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Frühgeborene mit Atemnot - Morphium für Babys? Krankenschwester unter Verdacht

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Eine Krankenschwester wird verdächtigt, Frühgeborenen ohne medizinische Notwendigkeit Morphium gegeben zu haben. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags beantragt.

Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm.
Die Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm.
Quelle: Ralf Zwiebler/-/dpa

In einem Ulmer Krankenhaus soll eine Krankenschwester fünf Frühchen durch die Verabreichung von Morphium in Lebensgefahr gebracht haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der baden-württembergischen Stadt mitteilten, wurde die Frau nach Hinweisen der Klinik auf verdächtige Rückstände im Urin der Kinder als mutmaßliche Verursacherin ermittelt.

Die Frau bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Tat. Im Spind der Frau im Universitätsklinikum sei allerdings eine Spritze mit Morphin entdeckt worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Ulm mit. Daraus habe sich der Tatverdacht gegen die Pflegerin ergeben. Gegen die Frau wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen erlassen.

Fünf Säuglinge mit lebensbedrohlichen Atemproblemen

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Strafanzeige des Universitätsklinikums, den Angaben zufolge litten in den Morgenstunden des 20. Dezember 2019 in der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin fünf Frühgeborene nahezu zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen. Untersuchungen ergaben, dass den Säuglingen ein Betäubungsmittel verabreicht wurde.

Zunächst vermutete das Krankenhaus nach dem Geschehen eine Infektion als Ursache. Tests von Urinproben der Babys schlossen das jedoch aus. Die Proben wiesen zugleich Rückstände des starken Schmerzmittels Morphium auf, obwohl zumindest zwei der betroffenen Kinder gar keines erhalten sollten. Daraufhin alarmierte die Leitung vor rund zehn Tagen die Polizei.

Auch zu möglichen Motiven gab es zunächst keine Erkenntnisse. "Wir bedauern es sehr, dass es zu einem solchen Zwischenfall gekommen ist und entschuldigen uns ausdrücklich bei den Eltern und Kindern dafür", erklärte der Leitende Ärztliche Direktor Professor Udo Kaisers.

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