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EU - Glyphosat-Zulassung soll verlängert werden

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Die EU-Mitgliedsstaaten haben die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat um fünf Jahre verlängert. 18 der 28 Länder stimmten für den Vorschlag der EU-Kommission.

Die EU-Staaten sollen über die Lizenz von Glyphosat abstimmen.
Die EU-Staaten haben über die weitere Zulassung von Glyphosat abgestimmt. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Kommission werde Glyphosat der Entscheidung gemäß nun formell zulassen, kündigte sie an. Die Verlängerung ist nicht nur bedeutend für Landwirtschaft und Verbraucher, sondern auch für den deutschen Chemieriesen Bayer, der den Glyphosat-Erfinder Monsanto übernehmen will.

Krebsrisiko und Insektensterben

Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Einige Wissenschaftler sehen darin jedoch ein Krebsrisiko, Naturschützer sehen darin die Hauptursache für das große Insektensterben. Mehr als eine Million Bürger in der EU haben gegen eine weitere Zulassung des Mittels unterschrieben.

Das Verfahren um die Neuzulassung zog sich monatelang hin, weil sich im Kreis der Mitgliedsländer lange weder dafür noch dagegen eine ausreichende Mehrheit fand. Die bisherige Zulassung für Glyphosat läuft am 15. Dezember aus. Die EU-Kommission wollte zunächst eine Verlängerung um zehn, dann sieben, dann fünf Jahre. Damit setzte sie sich jetzt durch. Der zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis erklärte: "Das Votum von heute zeigt, dass wenn wir alle es wollen, wir unsere gemeinsame Verantwortung beim Treffen von Entscheidungen teilen und akzeptieren können." Das Europaparlament hatte sich im Oktober dafür ausgesprochen, Glyphosat ab sofort nur noch sehr eingeschränkt zuzulassen und bis 2022 schrittweise zu verbieten.

Bundesregierung uneins

Bei einer Abstimmung vor gut zwei Wochen hatte sich die Bundesregierung noch enthalten. Grund waren gegensätzliche Haltungen der zuständigen Ministerien: Das CSU-geführte Agrarministerium war für die Zulassung, das SPD-Umweltministerium dagegen.

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