Sie sind hier:

900 Euro weniger als in Klinik - Schlechter bezahlt: Ambulante Pflege

Datum:

Durchschnittlich 917 Euro brutto weniger: Fachkräfte in der ambulanten Pflege werden schlechter bezahlt als ihre Kollegen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Das hat Folgen.

Westerfellhaus fordert mehr Unterstützung bei häuslicher Pflege.
Häusliche Pflege: Verschärfter Fachkräftemangel
Quelle: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bundespflegebeauftragte Andreas Westerfellhaus (CDU) fordert eine bessere Bezahlung in der ambulanten Pflege. Wenn Pflegekräfte keine anständigen Löhne erhielten, müsse im Zweifel der Gesetzgeber dafür sorgen, sagte der Staatssekretär dem ZDF-Magazin Frontal 21. "Alles andere wäre fatal für die Versorgung. Dann stehen wir tatsächlich vor der großen Frage, wie die Versorgungsstrukturen im häuslichen Bereich zukünftig aussehen können."

Hintergrund ist die deutlich schlechtere Bezahlung von Pflegekräften in der ambulanten Versorgung. Sie verdienen laut Zahlen der Bundesregierung durchschnittlich bundesweit 917 Euro weniger im Monat als beispielsweise Pflegekräfte in Krankenhäusern. Westerfellhaus warnt, dass wegen ungleicher Bezahlung immer weniger Pflegekräfte in der ambulante Versorgung arbeiten.

Verschärfte Personalnot

Schon jetzt lehnen nach einem Bericht des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung mehr als 40 Prozent der ambulanten Pflegedienste Klientenanfragen ab. Der Grund für die Ablehnungen ist oft Personalnot. Der Branchenverband der ambulanten Pflegedienste (bpa) bestätigt, der Mangel habe sich in den vergangenen zwei Jahren spürbar verschärft. Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung hatte für 2016 berechnet, dass damals schon bundesweit 37.200 Kräfte in der ambulanten Pflege fehlten. "Die Situation dürfte sich seither eher deutlich verschlechtert und die Personallücke vergrößert haben", sagte bpa-Geschäftsführer Bernd Tews.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte die Bezahlung der ambulanten Pflegekräfte mit dem seit Januar 2019 geltenden Pflegepersonalstärkungsgesetz verbessern. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen danach ihre Vergütungen mit den ambulanten Pflegediensten anheben. Doch zahlreiche Pflegedienste klagen nach wie vor über zu schlechte Bezahlung. Frontal 21 liegen Beispiele von Pflegediensten in Sachsen und Sachsen-Anhalt vor, die etwa fünf Euro weniger Stundenlohn zahlen als nach Tarif Öffentlicher Dienst Pflege.

Frontal 21
frontal 21 - um 21 Uhr im ZDF

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) rechtfertigt das Vorgehen einzelner Kassen. Pflegedienste müssten Transparenz in Verhandlungen herstellen. Nur so sei gewährleistet, dass Vergütungserhöhungen den Pflegekräften zugutekommen. Im Ergebnis bleibt es auch nach der Gesetzänderung zu Jahresbeginn bislang bei der schlechteren Bezahlung der meisten ambulanten Pflegekräfte. Pflegebeauftragter Westerfellhaus verweist auf die Verpflichtung der Anerkennung von Tariflöhnen. Sollte das nicht geschehen, fordert er: "Dann muss der Gesetzgeber hier eingreifen."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.