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Inflation galoppiert - Fünf Fakten zur türkischen Wirtschaft

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Die Inflation galoppiert, Lebensmittelpreise haben sich verdoppelt. Der Konsum droht einzubrechen, weil Importe nicht mehr bezahlbar sind. Die türkische Wirtschaft in der Krise.

Die türkische Währung ist nach den US-Sanktionen abgestürzt. Präsident Erdogan jedoch hält das Finanzsystem für stabil und sieht kein Risiko für die Wirtschaft. Den Absturz der Lira führt er zurück auf einen "Währungskrieg der internationalen Zinslobby" gegen sein Land.

Fakt 1: Wirtschaftsleistung

Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt hat der Dienstleistungssektor mit Tourismus und Logistikbranche gefolgt vom Industriesektor. Hier sind die wichtigsten Branchen die Textil- und Bekleidungsindustrie. Der Anteil der Landwirtschaft ist relativ gering. Die Türkei zählt zu den Schwellenländern.

Fakt 2: Wirtschaftswachstum

Die Wirtschaft der Türkei wächst seit Jahren stark. Im letzten Jahr lag die Wachstumsrate über sieben Prozent. Doch die Prognose sieht für das kommende Jahr nicht mehr ganz so gut aus. Vermutlich wird die türkische Wirtschaft deutlich langsamer wachsen. Die Regierung erwartet nur noch ein Wachstum von 2,3 Prozent.

Türkische Lira

Türkische Wirtschaft - Gegen die Wand

Die türkische Wirtschaft taumelt. Wegen der politischen Unsicherheit werde es für das Land immer schwieriger, frisches Kapital aufzutreiben, sagt Erdal Yalçin im makro-Interview.

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Fakt 3: Währung

Seit Anfang des Jahres hat die türkische Lira um die 40 Prozent gegenüber dem Euro verloren. Mit dem Verfall der Währung rauschten auch die Kurse türkischer Aktien und Anleihen in den Keller. Präsident Erdogan lehnt Zinserhöhungen der Notenbank zur Stützung der türkischen Lira ab.

Fakt 4: Verschuldung

Mit knapp 30 Prozent der Wirtschaftsleistung ist die Staatsverschuldung zwar gering. Die türkischen Unternehmen sind allerdings hoch verschuldet. Durch die Abwertung der Lira wird es für sie immer schwieriger, die Schulden zurückzuzahlen. Denn die meisten Schulden hat das Land in Fremdwährung aufgenommen.

Fakt ist, dass Wirtschaft und Staat Kredite in Höhe von 150 Milliarden in harter Währung zurückzahlen müssen. Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) will die Türkei jedoch nicht beantragen.

Fakt 5: Türkei und Deutschland

Deutschland bleibt mit einem Anteil von knapp zehn Prozent am Exportvolumen wichtigster Absatzmarkt für die Türkei. Beim Import ist Deutschland der zweitwichtigste Partner nach China. Deutsche Autobauer hatten einst große Hoffnungen in den Absatzmarkt Türkei gesetzt. 82 Millionen Menschen mit nur 12 Millionen zugelassenen Pkw. Zum Vergleich: In Deutschland sind es vier Mal so viele Autos. Doch je weniger die Lira wert ist, desto unerschwinglicher werden importierte Neuwagen.

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