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Kongress für mehr Herzgesundheit - Forschung und Selbstvorsorge sind gefordert

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In Mannheim tagt die deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung. Die Forschung kann noch einiges tun, aber auch jeder Einzelne ist gefragt.

Beim Herzinfarkt sei die "Phase vor dem Erreichen des Krankenhauses" immer noch die Gefährlichste, so Prof. Stephan Baldus, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.

Beitragslänge:
3 min
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Professor Stefan Baldus ist Kongresspräsident der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung. Im Moma-Interview berichtet er in Stichpunkten zum neuesten Stand der Medizin.

Todeszahlen bei Herzinfarkt sind rückläufig

Die Todeszahlen bei Herzinfarkten sind aufgrund verbesserter Akutbehandlung leicht rückläufig. "Durch die kathetergestützte Wiedereröffnung des verschlossenen Blutgefäßes des Herzens können wir diesen Patienten in der Tat im Krankenhaus in besonderer Weise und sehr schnell helfen", sagt Baldus. Die kritische Phase sei die bis zum Erreichen des Krankenhauses und viele Patienten würden schon auf dem Weg dorthin versterben.


Frauen sterben häufiger an Herzinfarkten als Männer

Männer in Deutschland erleiden häufiger Herzinfarkte. Aber die Infarksterblichkeit bei Frauen ist höher. Das liegt häufig daran, dass die Frauen ihre Beschwerden verkennen. Das heißt, die Beschwerden sind nicht so typisch wie beim Mann. Und das heißt auch, dass die Ärzte, die den Erstkontakt mit den Frauen haben, nicht unbedingt an einen Herzinfarkt denken. "Deshalb ist es so wichtig, dass Frauen in spezialisierte Einrichtungen verlegt und aufgenommen werden, die sich direkt darum kümmern und die darauf ausgewiesen sind, diese Patientinnen entsprechen schnell zu behandeln", erklärt Baldus.

Forschungsarbeit zur Behandlung der chronischen Herzschwäche

Über eine Million Menschen in Deutschland leiden unter chronischer Herzschwäche. "Die Herzschwäche ist wahrscheinlich DIE Herausforderung unseres Faches." Sie könne die Folge eines Infarktes sein. Für diese Behandlung gebe es ein paar Medikamente und ein paar Mechanismen. "Aber die eigentliche Grundproblematik des schwachen Herzmuskels, die können wir nur in Teilen behandeln. Hier ist Forschung in besonderer Weise notwendig, um diese bisher unheilbare Krankheit besser in den Griff zu bekommen."

Ziel des Kongresses

Der Kongress steht unter dem Titel "Inflammation - Entzündung". Bei Herzschwäche und bei der Entstehung des Herzinfarktes sieht man Entzündungsreaktionen. "Diese sollten wir nutzen, um hierüber neue medikamentöse Entwicklungen zu provozieren, die uns dann helfen, den Patienten besser zu helfen, als wir es im Moment können", fordert Baldus.

Jeder kann selbst etwas tun

Mit einem täglichen flotten 8-minütigen Spaziergang kann man sein Herzinfarktrisiko um 20% senken. Bewegung und Gewichtsabnahme sind ein Teil, die Risikofaktoren in den Griff zu bekommen der andere. "Cholesterinsenkung, Blutdruckkontrollen, das sind die wesentlichen Punkte, an die man denken sollte", rät Baldus. Beschwerden sollte man also ernst nehmen und zum Arzt gehen, so dass eine frühzeitige Behandlung eingeleitet werden kann.

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