Sie sind hier:

"Fridays for Future" - "Wir haben genug vom Lob ohne Taten"

Datum:

Streiken zum Spaß, das werfen viele den Klimaschützern der Bewegung "Fridays for Future" vor. Jetzt haben diese ihre Forderungen vorgelegt. Der Politik sind die zu ambitioniert.

Die „Fridays for future“-Aktivisten haben nach Beratungen in bundesweiten Arbeitsgemeinschaften konkrete Forderungen zum Kohleausstieg und zur Energieversorgung vorgestellt. Die Streiks am Freitag sollen weitergehen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Brachiosaurus und Kentrosaurus sind die vergangenen 150 Millionen Jahre schlecht bekommen. Sie fanden keine Nahrung mehr, starben aus und stehen heute als Skelette im Museum. Für die Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung genau der richtige Ort, um auf die Dringlichkeit ihrer Anliegen hinzuweisen und ihre politischen Forderungen heute in Berlin zu präsentieren.

Seit Dezember streiken jeden Freitag Schüler und Jugendliche in vielen deutschen Städten für besseren Klimaschutz. Mittlerweile haben sich Wissenschaftler und Aktionsbündnisse von Erwachsenen angeschlossen. Auch die Politik reagierte, nach Meinung der Jugendlichen aber noch zu wenig. Deswegen haben sie jetzt einen Forderungskatalog vorgelegt, der bundesweit in den einzelnen Gruppen abgestimmt wurde. "Wir haben genug vom Lob ohne Taten", sagte Sebastian Grieme.

Mit einem konkreten Forderungskatalog erhöht die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" den Druck auf die Politik. Die Aktivisten schlagen etwa eine Steuer auf CO2-Gase vor.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

1,5-Grad-Ziel nur das Mindeste

Ihr wichtigstes Ziel: die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens mit der Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad bis 2035. Dem würden die Bundesregierung und die meisten Parteien vermutlich nicht widersprechen. Allerdings bezweifeln die Jugendlichen, dass mit deren Maßnahmen das Ziel tatsächlich erreicht wird. Zudem sei das nur das Mindeste, sie fordern vom reichen Deutschland größere Anstrengungen als von ärmeren Ländern: Um den Klimawandel wirklich zu stoppen, sollen bis 2035 alle Treibhausgasemissionen bei netto Null liegen, also alle Emissionen durch natürliche Prozesse kompensiert werden. "Die Erwachsenen haben das Problem verursacht und machen keine Anstalten, es zu lösen", sagte Linus Steinmetz. "Fridays for Future" fordert deswegen nun konkrete Maßnahmen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten:

  • Bis 2035 Treibhausgasemissionen bei netto Null
  • Bis Ende 2019 Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • Abschaltung von 25 Prozent der deutschen Kohlekraftwerke noch 2019
  • Eine CO2-Steuer in Höhe von 180 Euro pro Tonne
  • Kohleausstieg bis 2030
  • Bis 2035 Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie
  • Die Bundesregierung soll Konzepte vorlegen, damit die Umsetzung der Maßnahmen nicht zu Lasten von Menschen mit geringem Einkommen erfolgt

Wie die Ziele genau erreicht werden sollen, das lässt "Fridays for Future" allerdings offen. Man habe "bewusst" keine konkreten Maßnahmen formuliert, da es verschiedene Wege zur Umsetzung gebe. "Jetzt ist es Aufgabe der Politik zu handeln", so Steinmetz. Zwar hätte die Bewegung schon viel Lob bekommen und ihre Aktivisten seien bei Parteien eingeladen worden. "Seitdem ist aber noch nichts Konkretes für das Klima passiert", sagte Sebastian Grieme. "Und so lange das nicht passiert, können wir nicht aufhören zu streiken."

Nahles: "Die Richtung ist dieselbe"

Über das, was wirklich konkretes Handeln ist, klafft offensichtlich eine Lücke. Gut anderthalb Stunden nach der Pressekonferenz der Jugendlichen saßen wie jeden Montag die Sprecher der Ministerien in der Bundespressekonferenz, um sich den Fragen der Journalisten zu stellen. Was sie denn von den konkreten Forderungen bis Ende des Jahres halten, wurden sie gefragt. Gelesen hatte sie noch keiner. "Wir sind schon dabei, etwas zu tun", versicherte die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums und verwies auf die Eckpunkte zur Umsetzung des Kohleausstiegs. "Wir arbeiten natürlich daran", sagte die Sprecherin des Verkehrsministeriums, "die Klimaziele zu erreichen."

Auch SPD-Chefin Andrea Nahles findet, die Politik sei "nicht tatenlos", auch wenn die Ziele der Jugendlichen ambitionierter seien: "Die Richtung ist dieselbe." Konkret würde es aber bedeuten, dass der Kompromiss beim Kohleausstieg wieder aufgekündigt werden müsste. "Das halte ich", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, "für sehr schwierig."

"Vollkommen berechtigt" findet dagegen Lorenz Gösta Beutin, energiepolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, die Kritik der Jugendlichen. Als einziger Bundestagsabgeordneter hatte er sich die Pressekonferenz von "Fridays for Future" vor Ort angehört. Man habe die Energiewende zwar beschlossen, sagte der Linkenpolitiker, es sei aber viele Jahre viel zu wenig passiert. Es habe zwar eine Debatte im Bundestag über die Klimaproteste gegeben, aber das sei bislang zu wenig. "Ich hoffe, dass die Fridays-for-Future in Bewegung bleibt und dass weiter Druck entsteht."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.