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Bekanntgabe in Oslo - Erhält Greta den Friedensnobelpreis?

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Spannung in Oslo: Heute wird zum 100. Mal der Friedensnobelpreis vergeben. Die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg gilt als Favoritin - doch sie hat Konkurrenz.

Greta Thunberg am vergangenen Freitag in New York. Archivbild
Greta Thunberg am vergangenen Freitag in New York. Archivbild
Quelle: Vanessa Carvalho/ZUMA Wire/dpa

Die norwegische Nobeljury enthüllt heute um 11:00 Uhr den Namen des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers. Die Auszeichnung gilt als der renommierteste politische Preis der Welt und ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr erhielten sie der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.

Spekulationen über Preisträger

Die Jury hat in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Glaubt man den Mutmaßungen von Friedensforschern und den Quoten von Wettanbietern, dann könnte der Preis in diesem Jahr an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg oder den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed gehen. Thunberg ist das Vorbild der weltweiten Klimaproteste, die seit Monaten unter dem Motto Fridays for Future stattfinden. Abiy ist es gelungen, nach Jahren des Konflikts Frieden mit Äthiopiens bitterem Rivalen Eritrea zu schließen.

Abiy Ahmed am 19.04.2018 in Addis Abeba
Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed wird als Anwärter auf die Auszeichnung gehandelt, weil er einen Friedensvertrag mit Eritrea geschlossen hat.
Quelle: reuters

Als weitere Favoriten gelten unter anderen der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sowie Organisationen wie Reporter ohne Grenzen. Unter den weiteren Kandidaten sind zum wiederholten Mal Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Papst Franziskus und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Der Direktor des Osloer Instituts für Friedensforschung Prio, Henrik Urdal, hat zudem mehrere junge Aktivisten auf dem Zettel - Thunberg findet sich aber nicht darunter.

Jacinda Ardern trägt Kopftuch beim Treffen mit der muslimischen Gemeinde in Christchurch
Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern wird ebenfalls als Anwärterin genannt: Sie bewies besonders nach den Bombenanschlägen im März auf zwei Moscheen in Christchurch Führungsstärke und bekundete trotz wachsender Islamfeindlichkeit demonstrativ ihre Anteilnahme für die Opfer.
Quelle: dpa

Auf Platz eins stehen bei ihm drei junge Friedens- und Demokratieaktivisten: Die Libyerin Hadscher Scharief, die aus Somalia stammende Ilwad Elman sowie Nathan Law Kwun-chung aus Hongkong. Junge Menschen bestimmten zunehmend die Agenda für Themen, die für Frieden und Sicherheit sowohl lokal und als auch global von entscheidender Bedeutung seien, betonte Urdal. Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen sowie das internationale Bündnis Control Arms Coalition sieht der Prio-Chef als weitere Top-Anwärter auf die renommierte Auszeichnung. Preiswürdig sind für ihn außerdem die Hilfsorganisation International Rescue Committee und ebenfalls Abiy Ahmed.  

Nathan Law Kwun-chung am 23.09.2019 in New Haven (USA)
Auch Nathan Law ist für den Friedennobelpreis vorgeschlagen: Der chinesische Aktivist steht hinter den "Regenschirm-Protesten" in Hongkong.
Quelle: AP

99 Mal hat das norwegische Nobelkomitee seit 1901 die Auszeichnung vergeben, insgesamt wurden 130 verschiedene Preisträger gekürt, darunter 89 Männer, 17 Frauen und 24 Organisationen. In 19 Jahren gab es, vor allem in Kriegs- und Krisenzeiten, keinen Preisträger. Die diesjährige Vergabe ist die 100. und somit ein Jubiläum für die Jury.

Bislang Kinderrechtsaktivistin Yousafzai jüngste Preisträgerin

Bekommt die 16-jährige Thunberg die Auszeichnung wirklich zugesprochen, wäre sie die jüngste Preisträgerin der Nobelgeschichte. Bislang ist das die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die 2014 im Alter von damals 17 Jahren ausgezeichnet wurde. Zuletzt war der Friedensnobelpreis im Jahr 2007 für Bemühungen gegen den Klimawandel vergeben worden. Damals erhielten ihn der Aktivist und frühere US-Vizepräsident Al Gore sowie der Weltklimarat (IPCC).

Der Friedensnobelpreis wird im Gegensatz zu den anderen Nobelpreisen nicht in Stockholm, sondern in Oslo vergeben. Dort wird er am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel, auch überreicht. Für die Auswahl ist eine Jury zuständig, die vom norwegischen Parlament ernannt wird. Bislang sind in dieser Woche die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden. Am Montag folgt abschließend die Bekanntgabe des diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträgers, der als einziger nicht auf das Testament von Nobel zurückgeht.

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