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Luftverkehrsgipfel - Die fünf Probleme der Luftfahrt

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Einen Chaos-Sommer wie in diesem Jahr soll es im Luftverkehr nicht noch einmal geben. Mit diesem Ziel reist die Branche heute zum Luftfahrtgipfel nach Hamburg.

Eine Lufthansa-Maschine hebt ab
Das starke Verkehrswachstum hat die Infrastruktur an vielen Stellen an die Grenzen gebracht.
Quelle: dpa

Dort treffen die Verkehrsminister von Bund und Ländern mit den Spitzen der deutschen Luftverkehrsindustrie zu einem Gipfel zusammen und haben einiges zu besprechen. Die Branche hat in ganz Europa einen katastrophalen Sommer hinter sich. Für Tausende Passagiere bedeutete das Ärger und Frust über Verspätungen und geplatzte Urlaubspläne. Das unerwartet starke Verkehrswachstum hat die Infrastruktur an vielen Stellen an die Grenzen gebracht. Die Luftfahrt kämpft mit fünf Problemen:

1. Die Infrastruktur am Boden ...

... wächst in Deutschland nur langsam. Der Hauptstadt-Flughafen BER wird nicht fertig. In Frankfurt und Düsseldorf sind die Terminals an ihren Kapazitätsgrenzen. Am zweitgrößten deutschen Flughafen in München gibt es zwar ein neues Terminal. Die von der Branche dringend geforderte dritte Landebahn kommt aber nicht voran. Laut einer Studie der Flugsicherung Eurocontrol werden die europäischen Flughäfen bis 2040 mit dem Passagierwachstum von rund 53 Prozent nicht mithalten können. Ihre Kapazität werde nur um 16 Prozent wachsen.

Und das wird schwierig genug, wie Frankfurts Flughafenchef Stefan Schulte erklärt. Die Airports bräuchten mehr Unterstützung der Politik, weil selbst bei kleineren Projekten aufwändige Planfeststellungen notwendig seien.

2. Die Infrastruktur in der Luft ...

Fluglotse
Die Ausbildung der Fluglotsen ist langwierig und anspruchsvoll. (Archivbild)
Quelle: ap

... ist Gegenstand ständiger Klagen der Airlines. Den nationalen Flugsicherungen im immer noch zersplitterten Luftraum Europas fehlt es an Personal und Investitionsmitteln. Dies führt zu permanenten Engpässen und Staus am europäischen Himmel. Fortgesetzte Streiks insbesondere der französischen Lotsen tun ein Übriges.

Die deutsche Fluglotsengewerkschaft GdF sieht die Wurzel allen Übels in den Vorgaben der EU-Kommission, die auf falschen Prognosen beruhe. Hier brauche es politischen Druck aus Brüssel, denn zusätzliche Lotsen müssen erst langwierig ausgebildet werden. Bis zum selbstständigen Einsatz benötige man vier bis fünf Jahre.

Zur vorübergehenden Linderung der Probleme hat Carsten Spohr vom Marktführer Lufthansa eine künstliche Kapazitätsverknappung an den wichtigsten Flughäfen und im gesamten deutschen Luftraum vorgeschlagen. Bislang werden sogenannte Slots beim Verzicht einzelner Fluggesellschaften auf Start- und Landerechte sofort an Konkurrenz-Airlines vergeben. Die Flughäfen leben nämlich vom Konsum der Reisenden in den Terminals und wollen daher keine Einschränkungen bei den Passagierzahlen hinnehmen.

3. Die Sicherheitskontrollen ...

Luftsicherheitsbeauftragte kontrollieren am Flughafen in München die Fluggäste
Passagierkontrolle am Flughafen München (Archivbild)
Quelle: dpa

... der Passagiere werden derzeit noch unter der Regie der Bundespolizei von privaten Dienstleistern durchgeführt. Sie sind im internationalen Vergleich zu langsam und führen immer wieder zu langen Wartezeiten.

Die großen Flughäfen - mit Frankfurt an der Spitze - glauben, diese Prozesse mit privaten Anbietern effizienter und flexibler gestalten zu können. Finanzielle Anreize könnten besser gesetzt und neue Technik schneller angeschafft werden, argumentiert der Flughafenverband ADV. Das Innenministerium scheint bereit, die Zuständigkeit der Bundespolizei auf die Fachaufsicht zu reduzieren.

4. Die Flugpläne der Airlines...

Archiv: Passagiere gehen am 06.11.2015 auf dem Flughafen in Frankfurt am Main an der Anzeigetafel vorbei
Anzeigetafel auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. (Archivbild)
Quelle: dpa

... waren im Sommer darauf ausgerichtet, sich einen maximalen Anteil vom ehemaligen Geschäft der bankrotten Air Berlin zu sichern. Wegen fehlender Crews und Maschinen konnten aber längst nicht alle angekündigten Flüge stattfinden. Eurowings-Chef Thorsten Dirks veranlasste dies zu einer öffentlichen Entschuldigung. Er wolle nicht mehr allein die streikenden Lotsen und das ungewöhnlich turbulente Wetter für die Ausfälle verantwortlich machen.

Unter dem Druck der fälligen Passagierentschädigungen und hoher Raten für Mietflugzeuge ist der Charterflieger Small World in die Pleite geflogen. Das Überangebot zum Mittelmeer und das heiße Wetter im Norden führten zudem zu einem heftigen Preiskampf im Last-Minute-Geschäft der Touristikanbieter und der Airlines.

5. Die Beschäftigten ...

Ryanair-Flugzeuge am Boden. Archivbild
Ryanair-Flugzeuge blieben in diesem Sommer häufig am Boden. (Archivbild)
Quelle: Marcel Kusch/dpa

... haben in diesem Sommer in mehreren europäischen Ländern beim Billigflieger Ryanair mehrfach gestreikt. Im Kampf um erstmalige Tarifvereinbarungen und nationale Arbeitsverträge bewegt sich Europas größter Billigflieger allerdings langsam und schafft beispielsweise bei den Piloten die bisherigen Leiharbeitsmodelle ab. Mit ersten Gewerkschaften in Irland und Italien hat die Gesellschaft bereits Übereinkünfte getroffen. In den kommenden Monaten ist mit weiteren Abschlüssen zu rechnen. Im Lufthansa-Konzern stehen derzeit keine größeren Tarifkonflikte an.

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