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Früherer Präsident des Irak - Kurdenführer Dschalal Talabani gestorben

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Der Kurdenführer und frühere irakische Präsident Dschalal Talabani ist verstorben. Das teilte das irakische Staatsfernsehen mit. Er war ein Vorkämpfer für die kurdische Selbstbestimmung und der erste nicht-arabische Präsident des Landes.

Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für eine Abspaltung ab. Wie die Wahlkommission mitteilte, haben sich mehr als 70 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt.

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Er sei in einem Krankenhaus in Deutschland gestorben, berichtete der Sender am Dienstag. Kurdischen Angaben zufolge in einem Berliner Krankenhaus im Alter von 83 Jahren. Talabani war seit einem Schlaganfall 2012 mehrere Male zur Behandlung im Krankenhaus.

Erster Nicht-Araber an der Spitze seines Landes

Talabani hatte eine der wichtigsten kurdischen Gruppen des Iraks geleitet und im April 2005 als erster Nicht-Araber Präsident des Iraks, nachdem die von den USA angeführte Invasion 2003 Saddam Hussein gestürzt hatte. Er war bis 2014 Staatsoberhaupt des Landes.

Talabanis Tod ereignete sich eine Woche nach einem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak. Der Präsident der kurdischen Autonomieregion, Massud Barsani, hatte sich damit über Warnungen der Zentralregierung in Bagdad hinweggesetzt. Unterstützung fand der Vorsitzende der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) bei dem Volksentscheid auch bei Talabanis PUK.

Entschiedener Gegner Husseins

Der im November 1933 in einem Bergdorf im Nordirak geborene Kurdenführer war ein entschiedener Befürworter der kurdischen Unabhängigkeit und ein erklärter Gegner des langjährigen irakischen Diktators Saddam Hussein. Nach dessen Sturz infolge einer US-Invasion wurde Talabani 2005 zum Präsidenten ernannt. Bei der ersten Präsidentenwahl 2006 wurde er im Amt bestätigt und 2010 für eine zweite Amtszeit gewählt.

Der studierte Jurist Talabani galt als lebensfroh, charismatisch und humorvoll, aber auch als gewiefter Taktiker. Im Jahr 1964 hatte er sich im Streit von der DPK getrennt und mit der PUK seine eigene Partei gegründet. In den 90er Jahren lieferten sich die beiden Parteien einen blutigen Bruderkrieg im Nordirak, bevor sich Talabanis Partei 2002 mit dem DPK-Führer Barsani versöhnten und ein Wahlbündnis schloss.

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