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Polen pocht auf EU-Hilfen

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Für die Energiewende - Polen pocht auf EU-Hilfen

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Klimaneutralität bis 2050: Dieses Ziel gilt erst einmal nicht für alle EU-Staaten. Polen hat sich nicht verpflichtet, es umzusetzen. Das Land stellt zunächst Forderungen an die EU.

Polens Ministerpräsident Morawiecki hat hohe EU-Hilfen für die Energiewende in seinem Land verlangt. Die EU-Kommission plant, einen Fonds zur Verfügung zu stellen.

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Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki fordert großzügige finanzielle Hilfen aus EU-Töpfen für die Energiewende in seinem Land. "Wenn wir wollen, dass dieser Übergang stattfindet, müssen wir angemessene Instrumente bereitstellen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Eine der größten Herausforderungen Europas könne nicht nur mit symbolischen Mitteln finanziert werden. Polen ist stark von Kohle abhängig. Die EU strebt ein klimaneutrales Europa bis 2050 an, mit einer Ausnahme für Polen.

Warschau: Bisherige Zusagen unzureichend

Ursprüngliche Zusagen von fünf Milliarden Euro seien "bei weitem unzureichend" gewesen. "Jetzt sind wir wesentlich zufriedener zu hören, dass die EU-Kommission plant, mindestens 100 Milliarden Euro für den Übergang zur Verfügung zu stellen", sagte Morawiecki. "Wir erwarten, bald Details zu erfahren." Ohne angemessene Finanzausstattung stelle "eine anteilsmäßige Lastenteilung das Risiko dar, dass die Gesellschaft sich weigert, den Übergang zu akzeptieren". Dies treffe besonders auf Regionen zu, die von der Kohle abhängen.

Wir alle haben die Gelbwesten-Proteste in Frankreich gesehen - sie wurden durch Umweltsteuern ausgelöst. Ich möchte nicht, dass dies in Polen oder anderswo passiert
Mateusz Morawiecki

Morawiecki versprach, die polnische Wirtschaft "in den kommenden Jahren" drastisch umzubauen. "Wir wollen in großen Stil in erneuerbare Energien investieren sowie in emissionsfreie und emissionsarme Technologien, um den CO2-Ausstoß zu verringern". Allerdings warnte Morawiecki vor gravierenden Folgen, sollte die EU den klimafreundlichen Umbau der polnischen Wirtschaft nicht angemessen unterstützen. "Wir alle haben die Gelbwesten-Proteste in Frankreich gesehen - sie wurden durch Umweltsteuern ausgelöst. Ich möchte nicht, dass dies in Polen oder anderswo passiert", sagte Morawiecki.

Die EU-Staaten haben sich nun weitgehend auf einen Kompromiss beim Klimaschutzziel für 2050 geeinigt. Mit Polen muss noch nachverhandelt werden - ein Kommentar von ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek:

Kommentar von Anne Gellinek

Kommentar zum EU-Gipfel -
Klima-Kompromiss mit Schönheitsfehlern
 

Klimaneutralität bis 2050: Dazu verpflichten sich die EU-Staaten - bis auf Polen. Ein Kompromiss mit Schönheitsfehlern, kommentiert ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

von Anne Gellinek
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