen an der Aktion.

Unter dem Motto "Ferienstreik fürs Klima" demonstrieren am gleichen Tag auch Schüler der Bewegung vor der Verwaltungszentrale des Braunkohleunternehmens Leag in Cottbus (Brandenburg). Nach Angaben der Organisatoren beteiligen sich dort rund 200 Menschen.

In Stuttgart hängen Aktivisten Plakate und Transparente auf, skandieren Sprüche wie "Attacke, Attacke - Fliegen ist kacke" oder "Runter mit den Bahnpreisen - hoch Kerosinsteuer". Weitere regionale Klima- und Umweltgruppen beteiligen sich an dem außergewöhnlichen Protest.

Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft Filder hebt mitten im Pulk der Demonstranten eine Zeitungsanzeige in die Luft, dort wird ein Flug von Stuttgart nach Bologna für 5,99 Euro angepriesen. "Das ist schlichtweg obszön", ruft der 74-Jährige wütend in die Menge.

Bewegung will "schlechtes Gewissen" machen

Der Klimaschutz ist derzeit das politische Thema schlechthin, die Grünen sind im Höhenflug, auch das Phänomen Flugscham ist in aller Munde. Beginn einer neuen Protestwelle an deutschen Flughäfen? "Es ist wichtig, dass wir auch an andere Orte gehen", sagt der 21 Jahre alte Demo-Organisator Elias Zand-Akbari von der Stuttgarter Regionalgruppe von Fridays for Future. "Wir müssen die Leute erreichen, die nicht zu unseren Demos auf dem Rathausplatz kommen."

Er hoffe, dass es nun regelmäßig solche Aktionen an Flughäfen gebe. Man müsse auch nicht in Indien Urlaub machen, sagt er. Man müsse den Leuten klarmachen, dass das Fliegen die Umwelt zerstöre. Inlandsflüge sollten verboten werden, Kerosin gehöre ordentlich besteuert. Es sei aber auch Sinn der Sache, den Fluggästen ein schlechtes Gewissen zu machen.

Vertreter des Flughafens reagierten überrascht über die Proteste. "Das hatten wir so noch nicht", sagt eine Sprecherin des Flughafens. Es sei gut, dass sich junge Leute engagierten. Auch dem Flughafen sei Klimaschutz wichtig. Aber man wolle das Fliegen eben nicht verbieten, sondern klimafreundlicher machen, etwa durch neue Treibstoffe. Außerdem könne man Billigflieger nicht verbieten." Wir als Flughafen können nicht vorschreiben, wer hier fliegt und zu welchen Preisen", sagt sie. "Das ist Marktsache."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.