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Friedensnobelpreis 2018 aus Oslo - Denis Mukwege und Nadia Murad ausgezeichnet

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Der Friedensnobelpreis 2018 geht an Denis Mukwege und Nadia Murad. Sie werden für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt, die als Waffe in bewaffneten Konflikten benutzt wird, geehrt.

Der Arzt Denis Mukwege und die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad erhalten in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit.

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Das teilte das norwegische Nobelkomitee in Oslo mit. Beide Menschenrechtler hätten herausragend gegen diese Kriegsverbrechen gekämpft, erklärte die Jury in Oslo. Beide hatten für Engagement bereits den Sacharow-Preis erhalten: Mukwege 2014, Murat 2016.

Archiv: Denis Mukwege, aufgenommen am  31.05.2016
Friedensnobelpreis 2018 - Denis Mukwege (Archivbild)
Quelle: dpa

Denis Mukwege habe sich der Hilfe für Opfer sexueller Gewalt gewidmet und wiederholt die Straflosigkeit für Massenvergewaltigungen verurteilt, sagte die Komiteevorsitzende Berit Reiss-Andersen am Freitag in Oslo. Der 63-jährige Gynäkologe operiert im Ostkongo Frauen und Mädchen, die Opfer von Vergewaltigung geworden sind. Mukwege gilt als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen - und als Aktivist gegen sexuelle Gewalt. Zudem trägt er immer wieder entscheidend dazu bei, dass Täter vor Gericht gestellt werden können.

Archiv: Nadia Murad, aufgenommen am 17.06.2017
Friedensnobelpreis 2018 - Nadia Murad (Archivbild)
Quelle: dpa

Die 1993 geborene Jesidin Nadja Murat, die im Irak von islamistischen Terroristen verschleppt worden war, ist nach Angaben des Komitees eine Zeugin, die über die von ihr selbst von anderen erlittenen Missbrauch berichtet. "Sie hat ungewöhnlichen Mut bewiesen, indem sie ihr eigenes Leiden geschildert und im Namen anderer Opfer gesprochen hat", erklärte das fünfköpfige Nobelkomitee.

Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 874.000 Euro) dotiert. Er wird am 10. Dezember verliehen, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr wurde die Internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (Ican) ausgezeichnet.

Merkel: "Schrei nach Menschlichkeit"

Im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte ihr Sprecher Steffen Seibert den beiden "großartigen Preisträgern". Nadja Murat und Denis Mukwege stünden für einen "Schrei nach Menschlichkeit", die Bundesregierung habe große Hochachtung vor der Arbeit der zwei Ausgezeichneten.

Schwere Entscheidung

Experten hatten sich im Vorfeld schwer getan, einen Nobelpreisträger vorherzusagen. Kurz vor der Bekanntgabe waren die Namen von Mukwege und Murad aber immer höher gehandelt worden - auch als Würdigung für die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Die Osloer Jury hatte sich unter 331 Anwärtern entscheiden müssen - 216 Personen und 115 Organisationen waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Anders als die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und normalerweise auch Literatur wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen. Warum Nobel dies damals entschied, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte der Dynamit-Erfinder fest, die Auszeichnung solle an denjenigen gehen, der "am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat.

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