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Auftanken für neue Ziele im Klimakampf

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Fridays-for-Future-Kongress - Auftanken für neue Ziele im Klimakampf

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Seit Monaten streiken sie freitags für ein besseres Klima. Bei einem Sommerkongress in Dortmund wollen die Aktivisten Luft holen für den langen Atem, den sie brauchen werden.

In den Ferien kann man nicht die Schule schwänzen - und so tut die Klimabewegung Fridays for Future das Gegenteil, um Aufmerksamkeit zu erregen: Während andere Altergenossen ihren Urlaub genießen, arbeiten sie an der Zukunft ihres Protests.

Mehr als 1.500 junge Menschen zwischen zehn und 28 Jahren haben sich angemeldet bei diesem Treffen mit Arbeitskreisen und jeder Menge Sommerlager-Wir-Gefühl. Der erste Kongress dieser Art und Größenordnung in Dortmund soll dem persönlichen Kennenlernen, der besseren Vernetzung und Stärkung der Bewegung dienen.

Bei Podiumsgesprächen und in Arbeitsgruppen befassen sich die Teilnehmer bis Sonntag mit ihren Forderungen sowie den Zusammenhängen des Klimawandels, eignen sich aber auch methodisches Rüstzeug auf den Feldern Rhetorik oder Kampagnenarbeit an. Am Freitagvormittag ist eine Kundgebung in der Innenstadt geplant.

"Fridays for Future stünden wichtige Weichenstellungen bevor"

Auch der künftige Kurs wird beraten. Entscheidungen sollen ausdrücklich nicht getroffen werden, hieß es aus dem Organisationsteam.

Gerade hier sehen Protestforscher ein Problem, Fridays for Future stünden wichtige Weichenstellungen bevor: Erschöpfe sich die Bewegung im freitäglichen Streikritual, so drohe es "allen Beteiligten langweilig zu werden - den Medien inklusive", findet der Soziologe Dieter Rucht.

Die Bewegung müsse auch jenseits klimapolitischer Fragestellungen Position beziehen, findet er - auch wenn das Konfliktpotential berge. Auch an anderer Stelle sieht er Nachbesserungsbedarf: nach mehreren Monaten des Bestehens seien Entscheidungsabläufe und Zuständigkeiten innerhalb der Bewegung "diffus und intransparent".

Angesprochen auf solche Kritik zeigen sich die Aktivisten ungerührt. Die lose Struktur habe sich bisher bewährt, das Thema sei nicht mehr kleinzukriegen, sind sie überzeugt. Die Bewegung sei sich breiter Unterstützung sicher, berichtet Organisatorin Helena Marschall. Das habe auch die Vorbereitung gezeigt. Wo immer sie sich und ihr Anliegen vorstellten, gab es Hilfsangebote.

Junge Union bietet an Themen jetzt gemeinsam umzusetzen

Tilman Kuban von der Jungen Union findet "es super, wenn sich junge Menschen politisch engagieren und sich einbringen wollen." Nachdem man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit habe, solle man sich politisch einbringen, "am besten in politischen Jugendorganisationen und dafür stehen wir sehr bereit", sagte er im ZDF. "Wir sind offen dafür, darüber zu sprechen, wie wir Klimaschutz umsetzen und ich finde wir müssen raus aus der Begrenzung, sondern wir müssen rein in die Innovation."

Es müsse jetzt gehandelt werden, forderte Kuban im Interview. Es gehe jetzt darum, "die Themen konkret umzusetzen. Und ich wünsche mir, dass wir Zukunftsprojekte fördern, dass wir klar machen, wir stehen für neue Technologien, wir stehen dafür, dass wir Innovation aus Deutschland erreichen wollen."

Joko Winterscheidt ist beeindruckt von der Bewegung

Warum sind es nicht die Leute, die am Freitag in einem Büro sitzen?
Joko Winterscheidt

Mit einem Streikaufruf "an alle" hat der Entertainer Joko Winterscheidt den jungen Klimaaktivisten von "Fridays for Future" den Rücken gestärkt. "Warum geht nur ihr auf die Straße? Warum sind es nicht die Leute, die am Freitag in einem Büro sitzen", rief er am Donnerstag Hunderten Teilnehmern des ersten großen "Fridays for Future"-Kongresses in Dortmund zu.

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"Warum legt man nicht einfach mal - steile These - dieses Land lahm an einem Freitag?" Alle zeigten immer begeistert auf das, was die jungen Aktivisten bisher geleistet hätten, "aber viel zu viele bleiben zuhause". Er sei beeindruckt vom Engagement der Bewegung. "Ihr seid dabei, etwas zu verändern", sagte Winterscheidt. "Von wegen, die Jugend hätte kein Interesse, ihr seid diejenigen, die alles richtig machen."

Demonstration für mehr Klimaschutz

Nachrichten -
Streik fürs Klima: "Fridays for Future"
 

Ausgelöst wurde die globale Klimaschutzbewegung durch Greta Thunberg.

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