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500. Todestag - Leonardo da Vinci - immer noch in Mode

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Leonardo da Vinci war Künstler, Ingenieur, Universalgenie. Sein Schaffen wird immer wieder neu bewertet und wirkt bis heute nach - auch ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod.

Illustration: Leonardo da Vinci mit der Zeichnung des "Vitruvianischen Menschen"
Illustration: Leonardo da Vinci mit der Zeichnung des "Vitruvianischen Menschen"
Quelle: imageBROKER

Leonardo da Vinci (1452-1519) gilt noch heute, 500 Jahre nach seinem Tod, als überraschend modern. Sein Werk überschreitet Grenzen, umfasst Kunst, Wissenschaft und Technik. Die geheimnisvoll lächelnde "Mona Lisa", "Das Abendmahl" und die Proportionsstudie "Der Vitruvianische Mensch" auf der italienischen Ein-Euro-Münze - Leonardos Arbeiten sind weltberühmt. Er starb am 2. Mai 1519 im französischen Amboise, wo er die letzten Lebensjahre verbrachte.

Zwischen Dorfidylle und Höfepracht

Ausgangspunkt für die Spurensuche nach dem Universalgenie ist ein Gehöft vor den Toren des Toskana-Dorfes Vinci, das als sein Geburtshaus gilt. Der uneheliche Sohn eines Notars, geboren 1452, wuchs in einer Patchwork-Familie bei seinem Großvater auf. Heute wie vor 500 Jahren säumen Olivenhaine und Weinberge die umliegenden Hügel - wie auf der frühen Landschaftszeichnung von Leonardo, die das Florentiner Uffizien-Museum anlässlich des Jubiläums für einige Wochen an Vinci ausleiht.

Der Kontrast zwischen dem kargen Geburtshaus mit grobem Steinfußboden und der Pracht der Höfe von Königen und Päpsten, die Leonardo später umwarben, könnte größer nicht sein. Vom Geburtshaus aus blickt man noch immer auf den Ort Vinci: Auf einem Bergrücken gelegen steigt er aus dem Dunst, wie von Leonardo gemalt. Mit seiner speziellen Sfumato-Technik - die er auch bei der Mona Lisa anwandte - hüllte er Hintergründe in nebligen Dunst, der die Formen mit einer eigentümlichen Weichheit umgibt. Dazu legte er mehrere Farbschichten übereinander.

Er war interessiert an Anatomie, Maschinenbau und allerlei Naturphänomenen, aber vor allem an den schönen Künsten. Leonardo band die Menschen seiner Zeit in unvergleichlichen Meisterwerken und wollte die Wirklichkeit ganz und gar verstehen.

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Vieles blieb unvollendet

Mit seinem Vater, einem Notar der Medici-Familie, kam Leonardo später nach Florenz, in die Werkstatt des einflussreichen Bildhauers und Malers Andrea del Verrocchio. Wie die Renaissancekünstler Michelangelo und Raffael lebte auch Leonardo seine Homosexualität trotz kirchlichen Verbots in der Männerwelt der Künstlerwerkstätten.

Durch seine Fähigkeiten als Ingenieur und Urheber von militärischen Bauten empfahl er sich dem Herzog von Mailand, Ludovico Sforza. Als Künstler wollte er in der norditalienischen Metropole nur in Friedenszeiten arbeiten - unter anderem an einem riesigen Reiterdenkmal, das allerdings nie über das Stadium von Entwürfen hinauskam. Auch das zieht sich durch Leonardos Leben: Er sprühte von Ideen, unermüdlich begann er mit neuen Konstruktionen, Skizzen, nahm Aufträge an. Vieles blieb unvollendet. Nur rund ein Dutzend seiner Gemälde sind erhalten.

Als eines seiner berühmtesten Werke gilt heute der vitruvianische Mensch, die Zeichnung eines Mannes mit ausgestreckten Armen und Beinen, der in zwei überlagerten Positionen mit den Fingerspitzen und Fußsohlen einen Kreis und ein Quadrat berührt. Die Skizze zeigt exemplarisch, dass bei Leonardo das Interesse an Anatomie und Symmetrie untrennbar mit Ästhetik verbunden war.

Die letzten Lebensjahre arbeitete da Vinci im französischen Château Amboise. Zum 500. Todestag hat das Schloss einen Graffitikünstler gebeten, mit der Sprühdose Meisterkopien zu zaubern.

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Neues Jahrtausend, neuer Blick

Wichtig sei der Renaissance-Meister heute vor allem wegen seiner Wahrnehmungs- und Denkweise, mit der er "verschiedene Wissensbereiche elegant verknüpft", sagt Eike Schmidt, der Leiter der Uffizien. Heute sei ein ganz anderer Leonardo zu entdecken als zu früheren Zeiten: "Leonardo, der Ökologe, hat Landschaften analog zum menschlichen Körper gesehen, Bäume auf den Bergen mit menschlichen Haaren verglichen und unterirdische Wasserströme mit Arterien."

Das 19. und das frühe 20. Jahrhundert hätten sich hingegen auf Leonardos Studien zu Flugmaschinen konzentriert und ihn daraufhin als Erfinder des Flugzeugs gesehen. Und wegen der Entwicklung eines Zweirads habe man ihn fast als Erfinder des Fahrrads gesehen, das er "nur um wenige Federstriche verpasst" habe.

Was von Leonardo da Vinci geblieben ist

"Wenn er malt, denkt er aus dem Geist des Wissenschaftlers heraus", sagt auch Paolo Galluzzi, Leiter des Museo Galileo in Florenz, der die Eröffnungsausstellung zum 500. Todestag im vergangenen Jahr in den Uffizien kuratierte. Die Ausstellung galt denn auch dem Codex Leicester, wissenschaftlichen Schriften und Zeichnungen. Sie zeigen beispielhaft die Arbeit Leonardos, die jegliche Grenzen zwischen Forschung, Technik und Kunst überschritt.
Der Codex gilt als teuerstes Manuskript der Welt, es gehört Bill Gates.

Und natürlich: die Mona Lisa

In seiner Mailänder Zeit schuf Leonardo im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie sein berühmtes "Abendmahl", das mit Hilfe architektonischer Linien auf Jesus im Mittelpunkt ausgerichtet ist. Anstatt als Fresko auf den nassen Putz malte er das neun Meter breite Gemälde auf die trockene Nordwand. Die Farben begannen rasch zu verblassen, so dass die Figuren heute nur noch schwach zu sehen sind.

Da Vincis Mona Lisa in Paris, aufgenommen am 15.10.2018
Da Vincis Mona Lisa
Quelle: imago stock&people

Wenige Jahre später begann er mit der Arbeit am Gemälde der "Mona Lisa", vermutlich ein Portrait von Lisa del Giocondo, der Gattin eines Florentiner Seidenhändlers. Das zwischen Lächeln und Ernst in der Schwebe gehaltene Porträt ist heute das berühmteste Gemälde der Welt. Als er nach Frankreich zog, nahm Leonardo es für seinen Förderer König Franz I. mit. Heute hängt es als Publikumsmagnet im Pariser Louvre.

Schlagzeilen machte jüngst das Gemälde "Salvator Mundi". Es wurde Leonardo zugeschrieben und 2017 als teuerstes Kunstwerk der Welt für 450 Millionen Dollar nach Abu Dhabi versteigert. Wo sich das Bild heute befindet, ist unbekannt. Das Pariser Louvre plant im Herbst eine große Leonardo-Ausstellung: So viele wie möglich der 14 bis 17 Leonardo zugeschriebenen Gemälde sollen dann in Paris zu sehen sein.

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